Volles Programm So plant Werder die Zeit bis zur Weihnachtspause

Bevor es am 2. Januar ins Winter-Trainingslager nach Spanien geht, steht für die Werder-Profis noch einiges auf dem Programm. Für ihr Ziel - den Klassenerhalt - lässt Trainer Ole Werner seine Spieler schuften.
09.12.2022, 19:04
Lesedauer: 3 Min
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Von Daniel Cottäus

Ole Werner hatte seine Mannschaft nah um sich, stand quasi mittendrin, als Leonardo Bittencourt, Marvin Ducksch und Co. am Freitagvormittag während des Trainings eine Spielform auf kleine Tore absolvierten – viel davon sehen konnte der Chefcoach des SV Werder Bremen allerdings nicht. Zum einen war da dieser dichte Nebel, der sich immer wieder in Schwaden über den Rasen schob. Und zum anderen dieser Strom-Generator, getestet vor „Platz 11“, der minutenlang eine stinkende Rauchwolke gen Osterdeich blies, was die Sicht nicht nur zusätzlich trübte, sondern für Profis und Trainerteam auch ziemlich unangenehm war. „Wir haben bengalische Feuer getestet“, scherzte Werner nach der Einheit zunächst, um dann in etwas ernsterem Ton festzuhalten: „Tatsächlich hat es für ein paar Minuten gestört, denn niemand atmet gerne Rauch ein. Zum Glück war es schnell wieder erledigt.“ Werners gute Laune hatte die kleine Störung ohnehin nicht getrübt, denn dafür war der 34-Jährige mit dem Auftreten seiner Spieler viel zu zufrieden gewesen.

„Ich habe einen sehr guten Eindruck von der Mannschaft. Die ersten beiden Einheiten sahen schon wieder nach Fußball aus“, sagte der Trainer – und lobte: „Alle Spieler sind in einem körperlich guten Zustand und haben ihr Programm, das sie über die freien Tage hatten, auch durchgezogen.“ Vor dem knapp dreiwöchigen Urlaub hatte jeder Profi einen individuellen Trainingsplan mitbekommen, den es abzuarbeiten galt. Darüber hinaus schoben einige Spieler Extraschichten. Leonardo Bittencourt etwa in Brasilien am Strand, und Ersatzkeeper Michael Zetterer in ganz ähnlichem Setting, allerdings in Mexiko. „Vieles ist Eigenantrieb, was die Spieler da machen“, freute sich Werner, der sein Team in den kommenden zwei Wochen ordentlich fordern will, ehe es am 23. Dezember in die Weihnachtspause geht.

„Es geht jetzt darum, die körperlichen Grundlagen zu legen und mit einer anderen Intensität zu trainieren als es möglich ist, wenn die Punktspiele wieder starten“, erklärte der Coach. Wenn es dann am 2. Januar ins Winter-Trainingslager nach Spanien geht, „können wir uns um mannschaftstaktische Dinge kümmern“. Die Zeit bis dahin möchte Werner auch für „individuelle Aspekte“ in der Arbeit mit den Profis nutzen, sprich gezielt mit einzelnen Spielern in der Analyse und auch auf dem Platz an ihren Stärken feilen und Schwächen arbeiten.

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Ein wichtiger Termin in den Planungen bis Weihnachten ist der kommende Donnerstag, wenn die Bremer beim Drittligisten SV Meppen für ein Testspiel gastieren – sollte denn alles gut gehen. Ihre für gestern angesetzte Partie beim niederländischen FC Emmen mussten die Meppener wegen einer Grippewelle innerhalb ihres Kaders absagen. „Stand jetzt gehe ich aber davon aus, dass unser Spiel stattfindet“, sagte Werner, der die insgesamt 70 Tage lange Winterpause als „ungewöhnlich“ und „speziell“ beschreibt und gerne auf sie verzichtet hätte: „Wir hätten auch gut weiterspielen können, weil wir gut drauf waren und vernünftige Leistungen gezeigt haben.“ Nun sei es eben wichtig, die Pause so gut wie möglich zu nutzen „und eine Grundlage dafür zu schaffen, dass wir auch im zweiten Teil der Saison erfolgreich sein können“.

Seinen eigenen Urlaub hat Ole Werner übrigens bis vor Kurzem dazu genutzt, um nach einem äußerst ereignisreichen ersten Jahr als Werder-Trainer mal etwas abzuschalten. „Fußball hat tatsächlich eine untergeordnete Rolle gespielt. Das ist ja auch mal etwas sehr Positives“, hielt er fest, verriet dann aber auch: „Je länger die freien Tage dauerten, desto mehr Lust hatte ich, die Dinge vorzubereiten, die jetzt wieder anstehen.“ Sprich seine Mannschaft fit zu machen für die zweite Hälfte der Saison, in der Werder so früh wie möglich den Klassenerhalt erreichen möchte. Daran arbeitet Werner nun wieder Tag für Tag. Wenn es sein muss, dann sogar bei geringer Sichtweite und Abgasgestank.

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