TV-Moderator hält Infos zurück

Wontorra bittet Werder-Fans um Geduld

Jörg Wontorra lässt die Fans des SV Werder Bremen weiter suchen. Die Ultra-Gruppe „Infamous Youth“ hatte ihn aufgefordert, die Namen der angeblichen Unterstützer seiner „Kein weiter so“-Kritik preiszugeben.
03.05.2021, 14:41
Lesedauer: 2 Min
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Von Carsten Sander
Wontorra bittet Werder-Fans um Geduld

Jörg Wontorra (re) hatte die Werder-Führungsetage um Sportchef Frank Baumann (li) heftig kritisiert.

nph / kokenge

Jörg Wontorra lässt sich nicht locken. Zwar ist der TV-Journalist, der bei der nächsten Mitgliederversammlung des SV Werder in den Aufsichtsrat gewählt werden möchte, nicht zimperlich, wenn es darum geht, eine aus seiner Sicht fortschreitende Misswirtschaft bei seinem Lieblingsverein öffentlich anzuprangern. Die Bausteine und Inhalte seiner eigenen Kandidatur hält der 72-Jährige allerdings weiter zurück. „Aus Respekt gegenüber dem Wahlausschuss“, wie er sagt.

Zuletzt hatte sich „Infamous Youth“, die größte Ultra-Gruppe unter den Werder-Fans gefragt, wer denn wohl die 300 Unterstützer aus zehn Fan-Gruppen sind, die die Kampagne „Kein-weiter-so“ laut Wontorra wohlwollend begleiten und angeblich in der Ostkurve ihr Fan-Zuhause haben. „Auch nach ausdrücklichem Umhören in der aktiven Fan-Szene“ habe „Infamous Youth“ keinen einzigen davon ausfindig machen können. Thomas Vorberger vom Dachverband Bremer Fan-Clubs hat ebenfalls keine Kenntnis von Fan-Gruppen, die hinter Wontorra stehen. „Uns wäre es auch lieb, zu hören, wer dahintersteckt“, sagt er.

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Doch er wird noch auf eine Antwort warten müssen. Denn obwohl Wontorra und seine Mitstreiterin Maria Yaiza Stüven Sanchez riskieren, dass die genannte Zahl der angeblichen Unterstützer als erfunden angesehen werden könnte, werden keine Infos nach außen gegeben. „Alle müssen sich noch ein kleines bisschen gedulden. Es wäre vollkommen unfair, wenn der Wahlausschuss aus den Medien etwas über das Konzept und die Unterstützer erfährt“, erklärt Wontorra auf Nachfrage der Deichstube: „Das ist ein Zeichen absoluter Wertschätzung gegenüber dem Wahlausschuss. Der Anstand verlangt diesen Weg.“

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Obwohl er seine Bewerbung für den Aufsichtsrat schon vor mehr als einem halben Jahr verkündet hat, ist es bislang noch zu keinem Treffen mit dem Wahlausschuss (das Gremium entscheidet nach Anhörung aller Kandidaten, wer sich überhaupt zur Wahl stellen darf, Anm. d. Red.) gekommen. Grund: die Verschiebung der Mitgliederversammlung von November 2020 in den Sommer 2021. Weil aktuell immer noch kein Termin für die Veranstaltung fixiert ist, hat der Wahlausschuss vorübergehend sogar seine Tätigkeit eingestellt. Wontorra muss also weiter warten. Neben ihm und Maria Yaiza Stüven Sanchez bewerben sich zehn weitere Personen um vier per Wahl zu vergebende Plätze im sechsköpfigen Aufsichtsrat. Namentlich bekannt sind davon bislang Ex-Staatsrat Hennig Lühr sowie die bisherigen Amtsinhaber Marco Bode, Andreas Hoetzel, Thomas Krohne und Kurt Zech. Axel Plaat und Marco Fuchs sind als Entsandte des Vereins bereits für weitere vier Jahre in ihrer Position bestätigt worden.

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