Werder-Legende beim Training Pizarro stattet Werder Überraschungsbesuch ab

Kann er sich nicht vom Fußball trennen? Ex-Werder-Legende Claudio Pizarro stand am Mittwoch wieder bei Werder auf dem Platz, hat die alten Kollegen beim Training besucht. Dabei ist ihm einfach nur langweilig.
17.02.2021, 18:19
Lesedauer: 3 Min
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Von Carsten Sander

Dass er sein letztes von 197 Bundesliga-Toren erzielte, ist mittlerweile schon 641 Tage her. Und sein letzter Einsatz als Profi liegt bereits 235 Tage zurück. Und dennoch macht Claudio Pizarro immer noch den Eindruck, als ob er jederzeit wieder in die Fußballschuhe schlüpfen könnte, um vielleicht die 200-Tore-Marke doch noch zu knacken oder um aus 490 Bundesliga-Spielen doch noch die magischen 500 zu machen.

Aber natürlich hatte sein Besuch am Mittwoch bei Werder Bremen damit nichts zu tun. „Ich habe hier ein paar Sachen zu erledigen und wollte die Jungs besuchen. Wenn ich schon mal da bin, kann ich mir auch das Training angucken und Hallo sagen“, erklärte der 42-Jährige, der sich im Gespräch mit unserer Deichstube auch zur Zukunft von Trainer Florian Kohfeldt äußerte.

Pizarro war schon da, als die Mannschaft auf den Platz kam

Als der Coach mit der Mannschaft auf den Trainingsplatz kam, war Pizarro schon da. Das Hallo wurde dann etwas größer, einer nach dem anderen begrüßte den ehemaligen Torjäger, der im vergangenen Sommer nach der mit Ach und Krach bestandenen Relegation seine einzigartige Karriere beendet hatte. Damals mit Wehmut, doch mittlerweile geht es ihm gut ohne die tägliche Dosis Fußball, sagte Pizarro.

Das Training, die Spiele – all das fehle ihm „nicht wirklich“, behauptete der Peruaner überraschend. Denn dass er nach beinahe 25 Profi-Jahren mal ohne Rasen unter den Füßen würde glücklich sein können, schien während seiner aktiven Zeit ausgeschlossen. „Irgendwann“, lachte Pizarro auf Nachfrage, „werde ich sicher auch noch mal auf dem Platz stehen – in der Legenden-Mannschaft des FC Bayern zum Beispiel.“ Oder bei seinem Abschiedsspiel im Weserstadion. Dass es stattfinden wird, ist völlig klar, der Zeitpunkt aber nicht: „Wir werden das machen, aber momentan ist wegen der Pandemie keine Planung möglich. Wir müssen noch abwarten.“

Ihren Lebensmittelpunkt hat die Werder-Legende nach dem Abschied aus Bremen nach München verlegt, beim Rekordmeister hat Pizarro zudem als Club-Botschafter angeheuert – eine tatsächliche Tätigkeit ist damit aktuell aber nicht verbunden. Wegen der Anti-Corona-Maßnahmen stehen nahezu alle Räder still, und Pizarro geht es in dieser Zeit so wie vielen: „Es ist sehr langweilig. Ich mache viel Sport, laufe draußen. Sonst bin ich viel zu Hause.“ Oder er schaut Fußball. Manchmal sogar in der Allianz-Arena, meistens aber daheim im Fernsehen.

Pizarro sieht keine Abstiegsgefahr mehr für Werder

Dann sind Werder-Spiele ein Pflichtprogramm. Und Pizarro, der zur Bremer Rettung in der vergangenen Saison nur noch sehr wenig beisteuern konnte, sieht ein Team, das nach seiner Einschätzung nicht wieder so tief in den Abstiegsschlamassel geraten wird: „Die Situation bei Werder ist sehr gut, die Mannschaft hat sich stabilisiert. Natürlich gibt es noch Dinge zu verbessern, aber das Team steht gut da im Mittelfeld der Tabelle.“

Ein Lob für Trainer Kohfeldt, mit dem sich Pizarro an der Seitenlinie des Trainingsplatzes länger unterhielt, während das Aufwärmprogramm lief. Ob dabei auch das Thema Borussia Mönchengladbach zur Sprache kam, ist nicht überliefert. Pizarro ist das Gerücht, dass Kohfeldt Nachfolger des zu Borussia Dortmund abwandernden Marco Rose werden könnte, allerdings auch zu Ohren gekommen. Seine Meinung? „Im Moment ist Florian voll auf Werder konzentriert. Dann wird er überlegen, was das Beste für ihn ist und seine Entscheidung treffen“, sagte der sechsmalige deutsche Meister – und es klang, als sei das Gerücht um ein Gladbach-Interesse für ihn gar kein Gerücht, sondern ein Fakt.

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Bei der Planung der eigenen Zukunft ist Pizarro in den 235 Tagen seit seinem letzten Einsatz noch nicht entscheidend vorangekommen. Trainer will er nicht werden, Berater lieber auch nicht – er werde erstmal „Bayern-Botschafter bleiben, auch wenn ich da gerade nicht viel machen kann. Was ich sonst im Fußball machen werde, habe ich noch nicht entschieden.“

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