Zurückgeblättert: 11. Januar 1994

„Otto Rehhagel kontra Winterpause“

Seit 1963 spielt Werder in der Bundesliga, mehr als fünf Jahrzehnte, in denen sich im Fußball, bei Werder und in der Berichterstattung viel verändert hat. Mein Werder zeigt die Originaltexte und Zeitungsseiten.
11.01.2019, 09:00
Lesedauer: 1 Min
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Von mw

Der WESER-KURIER schrieb am 11. Januar 1994:

Am Fußball unterm Hallendach scheiden sich die Geister. Werder Bremens Trainer Otto Rehhagel sieht im „Budenzauber„ zwar ein „willkommenes Spektakel“ für die Zuschauer, würde aber am liebsten die Parkettspiele ad acta legen. „Wir müssen uns ernsthaft überlegen, ob wir die Winterpause nicht abschaffen oder drastisch reduzieren„, meinte der 55jährige Erfolgscoach während des Hallenturniers in Rostock. „Wir haben nicht mehr so strenge Winter, so daß wir eventuell sogar durchspielen könnten“, erklärte Rehhagel.

Rehhagel befürchtet, daß der deutsche Fußball mit der gegenwärtigen Winterpausenregelung international ins Hintertreffen geraten könnte. „Die Italiener und Spanier spielen durch. Damit sind sie uns gegenüber deutlich im Vorteil. Das kann in den Europacupspielen entscheidend sein."

Trainerkollege Bernd Stange vom VfB Leipzig ist indes gegen die Abschaffung der Winterpause. „Das käme doch nur für eine Eliteliga in Frage. Fünf Mannschaften haben in ihren Stadien Rasenheizungen, die restlichen müssen sich mit hartgefrorenen Plätzen herumschlagen." Der ehemalige DDR-Auswahltrainer ist der Ansicht, Fußballspiele im Freien sollten grundsätzlich in eine für den Zuschauer angenehme Zeit gelegt werden. Stange befürchtet, daß die Fortsetzung des Spielbetriebes im Winter die Struktur des deutschen Fußball durcheinanderbringen könnte.

Der VfB-Trainer verweist zudem auf den finanziellen Aspekt. „Wir nutzen die Winterpause, um in elf Tagen an sechs Hallenturnieren teilzunehmen. Das bringt auch etwas Geld in die Kasse", sagte Stange.

Obwohl sich Werder Bremens Verteidiger Uli Borowka beim Hallenturnier in Schwerin den Mittelfußknochen gebrochen hat, glaubt Rehhagel nicht an ein höheres Verletzungsrisiko in der Halle. „Das kann draußen genauso schnell passieren", versicherte Rehhagel.

Das hochauflösende PDF der Original-Zeitungsseite gibt es hier (bei iOS den Link länger gedrückt halten).

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