Werders Unentschieden gegen Union Berlin Schaaf: "Wir hätten mehr umsetzen müssen"

Berlin. Werder-Trainer Thomas Schaaf hat sich nach dem Unentschieden beim Testspiel gegen Union Berlin unzufrieden gezeigt. Die heißen Temperaturen seien keine Entschuldigung für das 2:2: "Wir hätten trotzdem mehr umsetzen müssen".
04.09.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Schaaf:
Von Oliver Matiszick

Berlin. Der Sprecher im Stadion "An der alten Försterei" sagte gleich einmal, was an diesem sonnigen Nachmittag in Berlin-Köpenick Sache sein würde. "Wir probieren ein bisschen was aus, vor allem in der Abwehr", tat der Mann am Mikrofon den 5659 Zuschauern kund. Er tat es mit Blick auf Union Berlin, die Heimelf, doch es ließ sich deckungsgleich auf die Gäste aus Bremen anwenden.

Dieser kurzfristig angesetzte Test sollte den Bremern erneut ein Plus an Praxis bringen - und das braucht vor allem die Defensive, in der diese Woche die Zeit nach Per Mertesacker angebrochen ist. Die Probe aufs Exempel verlief hüben wie drüben ohne durchschlagenden Erfolg. Union kassierte zwei Tore, Werder kassierte zwei Tore, man trennte sich unentschieden.

Dieses 2:2 bei einem Zweitligisten war - kaum verwunderlich - nicht das Ergebnis, das Thomas Schaaf einen trainingsfreien Sonntag in aller Zufriedenheit bescheren konnte. "Das war heute nicht so gut, wie ich mir das vorgestellt hatte", sagte der Werder-Trainer. Die Bedingungen, ja, sie waren extrem, es herrschten Temperaturen um die 30 Grad, "doch wir hätten trotzdem mehr umsetzen müssen". Und das, was Schaaf mit am wenigsten Vergnügen bereitet hatte, war: eben die Abwehr. "Da haben wir nicht gut gearbeitet." Weshalb eine 2:0-Führung, die Marko Marin nach gut einer halben Stunde durch zwei schöne Treffer - Vorarbeit leistete jeweils Markus Rosenberg - herausgeschossen hatte, am Ende doch nicht zum Erfolg gereicht hatte.

Naldo, der Rückkehrer in die Abwehrzentrale, war dabei von Mitschuld nicht freizusprechen. Den Union-Ausgleich köpfte in der Schlussphase der bullige Silvio - und damit der Mann, dem er zugeordnet war. "Ich habe schon gehofft, das Naldo souveräner agieren würde", bilanzierte Schaaf. Denn bereits in der Szene unmittelbar zuvor war Silvio erst Aaron Hunt davongerannt, ließ dann im Strafraum auch noch Naldo stehen. Die Spritzigkeit, die Sicherheit im Stellungsspiel und im Zweikampf - das ist noch nicht wieder auf dem hohen Niveau, das der Brasilianer einst garantierte.

Dass der Ausgleich schließlich fallen würde, daran hatte kaum einer Zuschauer im Verlauf der zweiten Hälfte noch Zweifel gehegt. Denn nachdem die Berliner noch vor der Pause per Foulelfmeter (Tom Trybull hatte den nicht nur in dieser Szene starken Christopher Quiring im Strafraum bedrängt) zum Anschluss gekommen waren, bestimmten sie nach der Pause über weite Strecken die Partie.

Werder beschäftigte sich in dieser Phase vor allem damit, jede erdenkliche Konstellation in einer Innenverteidigung mit Naldo auszuloten. Begonnen hatte er neben Sebastian Prödl, mit Wiederanpfiff hieß sein Partner Andreas Wolf, bei Abpfiff war es dann über 20 Minuten lang auch noch Clemens Schoppenhauer gewesen.

Als der nach 67 Minuten kam, durfte Florian Hartherz sein Debüt in Werders Profimannschaft beenden. Der erst am Mittwoch verpflichtete Linksverteidiger hatte anständige Arbeit geleistet, bevor ihm die Kräfte ausgingen - noch am Donnerstag hatte er für die deutsche U19 durchgespielt. "Für einen Aufgalopp hat er das sehr gut gemacht", lobte Schaaf seinen Neuzugang. Diese positive Erkenntnis hatte die Reise Berlin dann doch gebracht.

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