Vestergaard für andere Optionen offen

Quo vadis, Jannik?

„Ich will ehrlich sein, ich kann nichts versprechen“, sagte Jannik Vestergaard, als er am Pfingstmontag mit den Reportern sprach. Es war sein vorerst letztes Gespräch mit den Bremer Reportern.
17.05.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Quo vadis, Jannik?
Von Olaf Dorow

„Ich will ehrlich sein, ich kann nichts versprechen“, sagte Jannik Vestergaard, als er am Pfingstmontag mit den Reportern sprach. Es war sein vorerst letztes Gespräch mit den Bremer Reportern.

Jannik Vestergaard wollte ehrlich sein. Das schätzen viele an ihm, dass er zumeist als ein ehrlicher, fairer Sportsmann auftritt, als einer der nachdenkt, bevor er spricht. Als einer, der nicht falsch spielt, oder nicht so wie ein Scheiß-egal-Söldner im Fußball-Business herumläuft: Hauptsache, die Kohle stimmt. So furchteinflößend wie es wirkt, wenn Werders Innenverteidiger als Zwei-Meter-Hüne auf einen zukommt, so anständig wirkt es, wenn er sich dann äußert.

Vestergaards Zukunft ein offenes Geheimnis?

„Ich will ehrlich sein, ich kann nichts versprechen“, sagte Jannik Vestergaard, als er am Pfingstmontag mit den Reportern sprach. Es war sein vorerst letztes Gespräch mit den Bremer Reportern. Womöglich war es überhaupt sein letztes und nicht nur sein vorerst letztes Reportergespräch in Bremen. Dass Jannik Vestergaard zum Trainingsauftakt am 8. Juli wieder ein Werder-Dress überstreifen wird, gilt als unwahrscheinlich.

Das gilt seit Pfingstmontag erst recht als unwahrscheinlich, nachdem sich der Verteidiger zum ersten Mal zu seiner sportlichen Zukunft geäußert hat. Vermutlich liegt sie in Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach hat am Montag den Wechsel des Defensiv-Spielers Havard Nordtveit zum Premiere-League-Klub West Ham United bekanntgegeben und gilt ohnehin seit Wochen als zukünftiger Vestergaard-Verein.

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Gefühlt wurde das kurze Montags-Statement von Vestergaard am Weserstadion zu einer Art Abschiedsrede. Er habe sich immer sehr wohl gefühlt in Bremen, sagte der lange Däne, er fühle sich „auch jetzt wohl“. Er sei Werder sehr dankbar, habe bei Werder den nächsten Schritt machen können. Bisweilen vergisst man, dass er erst 23 ist und noch viele Schritte machen kann. „Und wenn der nächste Schritt gemacht werden muss, dann wird es passieren“, sagte er.

Womöglich mit Gladbach längst eine Einigung erzielt

Aber, dieses Aber kam immerhin auch vor in seinen Worten: „Man muss jetzt nicht mit aller Gewalt irgendetwas durchdrücken“. Damit schränkte er den Abschied aus Bremen sozusagen wieder etwas ein. Womöglich haben er und sein Berater mit Borussia Mönchengladbach längst eine Einigung erzielt, womöglich hätte Jannik Vestergaard aber kein Problem damit, wenn die Klubs sich nicht einigen können und er doch in Bremen bleibt. Sein Vertrag mit Werder läuft noch bis zum Sommer 2018.

Im Winter 2015 war Vestergaard nach Bremen gekommen. In Hoffenheim sah ihn der damalige Trainer Markus Gisdol eher als Mittelfeldspieler und setzte ihn kaum noch ein. In Bremen sollte Vestergaard eine Soforthilfe für die wacklige Innenverteidigung sein, und er wurde sofort eine Hilfe. Werder gewann mit ihm gleich mal vier Spiele am Stück. Sollte er Werder nun tatsächlich verlassen, müsste erneut eine Soforthilfe her. Mit Bordmitteln ließe sich sein Abgang kaum auffangen, auch nicht vor dem Hintergrund, dass der ausgeliehene Luca Caldirola in Darmstadt eine gute Saison gespielt hat und wahrscheinlich nach Bremen zurückkehrt. Die Zukunft des Chelsea-Leihspielers Papy Djilobodji ist ebenfalls ungeklärt.

Ein Werder mit Vestergaard wäre jedenfalls ein stärkeres als ein Werder ohne Vestergaard und erst recht ohne gleichwertigen Ersatz. Kapitän Clemens Fritz sagte: „Jeder weiß, wie wichtig er für uns ist.“ Er hofft, dass der Däne bleibt. Fritz ist nicht der einzige, der noch hofft.

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