Zurückgeblättert: 12. November 1993

„Reck: Auf Gundelach ist Verlass“

Seit 1963 spielt Werder in der Bundesliga, mehr als fünf Jahrzehnte, in denen sich im Fußball, bei Werder und in der Berichterstattung viel verändert hat. Mein Werder zeigt die Originaltexte und Zeitungsseiten.
12.11.2018, 15:01
Lesedauer: 2 Min
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Von (mw)

Der WESER-KURIER schrieb am 12. November 1993:

Bremen (fric). Auch wenn sie es gewiss nicht wollten, haben die Bayern den Bremern mal wieder Gutes getan. „Das Interesse bei uns hat seit dem Dynamo-Sieg über die Münchner spürbar angezogen. Jetzt rechne ich mit 20.000 Zuschauern", berichtete gestern Werder-Manager Willi Lemke, der erstmals seit der Geburt seines Sohnes heute Abend nicht live beim Spiel sein wird. Wenn Werder um 20 Uhr gegen die Dresdner anstößt, landet Lemkes Maschine fast zeitgleich in New York, am Sonntag versucht der Manager als Marathonläufer am Hudson seinen Mann zu stehen.

Die wichtigste Nachricht für Werder-Anhänger gestern nach dem Abschlusstraining: Oliver Reck wird weiterhin fehlen. „Vielleicht sogar noch zwei Wochen„, befürchtet Mannschaftsarzt Dr. Karl Meschede, dessen Schützling wegen der Oberschenkelzerrung immer noch nicht wieder mit der Mannschaft trainieren kann. „Aber Hansi Gundelach hat in Köln bewiesen, dass auf ihn Verlass ist“, lobte Reck selbst seinen Stellvertreter, der sich nach drei Einsätzen hintereinander auch nicht mehr über fehlende Spielpraxis beklagen kann.

Voll planen kann Otto Rehhagel wieder mit Frank Neubarth, auch bei Basler und Legat bestehen keine gesundheitlichen Bedenken mehr. Da schließlich Bratseth und Herzog die Länderspieleinsätze für Norwegen bzw. Österreich unbeschadet überstanden, hätte Werders Trainer keine Personalprobleme, wären da nicht die fünf gelben Karten für Bernd Hobsch. So muss der Bremer Sturmführer diesmal pausieren, Rehhagel sich in puncto Offensive etwas einfallen lassen. Eine von mehreren denkbaren Lösungen: Neubarth spielt neben Herzog in der Spitze.

Erstmals seit geraumer Zeit gab es für den deutschen Meister keine „englische Woche„, die Ausländer Bratseth und Herzog ausgenommen. „Bratseth hat darauf bestanden, zum Länderspiel reisen zu dürfen. Und bei Herzog war es das Dankeschön dafür, “dass ihn die Österreicher für das Spiel gegen den HSV freigegeben hatten„, erläuterte Willi Lemke die Abstellung für relativ unbedeutende Länderspiele und gab zu: „Natürlich hätten wir sie beide gerne in Bremen behalten, denn uns steht noch einiges an Strapazen bevor.“

Vorerst einmal gilt es, in der Bundesliga nicht noch mehr den Anschluss nach oben zu verlieren. Immerhin hat der Meister nach beeindruckendem Start inzwischen eine Atempause eingelegt, bei 2:6 Punkten viermal hintereinander nicht mehr gewonnen. Nach der Niederlage in Köln steht Werder erstmals schlechter dar als zum gleichen Zeitpunkt in der vergangenen Saison: 19:11 Punkte von heute gegenüber 21:9 von vor einem Jahr.

Die voraussichtlichen Aufstellungen

Werder: Gundelach - Bratseth - Beiersdorfer, Borowka - Wolter, Votava, Basler (Rufer), Eilts, Bode - Rufer (Neubarth), Herzog

Dynamo Dresden: Tschertschessow - Pilz - Kern, Schößler - Kmetsch, Stevic, Rath, Nowak, Kranz - Marschall,
Penska

Schiedsrichter: Krug (Gelsenkirchen)

Das hochauflösende PDF der Original-Zeitungsseite gibt es hier (bei iOS den Link länger gedrückt halten).

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