Mündliche Absprache mit Baumann Solbakken erklärt Delaney-Deal

Thomas Delaney galt als der beste Spieler der dänischen Liga – und wechselte dennoch für nur zwei Millionen Euro zu Werder. Wie das ging, erklärt nun Ex-Trainer Ståle Solbakken.
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Ob Thomas Delaney in seinem Werder-Vertrag eine Ausstiegsklausel hat, ist nicht überliefert. Sicher ist nun aber, dass er sie hatte, als er noch beim FC Kopenhagen unter Vertrag stand: Wie „Ekstra Bladet“ berichtet, hatte Delaney eine festgeschriebene Ablösesumme von vier Millionen Euro in seinem Arbeitspapier stehen. Dennoch hatte Werder damals nur die Hälfte dieses Betrags nach Kopenhagen überweisen müssen, um sich Delaneys Dienste zu sichern.

Wie es dazu kommen konnte, verriert Delaneys Ex-Coach Ståle Solbakken nun in seinem Buch „Løvehjerte“, zu Deutsch: „Löwenherz“. Solbakken hat beim dänischen Meister und Pokalsieger der Vorsaison neben dem Trainerposten nach englischem Vorbild auch die Rolle des Managers inne. Im Sommer 2016 handelte der 49-Jährige daher selbst mit Werder-Sportchef Frank Baumann nicht nur einen, sondern gleich zwei Deals aus.

Solbakkens Ziel: Die Leistungsträger im Verein halten, bis die Qualifikation zur Champions League geschafft war. „Zu diesem Zeitpunkt wusste ich, dass Werder Bremen Ludwig Augustinsson kaufen wollte und Augustinsson auch sehr gerne nach Bremen wechseln würde. Deshalb habe ich mit Werder Bremens Sportdirektor Frank Baumann eine mündliche Vereinbarung getroffen“, erklärt Solbakken.

Der Deal: Werder sollte im Sommer 2017 den Zuschlag für Augustinsson zum vereinbarten Kaufpreis erhalten, Delaney gar für die Hälfte der ursprünglich veranschlagten vier Millionen bekommen – den Mittelfeldmotor aber noch bis zur Winterpause in Kopenhagen lassen, damit die Dänen sich für die Champions League qualifizieren und dort gute Leistungen zeigen. Der Plan ging auf: Kopenhagen erreichte die Gruppenphase, belegte dort einen soliden dritten Platz und konnte nach der Winterpause in der Europa League weitermachen.

Solbakken hat dennoch gemischte Gefühle, wenn er heute auf sein damaliges Taktieren zurückblickt: „Ich habe mich nicht gut gefühlt, als ich Delaney als Druckmittel gegen Werder Bremen eingesetzt habe. Es endete genau so, wie ich es mir erhofft hatte, aber ich bin nicht stolz darauf“, hält der Däne fest. (mw)

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