2:1 im Testspiel gegen Bielefeld

Sargent und Eggestein treffen spät

Ohne zahlreiche Stammspieler hat Werder am Dienstagabend das Testspiel in Lohne gegen Zweitligist Arminia Bielefeld 2:1 (0:1) gewonnen. Die späten Bremer Tore erzielten Josh Sargent und Johannes Eggestein.
23.10.2018, 22:35
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Sargent und Eggestein treffen spät
Von Felix Frank
Sargent und Eggestein treffen spät
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Es war ein ungewöhnlicher Zeitpunkt für den ersten Wechsel: Bereits in der 30. Minute des Testspiels gegen Arminia Bielefeld nahm Werder-Coach Florian Kohfeldt seinen Stürmer Martin Harnik vom Feld. Der 31-jährige Österreicher, der erst in der vergangenen Woche nach seiner Muskelverletzung ins Mannschaftstraining zurückgekehrt war, ging ein wenig unrund. Musste Harnik sein Comeback-Versuch also aufgrund einer erneuten Verletzung vorzeitig abbrechen? Oder handelte es sich lediglich um eine Vorsichtsmaßnahme? Noch während der Partie, die Werder in Lohne 2:1 (0:1) gewann, gab es Entwarnung. „Der Wechsel nach 30 Minuten war vorher bereits abgesprochen. Es ist alles in Ordnung, ich fühle mich gut“, sagte Harnik.

Und Kohfeldt erklärte hinterher: „Das war der letzte Teil des Reha-Ablaufs, bevor er komplett ins Teamtraining einsteigt." Möglich ist, dass Harnik beim kommenden Bundesliga-Heimspiel gegen Bayer Leverkusen (Sonntag, 18 Uhr) wieder im Werder-Kader steht. „Wenn jetzt nichts dazwischen kommt, ist er ein Kandidat für den Kader“, sagte der Coach.

Kohfeldt nutzte das Testspiel, um den Spielern, die zuletzt wenig oder gar nicht zum Einsatz gekommen waren, Spielpraxis zu geben. So reisten etwa die Stammkräfte Yuya Osako (muskuläre Probleme), Milos Veljkovic, Ludwig Augustinsson, Theodor Gebre Selassie, Maximilian Eggestein, Max Kruse, Niklas Moisander, Florian Kainz, Nuri Sahin und Davy Klaassen gar nicht erst mit. Zudem fehlte Philipp Bargfrede (Muskelfaserriss). Dafür durften etwa Felix Beijmo, Marco Friedl, Milot Rashica, Kevin Möhwald, Johannes Eggestein und Josh Sargent ihr Können zeigen.

Jacobsen patzt

Den besseren Start erwischten die Bielefelder. Anderson Lucoqui, der den ansonsten bei Arminia gesetzten Ex-Werderaner Florian Hartherz auf der linken Abwehrseite vertrat, gab den ersten Torschuss ab (13. Minute). Während Werder-Keeper Luca Plogmann in dieser Szene nicht eingreifen musste, änderte sich das nur eine Minute später. Einen Distanzschuss von Patrick Weihrauch lenkte Plogmann stark über die Latte. Kurz darauf war er allerdings chancenlos. Linksverteidiger Thore Jacobsen trennte sich zu spät vom Ball, der Querschläger landete genau vor den Füßen von Prince Osei Owusu. Der 21-jährige Bielefelder tauchte frei vor Plogmann auf und vollendete eiskalt zum 1:0 (16.).

Direkt danach waren die Bremer im Glück, dass die Arminia nicht nachlegte. Nach einem verunglückten Plogmann-Abschlag verpasste der ehemalige Hamburger Sven Schipplock das 2:0 (17.). Die erste gefährliche Werder-Chance hatte Harnik: Der Angreifer brachte den Ball zwar mit einem feinen Heber im Bielefelder Tor unter, doch der Treffer zählte nicht (22.). Der Schiedsrichter ahndete ein Foulspiel von Harnik, der zuvor bei der Balleroberung Arminias Verteidiger Julian Börner zu Fall gebracht hatte. Es sollte die letzte Aktion des früh ausgewechselten Harnik sein. Für ihn kam Fridolin Wagner ins Spiel.

Werder dreht Partie in zwei Minuten

Vor der Pause verfehlten Torschütze Owusu (23.) und Werders Unglücksrabe Jacobsen (45.) mit ihren Schüssen das gegnerische Tor. Nach dem Seitenwechsel scheiterte Kevin Möhwald aus kurzer Distanz an Keeper Baboucarr Gaye (53.). In der Folge plätscherte die Partie im Heinz-Dettmer-Stadion vor sich hin. Gefährlich wurde es erst wieder in der 66. Minute, als Bielefelds Sören Brandy seinen Flachschuss links neben das Werder-Tor setzte.

In der Schlussviertelstunde erhöhten die Bremer noch einmal das Tempo: Rashicas Freistoß ging knapp drüber (78.), Johannes Eggestein scheiterte am Keeper (83.). Und dann drehte Werder binnen zwei Minuten die Partie: Nach einer Freistoß-Variante zielte Eggestein aus der Distanz ganz genau, sein Schuss schlug unten rechts ein (85.). Danach besorgte Sargent den 2:1-Siegtreffer nach Vorarbeit von U19-Spieler David Philipp (87.). „Ich war schon froh, dass wir das Spiel am Ende noch gewonnen haben. Es geht auch um Mentalität, nur so kommen wir weiter“, sagte Kohfeldt.

Statistik:

Werder: Plogmann – Beijmo, Langkamp, Friedl, Jacobsen (74. Rieckmann) – Mbom (74. Gruev), Möhwald (74. Philipp), Sargent – J. Eggestein, Harnik (30. Wagner), Rashica

Tore: 0:1 Owusu (16.), 1:1 J. Eggestein (85.), 2:1 Sargent (87.)

Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)

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