Ex-Werder-Profi Langkamp in Australien Auf dem Platz noch ein Verlierer, im Leben ein Gewinner

Seit Anfang des Jahres ist Perth die neue Heimat von Ex-Werderaner Sebastian Langkamp. Sportlich läuft es zwar noch nicht rund, abseits des Platzes aber ist er glücklich über seine Entscheidung.
03.04.2021, 17:58
Lesedauer: 2 Min
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Von Carsten Sander

Lange hat Sebastian Langkamp auf sein Debüt für Perth Glory warten müssen – und als es dann endlich soweit war, ging seine Premiere in der australischen A-League gründlich in die Hose. Gegen den Macarthur FC verlor der ehemalige Verteidiger des SV Werder mit seinem neuen Team mit 0:2 und wurde dabei in einer Art und Weise zum Hauptdarsteller, die er sich gewiss nicht gewünscht hatte.

Langkamp verursachte kurz vor der Halbzeit im Zweikampf mit Gegenspieler Markel Susaeta einen Elfmeter, der zwar umstritten war, letztlich aber das Spiel früh entschied. 0:2 zur Pause – daran änderte sich bis zum Ende nichts mehr. Nach 74 Minuten wurde Langkamp ausgewechselt und musste feststellen: So unschön für ihn das sportliche Abenteuer in Australien begonnen hat, so unschön setzt es sich jetzt auch fort.
Im Januar hatte der 33-Jährige, dessen Vertrag bei Werder Bremen nach der vergangenen Saison nicht verlängert worden war, in Perth für zwei Jahre unterschrieben. Nach der Ankunft auf dem fünften Kontinent musste er zunächst für zwei Wochen in eine Hotel-Quarantäne, dann durfte er zwar trainieren, brach sich im März jedoch das Handgelenk. Das sei alles „ein bisschen unglücklich gelaufen“, sagte er wenige Tage vor seinem Debüt im Interview mit dem „rbb“.

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Abseits des Platzes haben sich seine Erwartungen dagegen bislang erfüllt. Mit Frau und Kindern ist er übergesiedelt an die australische Westküste, wo er einen guten Mix aus sportlicher Herausforderung und guter Lebensqualität zu finden glaubte. Angebote aus Deutschland schlug er deshalb aus. „Einerseits war die Erfahrung der ausschlaggebende Punkt. Andererseits darf man auch nicht vergessen, wie es coronabedingt gerade in Deutschland aussieht. Das war ein ganz großes Argument, dass wir hier nach Australien gegangen sind, wo wir ein normales Leben führen können. Und ich war einfach nochmal gewillt, Fußball zu spielen. Ich wollte meine Karriere nicht so beenden“, sagte er dem „rbb“.

Nach 188 Bundesliga-Partien für den FC Augsburg, Hertha BSC und Werder Bremen hatte Langkamp im Sommer plötzlich ohne Verein dagestanden. „Ich habe dann lange Zeit auf das richtige Angebot gewartet“, erklärte er. Mit Perth gab es den ersten Kontakt schon im Oktober 2020, „aber wegen der Pandemie hat sich alles ein bisschen hingezogen. Aber jetzt sind wir umso glücklicher, als Familie hier zu sein.“

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Australien hat es geschafft, durch strenge Einreisebeschränklungen und rigorose Lockdownmaßnahmen bei steigenden Infektionszahlen die Ansteckungsrate im Land insgesamt niedrig zu halten. Den Erfolg für die Gesellschaft und seine Familie beschrieb Langkamp so: „Ehrlich gesagt mussten wir uns wieder ein bisschen daran gewöhnen, ohne Maske rumzulaufen oder Handshakes zu machen, die man ja von Fußballern kennt. Nicht mehr einen großen Bogen um die Leute zu machen, wenn sie einem auf dem Bürgersteig entgegenkommen: All diese Kleinigkeiten genießen wir total.“

Wenn es nun auch auf dem Platz noch laufen würde, wäre wohl alles perfekt. Das 0:2 beim Langkamp-Debüt war aber Teil einer kleinen Krise bei Perth Glory. Nur ein Sieg gelang in den vergangenen sieben Spielen. Der Rückstand auf Rang sechs, der zur Teilnahme an der Meisterrunde berechtigt, beträgt aktuell zwei Punkte.

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