Stürmer-Not bei Werder Füllkrug und Hofmann – ein Wiedersehen auf dem Platz

Füllkrug hat derzeit nicht die beste Zeit seiner Karriere. Philipp Hofmann vom KSC hingegen ist mit drei Toren in zwei Spielen gestartet. Am Samstag sehen sich die beiden wieder.
20.08.2021, 15:05
Lesedauer: 2 Min
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Von Carsten Sander

Seine Bilanz bisher: 223 gespielte Minuten, vier Torschüsse, drei daneben und auch der vierte fand nicht den Weg ins Netz. An diesen Zahlen lässt sich schon ablesen, dass Niclas Füllkrug – vorsichtig formuliert – im Moment nicht die beste Zeit seiner Karriere erlebt. Dabei hat der Stürmer in seiner Laufbahn schon mal den Beweis erbracht, dass er in der 2. Liga gut klarkommt. Als „wahnsinnig geile Liga“ hatte er die Spielklasse sogar beschrieben, weil dort so kerniger Fußball gespielt wird. Füllkrug mag das, sagt er. Und 28 Tore in 102 Zweitliga-Spielen sind Beleg dafür, dass das nicht nur so daher geplaudert ist. Aber mit Werder will es noch nicht klappen. Den nächsten Anlauf auf das erste Saisontor nimmt der 28-Jährige am Samstag im Auswärtsspiel gegen den Karlsruher SC. Es ist eine Partie, die auch ein interessantes Wiedersehen und ein brisantes Duell liefert.

Denn beim KSC stürmt und trifft Philipp Hofmann, mit 28 Jahren genauso alt wie Füllkrug – und ja, man kennt sich. In der deutschen U19 und U20 standen die beiden Stürmer einst in sieben Partien gemeinsam auf dem Platz. Doch dann verliefen die Karrieren unterschiedlich. Während Füllkrug in der ersten Liga landete und seinen Marktwert zwischenzeitlich auf 15 Millionen Euro steigerte, blieb Hofmann ein Bundesliga-Einsatz bislang verwehrt, sein Marktwert übersprang nie die Zwei-Millionen-Euro-Marke. Aber in der Aktualität hat Hofmann gegenüber Füllkrug die Nase weit vorn.

Mit drei Toren in zwei Spielen ist der Karlsruher in die neue Saison gestartet – es ist diese Torgarantie, die ihn auch für Werder Bremen so interessant gemacht hat. 56 Treffer hat er insgesamt in 179 Zweitliga-Partien erzielt. Dass er diese Quote am Samstag gegen Werder und nicht für Werder steigern kann, ärgert die Bremer. Sie haben sich bei dem Versuch, Hofmann vom KSC zu verpflichten, eine deutliche Abfuhr eingeholt – inklusive öffentlicher Anklage von Sportchef Oliver Kreuzer, das Bremer Vorgehen sei „unmoralisch“ gewesen. Hofmann soll jedoch einem Wechsel zu Werder nicht abgeneigt gewesen sein, was dem Duell am Samstag noch mehr Würze gibt.

Weil die Bremer bislang aber weder Hofmann noch sonst wen als zusätzlichen Mittelstürmer verpflichten konnten, kommt es ein weiteres Spiel auf Füllkrug an. Werder-Trainer Markus Anfang sagt, dass er sich für den Torjäger mit Betriebsstörung kein besonderes Programm ausgedacht habe, um ihn wieder gefährlicher zu machen. „Niclas arbeitet hart, hängt sich rein und lässt kein Training aus. Ich muss ihn eher bremsen“, berichtet der Coach von einer hohen Eigenmotivation des Angreifers. Die Notwendigkeit von Einzelgesprächen und verbalen Streicheleinheiten, um Selbstvertrauen und Sicherheit bei Füllkrug zurückzubringen, sieht Anfang auch nicht: „Ich hole ihn nicht jeden Tag ins Trainerbüro“, meint der 47-Jährige und erklärt, warum er Füllkrug weitestgehend in Ruhe lässt: „Er arbeitet ja auf dem Platz und zieht die Spielsituationen. Die Tore werden auch wieder kommen."

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