Nach Rot gegen Werder-Coach

Sonderbericht belastet Fünfstück

Ein Unwetter, die Forderung der Gastgeber nach Spiel-Unterbrechung, eine Rote Karte für Werders Coach: Es war viel los am Mittwoch im Spiel gegen Flensburg. Und es wird vor dem Sportgericht ein Nachspiel geben.
30.08.2019, 15:54
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Sonderbericht belastet Fünfstück
Von Jörg Niemeyer
Sonderbericht belastet Fünfstück
imago inages

Was hat am Mittwochabend im Spiel der Fußball-Regionalliga Nord zwischen Werders U 23 und dem SC Weiche Flensburg (1:1) zur Roten Karte für Werder-Trainer Konrad Fünfstück geführt? „Massive Beleidigungen gegen das Schiedsrichter-Team“, sagt Michael Weiner, ehemaliger Bundesliga-Referee und aktuell Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses im Norddeutschen Fußball-Verband (NFV). Ihm lag am Donnerstagnachmittag der Sonderbericht von Schiedsrichter Marco Scharf (Cuxhaven) vor, der tags zuvor auf Platz 11 nach elf Spielminuten die Rote Karte gegen den Coach der Gastgeber gezogen hatte.

Am Mittwoch hatten sich die Verantwortlichen des SV Werder die Rote Karte nicht erklären können. Björn Schierenbeck, Leiter des Werder-Leistungszentrums, sagte nach der Partie, dass Werders Mannschaftsarzt wegen der schlechten Witterungsbedingungen während des Spiels an den Assistenten von Schiedsrichter Scharf herangetreten sei und aus Sorge um die Gesundheit von Spielern und Zuschauern eine Unterbrechung gefordert habe. Fakt ist: Auf Platz 11 ertönte in der zwölften Minute plötzlich ein Pfiff, der Assistent winkte den Schiedsrichter heran, und der zeigte Fünfstück die Rote Karte. Unverständlich für Werders Offizielle, da der Trainer nichts gesagt haben soll.

Doch Weiner und dem Sonderbericht des Schiedsrichters zufolge, der Werder laut Auskunft eines Sprechers am frühen Donnerstagabend noch nicht vorlag, soll Fünfstück nicht nur an den „massiven Beleidigungen“ beteiligt, sondern sogar der Hauptakteur gewesen sein. Weiner zitierte gegenüber dem WESER-KURIER am Telefon aus dem Bericht. Zur im Vergleich zu Mittwoch neuen Situation in der Frage nach der Roten Karte wollten sich am Donnerstag weder Björn Schierenbeck noch Konrad Fünfstück äußern, teilte der Klubsprecher mit. „Wir sagen zum laufenden Verfahren nichts“, hieß es. Der Verein kündigte aber auf seiner Homepage die Prüfung weiterer sportrechtlicher Schritte gegen die Rote Karte an. An diesem Sonnabend tritt Werders U 23 um 15 Uhr beim BSV Rehden an. Fraglich, ob Fünfstück dann auf der Trainerbank sitzen wird.

Das Spiel gegen Flensburg hatte wegen eines heftigen Gewitters mit etwa 20-minütiger Verspätung begonnen. Bei Anpfiff regnete es noch immer, doch das Unwetter hatte nachgelassen. Die Einschätzung der Werder-Verantwortlichen, dass Spieler und Zuschauer in Gefahr waren, teilten das Schiedsrichter-Gespann und auch der Schiedsrichterbeobachter des NFV offensichtlich nicht. Sehr zum Unwillen der Werderaner, die das auch zum Ausdruck brachten. Nach der Roten Karte für den Trainer zogen die Gastgeber wegen der Wetterlage in Erwägung, ihrerseits das Spiel abzubrechen. „Als Veranstalter hätten wir das tun können“, hatte Schierenbeck unmittelbar nach der Partie gesagt. Aus Vorsicht vor möglichen Gewitterfolgen hatte Werder während des Spiels die Zuschauer auf den unüberdachten Stehplätzen gebeten, sich auf die überdachte Tribüne zu begeben. Außerdem zog Werder die Balljungen von ihrer Tätigkeit ab.

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