Stürmersuche Werder holt Ducksch und nicht Giakoumakis

Die Zeit wurde langsam knapp, schließlich sind Transfers nur noch bis Ende August möglich. Aber jetzt ist klar: Werder hat einen neuen Stürmer gefunden - nämlich Marvin Ducksch von Hannover 96.
24.08.2021, 22:06
Lesedauer: 3 Min
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Von Björn Knips

Die Stürmersuche des SV Werder Bremen steht kurz vor dem Abschluss und bringt eine große Überraschung: Denn plötzlich ist Marvin Ducksch von Hannover 96 wieder ein großes Thema bei den Grün-Weißen. Vor ein paar Wochen waren die Bremer noch bei den Offiziellen des Zweitliga-Konkurrenten abgeblitzt, doch nun hat sich die Lage verändert. Werder hat sich am Dienstag mit dem 27-Jährigen und dessen Klub auf einen Wechsel verständigt. Die „Bild“ berichtete zuerst darüber. Am Mittwoch soll Ducksch den obligatorischen Medizincheck absolvieren und dann seinen Vertrag unterschreiben. Das Thema Georgios Giakoumakis hat sich damit für Werder nach Informationen unserer Deichstube erledigt.

„Ich freue mich, dass sich Hannover und Bremen geeinigt haben und die Zukunft von Marvin gesichert ist“, sagte Ducksch-Berater Ersin Akan der Bild. Die Ablösesumme soll bei 2,5 Millionen Euro liegen, kann aber unter gewissen Umständen noch etwas steigen.

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Am Dienstagnachmittag waren erste Gerüchte rund um Ducksch aufgetaucht. Direkt darauf angesprochen meinte Werder-Coach Markus Anfang nach dem Training: „Bei allen Stürmern, die wir mal genannt haben, sind wir immer wieder dran. Da sind wir vielleicht auch ein bisschen ekelig, denn wir geben nichts verloren, das ist auch unsere Aufgabe.“ Anfang nannte neben Ducksch auch noch den Karlsruher Philipp Hofmann und Georgios Giakoumakis (Venlo). Letzterer galt zuletzt als Top-Kandidat, der 26-Jährige war sogar schon mit seiner Freundin und seinem Berater zu Gast im Weserstadion gewesen. Doch der Transfer zog sich, weil neben Celtic Glasgow weitere Klubs um die Gunst des Torschützenkönigs der Niederlande buhlen. Der Stürmer zögerte.

Auch deshalb blieb Werder bei Ducksch dran – vor allem Sportchef Frank Baumann. Durch ein Umdenken in Hannover kam wieder Bewegung in die Geschichte. Die Niedersachsen wollen dem Vernehmen nach ihr Spiel umstellen, sich im Angriff verändern. Dafür käme ihnen eine Ablösesumme für Ducksch, dessen Vertrag nach dieser Saison ausläuft, durchaus gelegen. 
In Bremen wird der Mittelstürmer dagegen sehnlichst erwartet. Ducksch kann durchaus als Wunschspieler von Trainer Markus Anfang bezeichnet werden. Denn unter dem neuen Bremer Coach wurde der Stürmer in der Saison 2017/18 bei Holstein Kiel mit 18 Treffern Torschützenkönig der 2. Liga. Nach seinem Wechsel zum Erstligisten Fortuna Düsseldorf lief es nicht so gut, in 16 Partien traf er nur ein Mal. Ducksch ging zurück in die 2. Liga und erzielte für Hannover 96 in den vergangenen beiden Spielzeiten jeweils 15 Tore. Allerdings haftet ihm auch der unrühmliche Titel „Chancentod“ an. Er würde zu viele Chancen liegen lassen, heißt es häufig.

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Werder will ihn trotzdem holen. Auch ein Außenstürmer soll zeitnah noch kommen. Gesucht wird zudem ein Außenverteidiger und ein Sechser. Obwohl die Zeit nicht einmal eine Woche vor dem Transferende langsam knapp wird, bleibt Anfang ganz entspannt. Er vertraut Sportchef Frank Baumann und Clemens Fritz als Leiter Profi-Fußball, die Neuzugänge versprochen haben. „Sie wollen das auch einhalten. Ich bin guter Dinge, dass etwas passiert“, meinte Anfang, betonte aber zugleich noch einmal: „Das Wichtigste in dieser Transferperiode war es, Transfererlöse zu erzielen, damit der Verein wirtschaftlich einigermaßen aufgestellt ist. Das ist die Voraussetzung, dass dieser Verein besteht. Das ist den handelnden Personen gelungen. Jetzt müssen wir Transfers erzielen, die uns sportlich helfen. Und alles, was wir jetzt nicht hinbekommen, müssen wir sofort in Angriff nehmen für den Winter oder den Sommer danach.“

So ein Umbau des Kaders sei nicht in einer Transferperiode zu schaffen, eher in zwei, wahrscheinlicher sogar erst in drei. Und bei Werder sei es nach dem Abstieg und den finanziellen Problemen eben nun mal „eine besonders schwierige Transferperiode“, so Anfang. Da dürften die Erwartungen auch nicht zu groß sein. Bei Ducksch bahnt sich immerhin eine große Lösung an – und das liegt nicht nur an den 1,88 Meter Körpergröße, die der 27-Jährige misst.

Spannend wird dann, wie Niclas Füllkrug auf die neue Konkurrenz reagieren wird. Seinen Stammplatz im Sturmzentrum dürfte der 28-Jährige nach seinem extrem schwachen Saisonstart erst mal los sein.
 

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