Werder Bremen Targobank hört als Trikotsponsor auf

Bremen. Seit gut eineinhalb Spielzeiten ziert der Schriftzug Targobank die Brust der Spieler. Auch diese Saison wird Targobank noch noch vorne drauf sein, zur nächsten Serie muss sich Werder dann aber einen neuen Hauptsponsor suchen.
29.07.2011, 19:45
Lesedauer: 2 Min
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Targobank hört als Trikotsponsor auf
Von Marc Hagedorn

Bremen. Mit der Citibank fing es im Sommer 2007 an, zwei Jahre später stand dann "So geht Bank heute" auf den Werder-Trikots, seit gut eineinhalb Spielzeiten ziert der Schriftzug Targobank die Brust der Spieler. Auch diese Saison wird Targobank noch vorne drauf sein, zur nächsten Serie muss sich Werder dann aber einen neuen Hauptsponsor suchen.

Wie der Verein am Freitag bekannt gab, tritt die Targobank ab dem Sommer 2012 nicht mehr als Trikotsponsor auf. Für Werder ist das gut und schlecht, Gefahr und Chance zugleich.

Schlecht für Werder ist, dass der größte Geldgeber sein Engagement reduziert. Je nach Quellenlage soll die Targobank im Moment zwischen acht bis zehn Millionen Euro pro Saison an Werder zahlen. Gut für Werder ist, dass die Targobank dem Verein nicht komplett verloren geht, sondern als Top-Sponsor bis mindestens 2015 weitermacht. Die Targobank nimmt damit denselben Rang ein, den auch Volkswagen und der Brauerei-Riese In-Bev (Vertrag bis 2016) haben. Die Targobank wird quasi Nachfolger des insolvent gegangenen Partners Beluga, der als Top-Sponsor zuvor jährlich zwischen ein bis zwei Millionen Euro gezahlt haben soll. Der Unterschied zwischen Haupt- und Top-Sponsor macht damit gut acht Millionen Euro aus; Geld, das ein anderer Sponsor bringen muss.

Targobank gehalten, Beluga ersetzt, dazu die Chance, einen neuen, starken Partner zu finden - so lautet die positive Sicht auf diese Veränderung. Marketing-Chef Klaus Filbry sieht das so: "Wir sind zuversichtlich, dass wir unsere Einnahmesituation in Verbindung mit dem Engagement eines neuen Hauptsponsors weiter verbessern können." Heißt: Werder glaubt, einen mindestens ebenso potenten Geldgeber wiederfinden zu können; Gespräche würden laut Werder schon geführt.

Die Marke Werder hat im Lande nach wie vor einen guten Ruf, wie regelmäßig die Umfragen diverser Forschungsinstitute zeigen. Eine sportlich erfolgreiche Saison würde bei der Suche wohl trotzdem behilflich sein. Die Summen, die es auf dem Trikotsponsorenmarkt zu erlösen gibt, sind nicht ohne: Die Bayern etwa kassieren geschätzte 20 Millionen Euro von T-Home. Wolfsburg bekommt von VW ähnlich viel, Schalke (Gazprom) und Dortmund (Evonik) folgen weit im zweistelligen Millionenbereich dahinter. Werder befindet sich im gehobenen Mittelfeld, knapp vor dem HSV (Fly Emirates) und dem VfB Stuttgart (Gazi), die beide um die sechs bis sieben Millionen Euro bekommen sollen. Andere Summen zum Vergleich: Hertha soll von der Deutschen Bahn 4,5 Millionen pro Jahr erhalten, Köln von Rewe genau wie Gladbach von der Postbank 4 Millionen. Einziger Bundesligist ohne Sponsor ist zurzeit Bayer Leverkusen. Schlicht und einfach "Werkself" steht im Moment nach der Pleite des alten Sponsors Teldafax auf den Leverkusener Trikots.

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