Kollegen schwärmen vom Werder-Angreifer Pizarro soll noch ein Jahr weitermachen

Wenn es nach dem Willen seiner Kollegen geht, wird Claudio Pizarro noch eine weitere Saison in Bremen spielen. Sein Trainer glaubt zu wissen, wer in dieser Sache die Entscheidungshoheit hat.
11.03.2017, 11:17
Lesedauer: 3 Min
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Pizarro soll noch ein Jahr weitermachen
Von Andreas Lesch

Wenn es nach dem Willen seiner Kollegen geht, wird Claudio Pizarro noch eine weitere Saison in Bremen spielen. Sein Trainer glaubt zu wissen, wer in dieser Sache die Entscheidungshoheit hat.

Claudio Pizarro hat endlich sein erstes Saisontor für Werder erzielt. Da fanden es seine Kollegen absolut nebensächlich, dass es ein glückliches Tor war. „Mir ist es ehrlich gesagt total egal, ob er ein Traumtor schießt oder ob er mit seinem dicken Bauch trifft“, sagte Mittelfeldmann Thomas Delaney und schmunzelte. „Es kommt einfach nur darauf an, am richtigen Ort zu sein.“ Pizarro war am richtigen Ort – er wurde von Robert Bauer angeschossen und lenkte den Ball ins Netz.

Der Routinier ist 38 Jahre alt, und zuletzt hatte manch einer Zweifel, ob er noch mal zu seiner alten, herausragenden Form finden kann. Jetzt sagten viele seiner Kollegen, sie wollten ihn unbedingt behalten; Pizarro solle doch bitte auch in der kommenden Saison noch bleiben. „Ich habe keine Zweifel, dass er gut genug dafür ist. Aber die Frage ist, ob sein Körper dafür bereit ist“, sagte Delaney. „Das weiß niemand, das weiß nur Pizza. Aber natürlich hat er die Qualität.“

"Er ist ein abgezockter Hund"

Außenverteidiger Bauer sagte: „Ich glaube, es hat auch ein bisschen an ihm genagt, dass er diese Saison noch nicht geknipst hat – vor allem nach der letzten Woche, wo er das Riesending gegen Darmstadt hatte. Vielleicht ist jetzt endlich der Knoten geplatzt mit dem Tor, vielleicht ging's auch nur so, dass er so ein kurioses Ding macht.“ Bauer traut Pizarro im Saison-Endspurt weitere Tore zu. „Ich sehe ja, wie er sich jeden Tag im Training reinfightet, wie er alles gibt im Kraftraum, um fit zu bleiben. Und das in seinem hohen Alter“, sagte der Außenverteidiger. „Er hat den Riecher.“ Pizarro sei sein „super Typ“, so Bauer. „Er bereichert die Mannschaft einfach mit seiner Erfahrung und seiner Führungsqualität.“

Maximilian Eggestein sagte, er würde Pizarro auch in der kommenden Saison noch eine prägende Rolle bei Werder zutrauen. „Ich glaube gerade uns jungen Spielern kann er mit seiner Erfahrung weiterhelfen“, sagte er. „Für ihn ist wichtig, dass er nicht immer durch Verletzungen rausgeworfen wird. Wenn er jetzt längere Zeit fit bleibt, ist es durchaus möglich, dass er weitermacht. Wir würden uns auf jeden Fall freuen.“

Auch Theo Gebre Selassie plädierte dafür, dass Pizarro seine Bundesliga-Karriere noch um ein Jahr verlängert: „Ich hoffe, dass er weiterspielt. Er ist nicht nur als Spieler, sondern auch als Persönlichkeit sehr wichtig für Werder.“ Mittelfeldmann Fin Bartels sagte: „Was er in seinem höherem Alter noch alles mitbringt, ist immer noch erste Klasse. Das sieht man auch jeden Tag im Training. Er hat eine gewisse Ruhe, wenn er den Ball hält. Er ist ein abgezockter Hund, den du jederzeit anspielen kannst. Er weiß immer irgendetwas mit dem Ball zu machen und die Mitspieler einzusetzen. Er wird noch weiterhin wichtig sein für uns.“ Torwart Felix Wiedwald merkte an, Pizarro sei auch psychologisch wertvoll: „Er kommt rein und bringt einfach eine Ausstrahlung mit auf den Platz, wo jeder Gegner noch Angst vor hat.“

Pizarro "aktuell ein wichtiger Baustein in dieser Mannschaft"

Werders finnischer Innenverteidiger Niklas Moisander verglich Pizarro sogar mit Jari Litmanen, dem legendären finnischen Regisseur. „Ich sehe bei ihm viel von dem, was ich auch bei Litmanen gesehen habe“, sagte Moisander. „Wenn er den Ball bekommt, dann kann er das Spiel sehr gut lesen. Er spielt den richtigen Pass, er ist sehr clever. Diese Art von Fußball-Intelligenz kann man nicht lernen. Die hat er einfach. Er ist ein großer Spieler.“

Werders Aufsichtsratschef Marco Bode sagte, Pizarro sei „aktuell ein wichtiger Baustein in dieser Mannschaft“. Er habe wegen seiner Verletzungen in dieser Saison „nicht den Input gehabt wie in der vergangenen Saison. Aber wir sind trotzdem froh, dass wir ihn haben.“

Trainer Alexander Nouri glaubt, das Tor sei wichtig gewesen für Pizarro. „Er ist mit so viel Lebensfreude und Spielfreude und Torhunger behaftet, dass ihm das natürlich unheimlich guttut.“ Pizarro sei wertvoll fürs Team: „Er trägt mit seiner Persönlichkeit immer einen gewissen Spirit mit rein in die Mannschaft. Er ist immer selbstbewusst. Er tut uns einfach gut.“ Ob der Angreifer nächste Saison noch für Werder spielen solle? „Ich will da keinen Spekulationen vorgreifen“, sagte Nouri. „Ich denke, das ist eine Entscheidung von Claudio und dann auch dem Verein. Da werden sich zum gegebenen Zeitpunkt beide Seiten zusammenfinden und eine Entscheidung treffen. Aber im Grunde genommen liegt der Ball, denke ich, bei Claudio.“​

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