Werder Bremen Petersen scheint unverzichtbar

Bremen. Am Samstag spielt Werder bei den Bayern. Einer der wichtigsten Werder-Profis dieser Saison spielt zwar für Bremen, steht aber in München unter Vertrag. Was seine Zukunft angeht, hofft Sportchef Eichin auf eine baldige Einigung mit Bayern.
19.02.2013, 05:00
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Petersen scheint unverzichtbar
Von Olaf Dorow

Bremen. Am Sonnabend spielt Werder bei den Bayern. Einer der wichtigsten Werder-Profis dieser Saison spielt zwar für Bremen, steht aber in München unter Vertrag. Was seine Bremer Zukunft angeht, werde er sich wohl gedulden müssen, sagt Stürmer Nils Petersen, für den es im Werder-Ensemble keinen gleichwertigen Ersatz gibt. Sportchef Eichin hofft, dass es zu einer schnellen Einigung mit Bayern kommt.

Nils Petersen (24) hat am 6. Dezember Geburtstag. Bald danach ist Weihnachten, auch da darf er sicher gespannt sein, was er bekommt. Er darf aber nicht nur auf den Winter gespannt sein, sondern auch auf den Sommer. "Ich lasse mich überraschen, wie Bayern mit mir plant", sagte er gestern, angesprochen auf seine vertragliche Situation. Er steht beim FC Bayern bis 2015 in der Pflicht, die Leihfrist für Werder Bremen läuft Ende Juni aus.

Derzeit gehen in Bremen viele davon aus, dass er schon Anfang Juli ganz zu Werder gehört. Weil er erstens viele Tore schießt, zweitens sich sehr wohl fühlt in Bremen und drittens der FC Bayern zwar schon drei Starstürmer (Mandzukic, Gomez, Pizarro), aber trotzdem höchstes Interesse am Stürmerstar Robert Lewandowski hat. Nils Petersen äußert sich stets sehr wohlwollend über Bremen, formuliert aber sehr vorsichtig, was seine Bremer Zukunft anbelangt. Er will sich nämlich auch überraschen lassen, "ob ich auch überhaupt in der Planung von Werder für die nächste Saison eine Rolle spiele".

"Hohe Wertschätzung"

Spielt er. Definitiv. Er hat jetzt elf Saisontore erzielt. Was seinen Wert für die Mannschaft darstellt, ist er mit seinem Vorgänger Claudio Pizarro zu vergleichen. Der wurde zuletzt in Bremen fast noch häufiger als Claudio Pizarro als "Werders Lebensversicherung" bezeichnet. Petersen ist im neuen Werder-System mit nur einer Spitze alternativlos, um es wie die Bundeskanzlerin auszudrücken. "Er geht Richtung Tor und will den Erfolg haben. Deshalb haben wir ihn geholt", sagt Trainer Thomas Schaaf.

Thomas Eichin sagt: "Es ist unstrittig, dass er hier große Wertschätzung genießt." Für Werders neuen Sportchef ist Nils Petersen "ein sehr guter Spieler, den ich auch persönlich sehr schätze". Problem: "Wir haben da das Heft des Handelns nicht in der Hand", sagt Eichin. Wer den Gedanken weiterspinnt, kommt unweigerlich auch zu Überlegungen, die jeder Werderfan im Laufe seines Werderfan-Seins anstellt: Dass die Bayern Werder ordentlich ärgern könnten. Sie könnten rein theoretisch Werders mit Abstand wichtigsten Stürmer nach München zurückbeordern und erst kurz vor Transferschluss am 31. August für Bremen freigeben, verbunden mit einer gepfefferten Ablöseforderung. "Ich werde wohl Geduld beweisen müssen", vermutet Petersen selbst.

Eichin will "in naher Zukunft" mit dem Angreifer reden. Eichin glaubt auch nicht, dass die Sache in eine Endlos-Schleife entweicht. Es könnte anders laufen als im Fall Kevin De Bruyne, einer zweiten wichtigen offenen Personalie. Im Fall De Bruyne will sich dessen Stammklub FC Chelsea erst nach einem Trainingslager im August dazu äußern, wie es mit dem ausgeliehenen Talent aus Belgien weitergehen soll.

Nach Gesprächen mit Nils Petersen und Thomas Schaaf will Thomas Eichin auch zu seinem Münchner Kollegen Matthias Sammer Kontakt aufnehmen. Eine Gelegenheit böte sich schon am Wochenende. Am Sonnabend (15.30 Uhr) hat Werder beim FC Bayern anzutreten. Nils Petersen freut sich schon sehr, sagt er. Auch weil es ein Spiel mit klarsten Vorzeichen sei. Niemand würde doch einen Pfifferling auf Werder setzen. "Das Schöne ist ja, dass man den Bayern im Moment überhaupt nicht wehtun kann. Ein Punktverlust – bei dem Vorsprung, den sie haben, tut der denen doch gar nicht weh", sagt er.

Er will auch am Sonnabend mit seinem SV Werder bei seinem FC Bayern daran arbeiten, woran er seit dem letzten Sommer werkelt: Er will eine ordentliche Saison spielen. "Meine Leistung ist erst mal der entscheidende Faktor, ob es eine Bremer Zukunft gibt", sagt er.

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