Stimmen zum Trainerwechsel bei Werder Bremen

"Wenn Thomas Hilfe braucht, soll er anrufen“

Thomas Schaaf ersetzt Florian Kohfeldt: Was sagen ehemalige Werder-Spieler, die Schaaf als Trainer erlebt haben, dazu? Unsere Deichstube hat sich umgehört.
17.05.2021, 10:01
Lesedauer: 2 Min
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Von Timo Strömer und Carsten Sander
"Wenn Thomas Hilfe braucht, soll er anrufen“

Thomas Schaaf "ist ein großer Trainer, einer der größten, den Werder Bremen jemals gehabt hat", sagt Ailton.

nordphoto / Kokenge

Tim Wiese (2005 bis 2012 Werder-Torwart): „Der Trainerwechsel kommt zu spät, den hätte Werder schon vor Monaten vollziehen sollen. Die Mannschaft hat sich nicht verbessert, ist im letzten Jahr schon fast abgestiegen und jetzt das gleiche Dilemma. Ich weiß nicht, was sich die Bosse dabei gedacht haben, aber es ist traurig, was aus so einem großen Verein geworden ist – es ist einfach nur noch bitter. Werder muss jetzt gewinnen, aber wer keine Tore schießt, gewinnt kein Spiel. Vielleicht klappt es mit Thomas Schaaf – wenn Gott mit ihm und mit Werder ist.“

Ivan Klasnic (2001 bis 2008 Werder-Stürmer): „Es bringt nichts, darüber zu philosophieren, ob der Zeitpunkt richtig ist. Werder muss jetzt gegen Gladbach gewinnen – das ist das Einzige, was zählt. Ich habe Thomas geschrieben. Wenn er Hilfe braucht, soll er Bescheid sagen – ich warte auf seinen Anruf. Aber die Spieler müssen das Ruder herumreißen. Thomas kann nicht mehr machen, als in die Köpfe der Spieler zu kommen und die positiven Dinge wiederzubeleben. Der Klassenerhalt muss einfach klappen!“

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Ailton (1998 bis 2004 Werder-Stürmer): „Ich wünsche Thomas Schaaf ganz viel Glück! Er ist ein großer Name, ein großer Trainer, einer der größten, den Werder Bremen jemals gehabt hat. Aber anders als 1999, als er Werder schon einmal in einer dramatischen Lage übernommen hat, bleibt ihm diesmal nur eine Woche und nur ein Spiel. Das wird richtig schwer für ihn. So schlecht, wie Werder in den letzten Wochen gespielt hat, habe ich Werder in der Bundesliga noch nie gesehen. Und darauf muss jetzt vor allem die Mannschaft reagieren. Thomas alleine kann gar nichts erreichen. Die Mannschaft muss jetzt mit Herz spielen – und für Werder Bremen.“

Christian Schulz (2002 bis 2007 Werder-Profi): „Um noch inhaltlich etwa aufzubauen, ist es zu spät. Aber darum geht es vermutlich auch gar nicht. Thomas Schaaf wird eine andere Ansprache wählen, die Jungs noch mal anders anpacken. Nach einer Durststrecke von neun Spielen ohne Sieg ist das Selbstvertrauen bei den Spielern am Boden. Der Kopf ist jetzt entscheidend und auch deswegen wurde wohl der Entschluss gefasst, einen neuen Trainerimpuls zu setzen. Ich bleibe optimistisch, dass Werder gegen Gladbach gewinnt und den Klassenerhalt noch packt.“ 

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Nils Petersen (2012 bis 2015 Werder-Profi): "Der Trainerwechsel kommt für mich überraschend, das habe ich nicht mehr kommen sehen. Aber Werder hat sich entschieden, einen möglichen Effekt noch zu nutzen und ich bin sehr gespannt, ob mit Thomas Schaaf ein Ruck durch die Mannschaft geht. Ich freue mich für Schaaf, er ist ein großartiger Trainer und kann mit seiner Erfahrung vielleicht noch das eine oder andere Prozent herauskitzeln – gerade in den Köpfen der Mannschaft. Nur darum kann es in dieser einen Woche gehen."

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