Claudio Pizarro bei Werder im Gespräch Sponsoren sollen Werder bei Pizarro-Deal helfen

Sollte sich Stürmer Claudio Pizarro für einen Wechsel zu Werder entscheiden, könnten Sponsoren nach Informationen des WESER-KURIER einen Teil des Gehalts übernehmen.
04.09.2015, 13:01
Lesedauer: 2 Min
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Sponsoren sollen Werder bei Pizarro-Deal helfen
Von Marc Hagedorn

Manni Burgsmüller und Klaus Fichtel waren fast 36 Jahre alt, als sie nach Bremen wechselten, Erwin Kostedde nur gut ein Jahr jünger. Die Verpflichtung dieser Altstars sorgte in den 80er Jahren dafür, dass man Werder in der Ära Rehhagel ein Gespür für clevere Transfers nachsagte.

Fast 20 Jahre später machte es der damals neue Manager Klaus Allofs genauso. Um die Abwehr zu stabilisieren, verpflichtete er im Spätsommer 1999 den brasilianischen Weltmeister Julio Cesar. Der ehemalige Abwehrchef von Borussia Dortmund und Juventus Turin, 36 damals, trägt bis heute ein Alleinstellungsmerkmal in der Werder-Geschichte. Er hatte, so erinnert sich Ehrenpräsident Klaus-Dieter Fischer, „den am extremsten leistungsbezogenen Vertrag“. Heißt: Richtig gutes Geld bekam Cesar nur, wenn er auf dem Platz stand.

>> Kommentar: Einer wie Pizarro tut den Menschen gut <<

Für Claudio Pizarro wird das „Vertragsmodell Cesar“ eher unattraktiv sein. Allein mit Auflaufprämien wird sich der 36-jährige und aktuell vereinslose Stürmer bei aller Liebe für den Klub, die Fans und die Stadt nicht zufrieden geben, zumal er ohnehin schon zu Abstrichen im Vergleich zu seinem letzten Vertrag beim FC Bayern bereit sein muss. Gleichwohl ist die Finanzierung einer Pizarro-Verpflichtung kein Vorgang wie jeder andere. Kreative Transfers hat sich Werder unter Thomas Eichin auf die Fahnen geschrieben. Im Falle Pizarros muss die Geschäftsführung auch eine kreative Finanzierung hinkriegen, denn eigentlich fehlt Werder das Geld für einen Mann wie Pizarro.

Zwar haben die Bremer durch die Abgänge von Eljero Elia, Ludovic Obraniak und Cedrick Makiadi sowie die Ausleihe von Izet Hajrovic geschätzt um die fünf Millionen Euro an Gehalt gespart. Aber nur ein kleiner Teil davon wird in einen Pizarro-Vertrag fließen, weil Werder weiterhin sparen muss. Nach Informationen des WESER-KURIER soll Werder aber trotzdem ein ansprechendes Paket für den Stürmerstar geschnürt haben – und zwar ohne fremde Hilfe. Das heißt, dass Werder kein Geld etwa aus dem Kreis vermögender Bremer Geschäftsleute und Gönner bekommt, wie gerüchteweise immer wieder zu hören ist.

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Tatsächlich sollen Sponsoren Extrazahlungen leisten oder einen Teil des Gehaltes übernehmen. Das ist für Bremen ungewöhnlich, beim FC Bayern aber etwa im Falle von Josep Guardiola schon praktiziert worden. Einen Teil des angeblich 15-Millionen-Gehalts des spanischen Trainers übernimmt demnach Bayern-Partner und Ausrüster Adidas. Eine Pizarro-Verpflichtung wäre für Werders Sponsoren überaus attraktiv. Mit Pizarro, dem Lieblingsspieler vieler Werder-Fans, könnte beispielsweise der Trikotverkauf ordentlich angekurbelt werden, und Werders Wahrnehmung würde bundesweit einen Schub bekommen. Auch die Einnahmen aus einem späteren Abschiedsspiel für Pizarro könnten an den Spieler fließen. Abschiedsspiele sorgen in Bremen stets für ein ausverkauftes Weserstadion, das haben zuletzt die Beispiele Torsten Frings und Ailton gezeigt.

Werders Angebot also ist auf dem Tisch, jetzt ist Pizarro an der Reihe. Wie zu hören ist, wünscht sich Pizarros Familie, sprich seine Ehefrau und die drei Kinder, eine Rückkehr nach Bremen. Werder selbst drängt auf eine zügige Entscheidung. Pizarro hat seit Ende Juni bei der Copa America in Chile nicht mehr gespielt, also keine Spielpraxis und mit Sicherheit einen gehörigen Trainingsrückstand. Wenn er Werder tatsächlich helfen soll, muss er möglichst schnell in Form kommen. In der aktuellen Länderspielpause könnte da schon mal der Anfang gemacht werden.

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