Werder Bremen Sehnsucht nach einem Heimsieg

Bremen. Gegen die Großen der Liga hat Werder in dieser Saison bei bislang sechs Versuchen noch nicht einen Punkt geholt. Am Sonnabend gegen Schalke soll es klappen – auch weil seit zwei Monaten ein Drei-Punkte-Erfolg fehlt.
05.04.2013, 05:00
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Sehnsucht nach einem Heimsieg
Von Olaf Dorow

Bremen. Özkan Yildirim bediente maßgerecht Nils Petersen. Petersen schoss umgehend ein Tor. Kurz danach wurde das Spiel abgepfiffen, das Werder mit 2:0 gegen Hannover 96 gewonnen hatte. Mittlerweile ist es mehr als zwei Monate her, und es war nicht nur Petersens vorletztes Spiel, in dem er traf. Es war auch Werders letzter Sieg im Weserstadion. Heute sagt der Torjäger, der seit Mitte Februar kein Tor mehr erzielte: "Wir sind keine Heim-Macht mehr."

Die Sehnsucht nach einem Sieg sei inzwischen sehr groß. "Wir wollen einfach das Gefühl haben, dass wir es noch können", sagt Petersen vor dem Duell am Sonnabend mit dem FC Schalke (ab 15.30 Uhr im Liveticker und Liveblog).

Mit Mannschaften wie Schalke habe man sich zu Beginn der Saison noch auf Augenhöhe gewähnt, sagt er. Nach 27 Spieltagen kann Schalke trotz einer langen Schwächephase noch von der Champions League träumen. Nach dem 2:1-Hinrunden-Erfolg gegen Werder Bremen hatte es sechs Wochen lang keinen königsblauen Sieg mehr gegeben, was ausreichte, um das Trainerdenkmal Huub Stevens zu stürzen. Die Mannschaft vom nicht gestürzten Trainerdenkmal Thomas Schaaf hingegen ist dem Abstieg näher als der Champions League. "Deswegen", sagt Petersen, "ist es an der Zeit, auch mal mit einem Sieg gegen einen Großen ein Zeichen zu setzen."

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Gegen Bayern, Dortmund, Leverkusen und Schalke holte Werder in dieser Saison bislang null von 18 Punkten und fing sich 21 Gegentore ein. Petersen, neu bei Werder und trotz aller Bekundungen vorerst nur ausgeliehen, spricht die guten alten Werder-Zeiten an. Die Zeiten, als die Gegner mit einem unguten Gefühl Richtung Weser aufbrachen. Die Zeiten, als Werder schon in den ersten Minuten signalisierte: Hier sind wir der Hausherr, hier ist nichts zu holen für euch. "Dahin müssen wir wieder zurückkommen und müssen das auch von der Körpersprache her zeigen", sagt der Angreifer.

Er gehört nicht zu denen, die annehmen, dass Werder auch tabellarisch schon aus dem größten Schlamassel herausgeklettert ist nach zuletzt drei Unentschieden in Folge. "Wir sind da noch lange nicht ’raus", sagt Nils Petersen mit Blick auf die rote Zone namens Abstiegsplätze. Es sei wirklich Zeit für ein Zeichen. Ein Ende seiner Torflaute würde da übrigens sehr helfen.

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Thomas Schaaf hält sich eher zurück, was Kampfansagen anbelangt. Hält er sich eigentlich immer, dennoch fällt auf, wie vorsichtig der Liebhaber des Offensivfußballs formuliert, dass er das Spiel gegen den FC Schalke am Sonnabend gewinnen will.

Wer ihn fragt, ob der Blick in der Tabelle nun eher nach oben oder nach unten geht, bekommt zur Antwort, dass er "geradeaus" geht. Theoretisch kann Werder nicht nur noch auf einem Abstiegs- sondern auch auf einem Europacup-Platz landen. "Dinge zu interpretieren, ist nicht unsere Sache", sagt Schaaf. Man habe nun dreimal in Folge nicht gewonnen, aber auch nicht verloren und nun werde man halt schauen, was gegen Schalke herauskomme.

Damit war die neue grün-weiße Bescheidenheit, die am Bundesliga-Standort Bremen längst Einzug gehalten hat, wieder einmal amtlich ausgesprochen: mal gucken, ob es gegen diese starken Schalker vielleicht trotzdem klappt mit einem Erfolg. Verteidiger Sebastian Prödl, der wohl erneut nur ein Auswechselspieler sein darf, sagte am Donnerstag: "Wir wissen schon, dass wir gegen die vermeintlich Großen noch nicht viel geholt haben." Das Spiel gegen Schalke sei die schwerste Aufgabe der letzten Wochen.

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