Werder Bremen - 1. FC Kaiserslautern Saisonauftakt mit vielen Fragezeichen

Bremen. Mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern startet Werder Bremen heute (15.30 Uhr bei uns im Liveticker) in eine Saison, die viele Fragen aufwirft. Und nach dem peinlichen Pokal-Aus steht das Team schon jetzt unter Druck.
06.08.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Saisonauftakt mit vielen Fragezeichen
Von Marc Hagedorn

Bremen. Der Besuch beim Abschlusstraining war rekordverdächtig. Eng an eng standen die Zuschauer auf den vier Stufen entlang des Trainingsplatzes. Wer zu spät kam, musste sich durch die Reihen schlängeln, die besten Plätze waren längst vergeben. Werders Fans sind neugierig auf ihr neues Team, das lässt sich sagen. Ob sie sich an der umgebauten Mannschaft auch erfreuen können, darauf könnte heute das erste Bundesligaspiel der Saison 2011/2012 gegen den 1. FC Kaiserslautern (15.30 Uhr bei uns im Liveticker) einen ersten Hinweis geben.

So richtig schlau ist niemand aus der Vorbereitung geworden. Werder gewann zweimal gegen Drittligisten nicht; im Test gegen Chemnitz und im Pokal in Heidenheim. Werder schlug dafür den Bundesligarivalen SC Freiburg und vor drei Tagen den FC Everton aus der Premier League. Vergangene Woche wirkte Thomas Schaaf, ein wenig untypisch für ihn, äußerst zufrieden mit den Eindrücken, die er in der Vorbereitung gewonnen hatte. Dann kam Heidenheim.

Einige enttäuschte Fans meuterten. "Wenn man im Pokal bei einem Drittligisten ausscheidet, ist das nicht gerade ein Grund für Euphorie", sagt Schaaf. Einerseits. Andererseits war da am Freitag das dichte Gedränge der Zuschauer am Trainingsplatz. "Das zeigt doch, dass wir die Fans erreichen, dass sie gerne zu Werder Bremen kommen." Auch das sagte Schaaf.

Einerseits, andererseits - das denken die Fans. Sie schwanken zwischen vorsichtigem Optimismus, dem Glauben an die Mannschaft und einer gesunden Portion Misstrauen nach der enttäuschenden Vorsaison und dem enttäuschenden Pflichtspielauftakt in Heidenheim. Das "Bundesliga Barometer", das von dem Unternehmen SLC Management erstellt wird, bildet diese Zerrissenheit ganz schön ab. Demnach wünschen sich die Werder-Fans Platz 3 in der Endabrechnung, sie rechnen aber nur mit Platz 6. Die Anhänger der Bundesliga-Konkurrenz schließlich setzen Werder auf den achten Platz.

Ja, was denn nun?

Die Spieler sind nach dem Heidenheim-Schreck vorsichtig geworden. Clemens Fritz etwa, der nach Achillessehnenproblemen gestern das komplette Training absolvierte, sagt: "Keiner weiß so richtig, wo er steht." Das gilt auch für den Gegner. Kaiserslautern hat gute Spieler abgegeben, Srdjan Lakic zum Beispiel und Jan Moravek sowie Erwin Hoffer, die zusammen für 26 Bundesligatore gut waren. Allerdings war es der 1. FC Kaiserslautern, der vergangene Saison sechs Punkte im Duell mit Werder holte (2:1 und 3:2) und seine Pokalaufgabe im Unterschied zu Werder ohne Probleme löste (3:0 beim BFC Dynamo).

Die Bremer Profis setzen der Lauterer Zuversicht den jüngsten 1:0-Erfolg über den FC Everton entgegen. "Da haben wir uns Selbstvertrauen geholt", sagt Linksverteidiger Lukas Schmitz, der in Bremen bisher einen ähnlichen Eindruck abgibt wie die gesamte Mannschaft - mal ganz ordentlich, mal ziemlich verbesserungsbedürftig. Wie gegen Everton. Werder hatte das Spiel ganz gut im Griff, ließ kaum Chancen der Engländer zu. Einerseits. Werders Spiel nach vorne war andererseits auch nicht gerade prickelnd und einfallsreich.

Vielleicht macht ja eine Untersuchung der Mediadesign-Hochschule in Düsseldorf Mut. Dort untersuchte eine Jury die Trikots der 18 Bundesligisten. "Schnitt, Silhouette alles bestens", lautete das Urteil über Werders Hemd. Vor allem die spitz zulaufende Linienführung begeisterte die Modemacher, sie harmoniere perfekt mit dem Sponsoren-Logo. Der neue Werder Dress bilde eine Einheit, der Jury war das Design Platz drei wert. Wenn Werder dort auch am Ende in der Bundesliga-Tabelle stehen wird, dann dürfte man über die Saison 2011/2012 sagen: Es war ein gutes Jahr.

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