Wagner, Mbom und Co. Platzhalter mit Perspektiven

Um WM-Fahrer, Verletzte und noch nicht verpflichtete Mittelfeldspieler zu ersetzen, nimmt Werder sechs Nachwuchsspieler mit ins Trainingslager im Zillertal. Hier werden die Talente vorgestellt.
11.07.2018, 21:58
Lesedauer: 4 Min
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Von Stefan Rommel

Am Donnerstag geht es für Werder ins erste von zwei Trainingslagern, die Grün-Weißen gastieren wieder einmal im Zillertal in Österreich. Florian Kohfeldt hat angekündigt, keine zwei thematisch voneinander getrennten Veranstaltungen abhalten zu wollen, also kein erstes reines Lauf-Trainingslager und ein zweites, in dem an den taktischen Feinheiten gefeilt werden soll.

Kohfeldt will stattdessen beide Trainingslager dafür nutzen, auch inhaltliche Schwerpunkte zu setzen. Im Zillertal soll unter anderem an der Spieleröffnung und am Gegenpressing gearbeitet werden. Der Trainer benötigt dafür allerdings die komplette Mannstärke zweier Mannschaften, um in Elf-gegen-Elf-Sequenzen bestimmte Inhalte auch simulieren zu können.

Da die WM-Fahrer Milos Veljkovic, Ludwig Augustinsson und Yuya Osako noch Urlaub haben, die Torhüter Jaroslav Drobny und Michael Zetterer verletzt sind und Luca Caldirola zu Vertragsgesprächen in Italien weilt, muss das Trainerteam die Reisegruppe ins Zillertal noch ein wenig auffüllen. Am Mittwoch benannte Werder nun 26 Spieler mit, darunter drei Keeper, die mit nach Österreich fahren werden.

Für die Torhüterposition darf Routinier Tobias Duffner nachrücken, dazu nimmt Werder insgesamt sechs Nachwuchsspieler mit. Einige durften früher schon bei den Profis aushelfen, für andere ist die Reise ins Zillertal die Premiere bei der Bundesligamannschaft.

Jan-Niklas Beste (19 Jahre, linker Außenverteidiger):

Frank Baumann hatte schon angekündigt, dass Beste nach dem Ende seiner Reha-Phase „punktuell bei den Profis mittrainieren“ werde. Nun kommt der Zugang von Borussia Dortmund sogar schon früher als erwartet in diesen Genuss. Beste war bei Dortmunds U19 Stammspieler auf seiner bevorzugten Position links in der Abwehrkette, kann aber auch alle anderen Positionen auf der linken Seite ausfüllen. Der Linksfuß durfte in der abgelaufenen Saison sogar ein Pflichtspiel im Pokal bei den Profis absolvieren und soll nun in Werders Trainingslager als Platzhalter für Augustinsson fungieren.

Ilia Gruev (18 Jahre, defensives Mittelfeld):

Gruev ist der Sohn von Duisburgs Trainer Ilia Gruev, auf den der Filius unter Umständen am Wochenende in einem Testspiel im Rahmen des Trainingslagers treffen könnte. Gruev ist im defensiven Mittelfeld beheimatet, spielte dort in der abgelaufenen Saison für Werders U19. Gruev kam vor drei Jahren aus der Jugend von Rot-Weiß Erfurt nach Bremen und hat sich sowohl in der U17 als auch in der U19 durchgebissen. Gruev ist erst seit wenigen Wochen volljährig und damit der jüngste Spieler in Werders Reisegruppe.

Jean-Manuel Mbom (18 Jahre, offensives Mittelfeld):

Mbom hat schon einiges erlebt in seinen jungen Jahren. Vor einem Jahr wurde er mit der Fritz-Walter-Medaille in Silber in der Kategorie „Bester U17-Spieler Deutschlands“ ausgezeichnet, die englische Tageszeitung „Guardian“ hat ihn auf die Liste der 60 besten Spieler Europas des Jahrgangs 2000 gesetzt. Zu diesem Zeitpunkt durchlebte er gerade eine erste lange Durststrecke, als er mit einer hartnäckigen Adduktorenverletzung monatelang ausfiel. Mbom ist ein variabel einsetzbarer Offensivspieler, antrittsschnell und wendig. Und bringt damit ähnliche Voraussetzungen mit wie Osako.

Simon Straudi (19, offensives Mittelfeld):

Etwas überraschend hat es auch der Südtiroler in den 26-köpfigen Tross geschafft. Straudi soll in der neuen Saison den Sprung aus der U19 in die zweite Mannschaft schaffen, bei der U23 ist der Mittelfeldspieler im Regionalligakader fest eingeplant. Simons kleinerer Bruder Fabian rückt dafür aus der U17 in die U19 auf.

Jannes Vollert (20, Innenverteidigung):

Mit 20 Jahren ist Vollert nicht nur so etwas wie der Routinier unter den Frischlingen, sondern durfte in der Vergangenheit auch schon die eine oder andere Einheit bei den Profis mittrainieren. In einigen Länderspielpausen nahm Vollert dabei den Part der abwesenden Nationalspieler ein, insbesondere den von Milos Veljkovic – den Vollert nun auch im Zillertal auf der Position des rechten Innenverteidigers vertreten dürfte.

Fridolin Wagner (20, zentrales Mittelfeld):

Wagner wurde in der Akademie von RB Leipzig unter Anleitung der Nachwuchs-Koryphäe Frieder Schrof ausgebildet. Der 20-Jährige kam erst im Winter vom damaligen Ligakonkurrenten FSV Zwickau zu Werders Amateuren und wurde auf Anhieb Stammspieler. Wagner kam auf insgesamt 29 Spiele in der 3. Liga, spielte meist im zentralen Mittelfeld auf der Position des zu den Profis beorderten Ole Käuper, kann aber auch in der Innenverteidigung aushelfen und hat schon jetzt die körperlichen Voraussetzungen, um es auch eine Stufe höher bei den Profis zu schaffen.

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