Werder-Trainer: Noch mehr in unserer Blase

Quarantäne-Lager für Kohfeldt sportlich ohne Mehrwert

Kommt das am Mittwoch beginnende Quarantäne-Trainingslager den Bremern ganz gelegen, um noch einmal alle Kräfte zu bündel? Kohfeldts Antwort darauf hätte kaum deutlicher ausfallen können.
10.05.2021, 18:47
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Von Daniel Cottäus
Quarantäne-Lager für Kohfeldt sportlich ohne Mehrwert

Werder-Trainer Kohfeldt sieht im angeordneten Quarantäne-Trainingslager sportlich keine Vorteile.

nordphoto GmbH / Kokenge

Im Februar des vergangenen Jahres, damals noch zu einem verhältnismäßig frühen Zeitpunkt der Rückrunde, hat es Werder Bremen freiwillig getan. Vor dem Auswärtsspiel bei RB Leipzig zogen sich Trainer Florian Kohfeldt und seine Mannschaft in ein Kurz-Trainingslager in der sächsischen Metropole zurück. Alle Ablenkungen ausblenden, den Kopf freibekommen. Das waren damals die Ziele des Tapetenwechsels, der unmittelbar zwar keinen Erfolg brachte – das Spiel gegen RB ging 0:3 verloren –, nun aber trotzdem die Frage aufwirft, ob das am Mittwoch beginnende Quarantäne-Trainingslager, angeordnet von der Deutschen Fußball Liga (DFL), den Bremern nicht sogar ganz gelegen kommt, um vor den letzten beiden Saisonspielen noch einmal alle Kräfte zu bündeln. Kohfeldts Antwort darauf hätte kaum deutlicher ausfallen können.

„Ich verstehe absolut, dass wir das machen müssen, um die Saison zu Ende zu bringen, und ich werde darüber auch nullkommanull klagen, aber aus sportlicher Sicht kann man dem nichts Positives abgewinnen“, sagte der 38-Jährige, ehe er darauf hinwies, dass das anstehende Trainingslager in keinster Weise mit einem regulären zu vergleichen sei. „Wir sitzen genau einmal am Tag zusammen, an Zweier-Tischen beim Essen. Ansonsten gehen alle wieder auf ihr Zimmer, da passiert gar nichts. Es ist nicht so, dass wir abends Karten spielen. Das ist ja auch eine Quarantäne.“ Vielmehr brächte die das Problem mit sich, „dass wir noch mehr als ohnehin schon in unserer Blase sind“.

Betreten wird Werder sie am Mittwoch, wenn sich die Mannschaft bis zur Abreise zum Augsburg-Spiel am Freitag ins Bremer Parkhotel zurückzieht. Nach der Rückkehr aus Bayern geht es bis zum letzten Spieltag für Trainer, Mannschaft und Betreuer in die Sportschule des Niedersächsischen Fußballverbands in Barsinghausen. Kohfeldt hält fest: „Wenn der Fußball diese Saison gut zu Ende bringt, dann haben alle Beteiligten auch eine Menge Opfer gebracht, um das Privileg genießen zu dürfen, spielen zu können.“

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