Werder-Stürmer Claudio Pizarro Pizarros Ziel heißt WM 2018

Werder-Stürmer Claudio Pizarro möchte an der WM 2018 in Russland teilnehmen. Damit der Körper auch in diesem Alter noch mitspielt, baut der Peruaner vor: Im August hat er seine Ernährung umgestellt.
03.02.2016, 00:00
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Pizarros Ziel heißt WM 2018
Von Thorsten Waterkamp

Werder-Stürmer Claudio Pizarro möchte an der WM 2018 in Russland teilnehmen. Damit der Körper auch in diesem Alter noch mitspielt, baut der Peruaner vor: Im August hat er seine Ernährung umgestellt.

Es ist in den vergangenen Tagen viel über Claudio Pizarro, seine Fitness, sein Alter und vor allem über seine Zukunft gesprochen worden. Vor allem über seine Zukunft. Ist diese Profi-Saison, seine 17. in Europa, seine letzte – oder hängt er noch ein Jahr dran und bleibt Werder gar erhalten? Für seine dann achte Spielzeit an der Weser? Claudio Pizarro hört sich diese Fragen seit Wochen in Endlosschleifen an. Nervt die Fragerei nicht irgendwann? „Nein, nein“, sagt er und reißt die Augen auf. Warum sollte sie auch nerven? Sie ist ja berechtigt.

Denn Pizarro will nicht aufhören. „Ich will noch weitermachen“, sagt der Peruaner, der sich von einem Karriereende im Sommer 2016 sehr weit entfernt sieht. Solange sein Körper ihm nicht sage, er müsse aufhören, solange soll es noch weitergehen, findet Pizarro. Und da der Körper bislang noch kein Veto eingelegt hat, spielt er eben Fußball.

Nun ist es nicht so, dass Claudio Pizarro ausschließlich von Natur aus mit einer derartigen Robustheit gesegnet ist, dass er immer noch auf Topniveau gegen Männer spielen kann, die seine Söhne sein könnten. Er pflegt seinen Körper, er trainiert ihn sorgfältig. Eine Vorbereitung wie Belek ist das eine, was er braucht. Gutgetan habe ihm die schweißtreibende Arbeit in der Türkei, er fühle sich „viel besser als vorher“. Doch der Körper eines 37-Jährigen verlangt mehr als der eines 27-Jährigen – weshalb Pizarro auch seine Ernährung umgestellt hat.

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Die Pizza-Diät hat er aus Italien mitgebracht. Ein Arzt dort habe seine Ernährung umgestellt. „Ich esse keine Kartoffeln mehr, viele Sachen mit Weizen nicht mehr, dafür aber Dinkel-Pasta und Dinkel- oder Roggenbrot“, erzählt Pizarro. Kuhmilch ist auch gestrichen, dafür kommt die pflanzliche Variante aus Soja ins Glas. Manche Dinge allerdings lassen den so erfahrenen Profi selbst staunen: Warum der Mediziner zum Beispiel Tomaten auf den Speiseplan-Index gesetzt hat. Oder Auberginen. „Ich weiß nicht, warum. Frag mich nicht.“

Seit August geht das so, und die Umstellung zeigt Wirkung. „Ich fühle mich besser“, sagt Pizarro, zwei, drei Kilo habe er auch schon abgenommen. Schwierig sei es nicht gewesen, auch wenn Kartoffeln – bis dahin bevorzugte Beilage auf dem Pizza-Teller – jetzt fehlen. Nur ein wenig Naschkram, den vermisst Pizarro schon. Ab und an ein Stückchen Schokolade ist nun auch tabu: keine Süßigkeiten, keinen Zucker – er hält sich dran. Weil er noch weiter Fußball spielen will.

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Seine Perspektive richtet sich dabei nach dem internationalen Spielkalender. Dort ist für den Sommer 2018 die Weltmeisterschaft eingetragen, sie ist das letzte große Ziel in der Karriere des Peruaners. 39 wäre er dann, nur noch ein Vierteljahr würde ihm dann bis zum 40. Geburtstag fehlen. Die Teilnahme wäre ein Traum, nicht nur für Pizarro, sondern für das ganze Land. Peru hat sich letztmals 1982 für eine WM qualifiziert, Claudio Pizarro war damals noch keine vier Jahre alt, als in Spanien der Ball rollte.

Um sich diesen Traum zu erfüllen, wird er weiterspielen, solange es geht. Eben auch im Verein. Aber in welchem? Das sind sie wieder, diese Fragen, die ihm in Bremen dauernd gestellt werden. Bleibt er Werder über diese Saison hinaus treu? Glaubt man Thomas Eichin, gibt es eine Absprache zwischen Werders Sportchef und Werders Seniorspieler. „Mit Claudio haben wir etwas ausgemacht. Erst mal Punkte holen, dann werden wir sehen, wie er und wie wir uns entwickelt haben“, sagte Eichin in der vergangenen Woche.

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Die sportliche Grundbedingung für eine Weiterbeschäftigung Pizarros an der Weser dürfte der Klassenerhalt sein, wirtschaftlich müsste Werder ebenfalls eine gemeinsame Basis schaffen. Seitens Pizarro dürfte sonst nichts gegen Bremen sprechen. Die Stadt nennt er seine „Heimat“, seine Familie wollte im Sommer – wenn er denn seine Karriere unbedingt noch fortsetzen musste – am liebsten an die Weser.

Am Freitag gegen Borussia Mönchengladbach wird der Profi im Unruhestand bereits sein 400. Bundesligaspiel machen. Fit genug für mehr ist er – so putzmunter, wie er herumrennt und selbst die Kollegen staunen lässt.

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