Florian Kohfeldt über...

...Saisonziel, Stadionname und Sonderurlaub für Pizarro

Werder ist am Freitag in die Saisonvorbereitung gestartet. Zum Auftakt bezog Cheftrainer Florian Kohfeldt gleich zu mehreren Themenkomplexen Stellung.
29.06.2019, 13:23
Lesedauer: 3 Min
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Von Jean-Julien Beer und Christoph Sonnenberg
...Saisonziel, Stadionname und Sonderurlaub für Pizarro
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Es war in den letzten Tagen seltsam ruhig bei Werder. Obwohl kurz vorm Trainingsstart durchaus einige spannende Themen zu besprechen gewesen wären, reduzierte sich die Kommunikation der Vereins-Oberen auf ein kaum noch wahrnehmbares Minimum. Am Freitag änderte sich das schlagartig. Florian Kohfeldt nahm nach dem Sommerurlaub die Arbeit auf am Osterdeich, bestens gelaunt und wie immer hoch motiviert. Der 36-Jährige ist nicht nur der Cheftrainer, sondern längst auch ein hochprofessioneller Kommunikator für Werder und damit das sympathische Gesicht des Vereins. Kohfeldt hatte auf viele Fragen auch viel zu sagen. Kohfeldt sprach zum Trainingsstart über...

...ein neues Saisonziel:

„Mit einem konkreten Ziel werden wir warten, bis die Vorbereitung beendet ist. Vor dem ersten Ligaspiel werden wir das benennen. Es gibt auch andere, weichere Ziele. Wir haben Begeisterung geweckt durch die Art, wie wir Fußball gespielt haben. Das weiter zu entwickeln, ist ein Ziel. Spieler zu entwickeln auch. Das gilt für junge, aber auch für ältere Spieler, die noch besser werden können.“

...die nächsten Trainingswochen:

„Wir werden eine andere Vorbereitung haben als im vergangenen Jahr, wo wir extrem an den Grundlagen gearbeitet haben, auch im taktischen Bereich. Wir haben bis auf Max Kruse keinen Stammspieler verloren, das haben wir auch nicht vor und das wird auch nicht passieren. Es wird verschiedene Blöcke mit spezifischen Dingen geben, an denen wir arbeiten wollen. Es ist die erste Vorbereitung, die ich mit dieser Mannschaft haben darf, die ein wenig anders aussieht. Es war uns nämlich wichtig bei der Kaderplanung, dass wir nicht wieder sechs bis acht neue Spieler haben wollen. Ich habe jetzt hier eine ganz große Gruppe von Spielern, die so zusammengeblieben ist und die über sehr viele Dinge schon Bescheid weiß. Darauf können wir jetzt gezielt aufbauen.“

...ein paar Tage Sonderurlaub für Claudio Pizarro:

„Ich habe mit Claudio darüber geredet, wie wir die Sommervorbereitung gestalten. Wir haben es beide für sinnvoll erachtet, dass er diese paar Tage Erholung noch bekommt. Deshalb habe ich es in diesem Fall so entschieden, auch wenn natürlich alle Spieler gerne etwas länger frei gehabt hätten. Man darf nicht vergessen, dass er im letzten Jahr fast komplett durchgespielt hat, er hatte nur eine Verletzung. Dementsprechend ist das jetzt eine Erholungssache – wobei er jetzt schon individuell arbeitet und keine Anlaufzeit braucht, wenn er am 4. Juli im Zillertal zur Mannschaft stößt.“

...das Pokalspiel gegen Delmenhorst:

„Es ist die Stadt, in der ich aufgewachsen bin. Ich kenne natürlich viele der Verantwortlichen dort. Das Los hat mich sehr gefreut, wobei ich betonen muss: Atlas ist nicht mein Heimatverein. Das ist Jahn Delmenhorst. Das ist auch der schönste Verein in Delmenhorst. Nicht nur für mich, für alle Delmenhorster und die ganze Region ist das einfach zum Auftakt ein riesengroßes Fußballfest. Natürlich sind wir der Favorit, aber ich warne auch: Geschenke jeglicher Art werden wir nicht verteilen, sondern wir werden uns extrem fokussiert vorbereiten. Denn der DFB-Pokal wird auch im nächsten Jahr für uns ein sehr wichtiger Wettbewerb. Ich hoffe, dass ich danach noch nach Delmenhorst darf.“

...die U 21-EM und die Belastung der Brüder Eggestein:

„Es ist sehr erfreulich, dass Maximilian und Johannes eine so erfolgreiche U 21-EM spielen und im Finale stehen. Maxi spielt dort eine andere Position als bei uns, etwas tiefer auf der Sechs. Er füllt diese verantwortungsvolle Rolle sehr gut aus, auch wenn er so weniger Akzente nach vorne setzen kann. Die vielen Saisonspiele und das EM-Turnier werden bei Maxi keine Spuren hinterlassen. Ich sehe diese EM extrem positiv für ihn. Es ist ein Turnier, wo er sehr viel Verantwortung übernehmen muss, gerade in dieser Position auf dem Platz. Das bringt ihn in seiner Entwicklung weiter und ist wichtiger, als bei uns früher einzusteigen. Maxi hat durch seine drei Wochen Urlaub keinen Nachteil, er weiß, was ich von ihm verlange.“

...Co-Trainer Tim Borowski und dessen Ausbildung zum Fußballlehrer:

„Tim hatte seinen dreitägigen Jahresurlaub und keine Sommerpause. Er war bei der U 21-EM, der Fußball­lehrer-Lehrgang hat längst begonnen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es eine sehr hohe Belastung bedeutet. Wir werden es in der Saison nicht so dramatisch merken. Es gibt zwar Wochen, in denen er nicht da ist. Er wird aber bei jedem Spiel sein, ist spätestens donnerstags wieder vor Ort. Es wird ein anstrengendes Jahr für ihn. Aber wie ich ihn kenne, wird er das sehr gut weg stecken.“

...den neuen Stadionnamen:

„Die Entscheidung liegt nicht in meinem Bereich. Dass der Name Weserstadion erhalten bleibt, ist für alle Fans sehr wichtig. Eine sehr gelungene, smarte Lösung, von der alle Seiten profitieren. Man muss zur Kenntnis nehmen, dass es finanzielle Aspekte gibt, die wir bedienen müssen. Deshalb habe ich mich als Trainer gefreut. Ich fahre einfach weiter ins Stadion.“

...seinen neuen Co-Trainer Ilia Gruev:

„Ich kann für alle im Trainer-Team sprechen, dass er einen sehr guten Eindruck gemacht hat. Wenn wir über Fußball reden, merkt man, dass da keine große Anpassung nötig ist.“

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