Werders neuer Trainer

Skripnik: "Der letzte Biss fehlt"

Werders neuer Cheftrainer Viktor Skripnik ist zuversichtlich Werder wieder auf einen guten Weg zu bringen - vorausgesetzt seine Spieler besinnen sich einiger wichtiger Dinge.
26.10.2014, 15:13
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Von Toni Nürnberg
Skripnik: "Der letzte Biss fehlt"

Viktor Skripnik will, dass seine Spieler wieder mehr Selbstvertrauen an den Tag legen.

dpa

Werders neuer Cheftrainer Viktor Skripnik ist zuversichtlich Werder wieder auf einen guten Weg zu bringen - vorausgesetzt seine Spieler besinnen sich einiger wichtiger Dinge.

Das war es von der Pressekonferenz. Am Dienstag um 19.00 Uhr (hier im Live-Ticker) muss Viktor Skripnik erstmal Taten folgen lassen. Dann trifft Werder in der 2. Runde des DFB-Pokals auf den Chemnitzer FC.

"Mit der Prominenz von Frings hat Skripnik kein Problem. Die beiden sind Freunde und können sich aufeinander verlassen. Frings ist hochprofessionell und sehr wichtig für mich und die mannschaft", erklärt Skripnik.

Über die langfristige Perspektive will Skripnik keine Worte verlieren. Erst einmal müsse man sich aus der misslichen Lage befreien, dann könne man weiter sehen.

Zu den Vorgängen in Sachen Makiadi kann Eichin wenig erhellendes beitragen. Mit dem Spieler selber hat er noch nicht gesprochen.

Werder hat Chemnitz insgesamt drei Mal beobachtet und sich entsprechendes Videomaterial besorgt.

In Sachen Transfers kann Skripnik noch keine Aussagen treffen und verweist auf die Scouting-Abteilung.

Skripnik hat von Dutt keine detaillierte Schluss-Übergabe bekommen. Schließlich habe man sich sowieso jede Woche über die erste und zweite Mannschaft unterhalten.

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Skripnik zu Obraniak: "Er hat viel Erfahrung und könnte uns weiterhelfen. Aber er muss sich nicht verstecken." Außerdem soll sich Obraniak wohl geweigert haben, deutsch zu lernen. Dies könnten Gründe sein, warum Dutt nicht mehr auf den Franzosen setzte. Skripnik hofft, dass der Trainerwechsel Obraniak zu einem Umdenken bewegt. Gut trainiert habe er aber.

Skripnik zu Aycicek: "Ich kann nicht nach dem ersten Training sagen, er ist der Spieler auf den ich setze. In der U23 hat er natürlich tolle Spiele gemacht, aber das war in der vierten Liga. Wir trauen ihm viel zu, müssen aber sehen, ob es schon für die Profis reicht."

Eichin sieht das Spiel gegen Chemnitz in gewisser Weise als Neubeginn für die Saison. Das Spiel sei sportlich, aber auch finanziell, sehr wichtig.

Eichin behauptet Skripnik sei eine logische Wahl gewesen. Mit Verzahnung wollte man eben nicht nur Spieler, sondern auch Trainer entwickeln. Im Übrigen läuft der Vertrag von Skripnik bis 2017 und nicht bis 2015.

Jetzt ist Eichin an der Reihe. Auch er findet es sehr positiv, dass so viele Zuschauer zum ersten Training gekommen sind. "Unsere Fans haben damit ein sehr gutes Gespür bewiesen."

Zum ersten Training und seinem Umgang mit den Spielern: Heute sei er bewusst sehr ruhig gewesen, um sich einen Eindruck von der Mentalität der Spieler zu machen. Natürlich werde er zu anderen Mitteln greifen, wenn es mit einer ruhigen Art nicht fruchten sollte. Er macht allerdings den Eindruck, dass die Spieler nicht unbedingt einen Kuschelkurs erwarten dürfen. "Das Fußballerleben ist nicht nur Zuckerschlecken." Insgesamt wirkten die Spieler heute etwas gehemmt, ein "bisschen wie das Kaninchen vor der Schlange", findet Werders neuer Trainer.

Skripnik zur Rolle von Frings: Die Zusammenarbeit sei ein Glücksfall. Beide kennen sich seit 20 Jahren und habe so eine hervorragende Basis für die Zusammenarbeit.

In Sachen Startaufstellung will sich der Trainer nicht in die Karten blicken lassen. Entschieden wird erst am Montag.

Skripnik ist froh, dass es am Dienstag gleich weitergeht. "So haben die Spieler keine Zeit sich so viele Gedanken über die Situation und den Tabellenstand zu machen." "Chemnitz wird eine schwere Aufgabe", glaubt Skripnik. Natürlich sei ein Drittligist gefährlich, "aber wir sind der Bundesligist und damit Favorit." Trotzdem wolle man nicht hochnäsig, sondern mit breiter Brust auftreten.

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Skripnik zu seiner Spielphilosophie: "Wir wollen grundsätzlich offensiv agieren. Aber dies ist auch von Spielmaterial abhängig. Man kann viel philosophieren und auf der Taktiktafel rummalen, wichtiger ist dann was die Mannschaft auf dem Platz umsetzt und umsetzen kann. Mit sechs Ronaldos und fünf Messis sei natürlich alles einfacher. "Wir wollen aggressiv und bestimmend auftreten", fordert Skripnik.

Skripnik ist überzeugt davon, dass die Mannschaft das Potential hat und Fußball spielen kann. Es fehle nur der letzte Biss. "Ich bin überzeugt davon, dass wir den Klassenerhalt schaffen," sagt Skripnik.

Für Skripnik ist mit der Berufung zum Chef-Trainer ein kleiner Traum wahr geworden. Er habe aber nie auf den Job spekuliert. Nach dem Spiel gegen Köln habe er von Eichin eine SMS bekommen, mit der Aufforderung am Sonnabend ins Büro von Eichin zu kommen. Er habe gut überlegt ob er es machen sollte, aber "irgendwann muss man ins kalte Wasser springen".

Viktor Skripnik sagt, er hätte zuletzt 2004 zu so viele Zuschauer beim Training gesehen. "Das ist natürlich sehr schön."

Seit Sonnabend ist Viktor Skripnik Chef-Trainer von Werder Bremen. Am Sonntag wird er erstmals in dieser Funktion den Medienvertretern Rede und Antwort stehen. Dabei wird sicher seine Berufung und die Vorbereitung auf das Spiel gegen Chemnitz am Dienstag im DFB-Pokal thematisiert.

Werder muss sich Dienstag in Runde 2 des Pokals mit dem Chemnitzer FC messen. Der Drittligist ist der erste Gegner nach der Entlassung von Robin Dutt.

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