DFB-Pokal: Münster - Bremen 4:2 Taylor schießt Werder raus

Münster. Werder Bremen ist erneut in der ersten Runde des DFB-Pokals gescheitert. Bei Preußen Münster haben sich die Grün-Weißen 2:4 geschlagen geben müssen. Überragender Münsteraner: Matthew Taylor.
19.08.2012, 17:10
Lesedauer: 4 Min
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Taylor schießt Werder raus
Von Daniel Stöckel

Münster. Werder Bremen ist erneut in der ersten Runde des DFB-Pokals gescheitert. Bei Preußen Münster haben sich die Grün-Weißen 2:4 geschlagen geben müssen. Überragender Münsteraner: Matthew Taylor.

Werder-Trainer Thomas Schaaf schickte die erwartete Anfangself in die Begegnung. In der Abwehrkette verteidigte Aleksandar Ignjovski, Neuzugang Kevin de Bruyne startete auf der rechten offensiven Seite und im Angriff war Nils Petersen die einzige Spitze.

Bei hochsommerlichen Temperaturen im mit 18.000 Zuschauern ausverkauften Preußenstadion starteten beide Mannschaften zunächst einmal abwartend in die Begegnung. Dann aber nahm das Spiel mehr Fahrt auf, wobei sichtbar wurde, dass die Gastgeber nach fünf Spielen in der 3. Liga bereits besser im Pflichtspiel-Rhythmus waren als Werder.

Und so kamen die Münsteraner auch zur ersten guten Chance des Spiels. Nach einem langen Einwurf herrschte in Werders Abwehr kurzzeitig Verwirrung, aber Gebre Selassie klärte gerade noch rechtzeitig zur Ecke (6.).

Petersen scheitert an Masuch

In der 12. Minute hatten dann aber auch die Grün-Weißen ihre erste Tor-Gelegenheit. De Bruyne bediente Petersen, der aber im direkten Duell an Preußen-Keeper Daniel Masuch scheiterte. Beide Mannschaften präsentierten sich trotz der Hitze weiterhin äußerst engagiert und setzten auf Konter. Schiedsrichter Peter Sippel unterbrach die Begegnung zwischenzeitlich immer wieder für Trinkpausen.

In der 25. Minute hätte Werder eigentlich in Führung gehen müssen. Nach einem Stellungsfehler in der Münsteraner Abwehr kam Petersen frei zum Abschluss, aber Masuch wehrte erneut glänzend ab. Zuvor hatte sich auch Matthew Taylor nach einem schönen Pass aus Münsters Mittelfeld auf den Weg zum Werder-Tor gemacht, war aber nicht mehr rechtzeitig an den Ball gekommen, um Sebastian Mielitz zu gefährden.

Münster trifft zweimal Aluminium

Zehn Minuten vor der Halbzeitpause sahen die 18.000 Zuschauer die bis dato besten Torchancen, als Münster zweimal nur Aluminium traf. Zunächst setzte Amaury Bischoff einen Freistoß an den Pfosten, kurz danach scheiterte Kevin Schöneberg an der Torlatte des Bremer Kastens – beide Male wäre Mielitz ohne Abwehrchance gewesen.

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Drei Minuten waren noch zu spielen, da stellte Masuch erneut seine Klasse unter Beweis, als er einen Versuch von Gebre Selassie noch zur Ecke abwehrte. Kurz danach war aber auch der ehemalige Oberhausener machtlos: Ein Pass von de Bruyne fand den völlig freistehenden Eljero Elia im Münsteraner Strafraum und Werders Neuzugang von Juventus Turin schlenzte den Ball unhaltbar in den Winkel.

Fazit zur Halbzeit: Angefeuert vom eigenen Publikum lagen die Gastgeber nach zwei Aluminiumtreffern etwas unglücklich in Rückstand. Andererseits hatte auch Werder in der ersten Hälfte einige gute Torchancen vorzuweisen und im Gegensatz zu Münster eben diesen einen Treffer mehr erzielt.

Elia muss behandelt werden

Personell unverändert ging Werder die zweite Hälfte an. Allerdings mussten die Grün-Weißen kurz um Torschütze Elia bangen, der nach einem Zweikampf kurz behandelt wurde, anschließend aber zunächst weiterspielen konnte. In der 59. Minute musste Elia dann aber doch das Spielfeld verlassen und wurde durch Marko Arnautovic ersetzt.

Die Preußen zeigten sich trotz des Rückstandes weiterhin angriffslustig und wurden in der 54. Minute mit dem Ausgleich belohnt. Einen schönen Pass aus dem Mittelfeld verwertete Taylor zum 1:1, nachdem er Verteidiger Sokratis und Mielitz hatte aussteigen lassen.

In der 65. Minute tauschte Schaaf erneut und brachte Niclas Füllkrug für Werder-Kapitän Clemens Fritz in die Partie. Ein Personalwechsel, der sich auszahlte und für die erneute Bremer Führung sorgte. Eine sehenswerte Flanke von Arnautovic versenkte Füllkrug unhaltbar per Kopf im Preußen-Tor (67.). Trotz offenbar schwindender Kräfte und immer mehr Unkonzentriertheiten schlug Münster noch einmal zurück. Taylor tauchte erneut im Werder-Strafraum auf, drehte sich um Sokratis herum, verlud anschließend auch noch Mielitz und schoss zum 2:2 ein.

Weil der eingewechselte Sebastian Prödl nicht genug Druck hinter seinen Kopfball bekam (86.) und Masuch gegen Füllkrug aufmerksam war, blieb es bis zum Ablauf der regulären Spielzeit beim Unentschieden.

Platzverweis für Sokratis

Somit musste der Sieger in der Verlängerung ermittelt werden. Dort erwischte Münster einen Start nach Maß: Nach Zusammenspiel mit dem Doppel-Torschützen Taylor traf Dimitrij Nazarov (96.) zum 3:2 für Preußen. Münster kämpfte leidenschaftlich und konzentriert weiter, Werders Spielfluss war dahin. Zudem sah Sokratis in der 108. Minute noch die Rote Karte.

In Unterzahl schafften die Bremer es nicht mehr, das Ergebnis zu ihren Gunsten zu wenden. Im Gegenteil: In der 117. Minute bewies Taylor erneut Nerven vor dem Bremer Tor und schloss sogar noch zum 4:2 ab.

Somit sind die Grün-Weißen nach der Niederlage gegen Heidenheim im vergangenen Jahr zum zweiten Mal hintereinander in der ersten DFB-Pokalrunde gegen einen Drittligisten ausgeschieden.

In der Bundesliga starten die Bremer am kommenden Freitag mit dem Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund. Auch dann berichten wir wieder im Liveticker. Münsters nächster Gegner in der 3. Liga ist der 1. FC Heidenheim.

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Preußen Münster - Werder Bremen 4:2 (2:2, 0:1) n.V.

Münster: Masuch - Schöneberg, Schmidt, Kühne (61. Kirsch), Hergesell - Truckenbrod - Siegert (76. Königs), Heise (46. Grote) - Bischoff - Taylor, Nazarov. - Trainer: Dotchev

Bremen: Mielitz - Gebre Selassie, Prödl, Sokratis, Ignjovski - Junuzovic, Fritz (65. Füllkrug) - De Bruyne, Hunt (91. Bargfrede), Elia (59. Arnautovic) - Petersen. - Trainer: Schaaf

Schiedsrichter: Peter Sippel (München)

Tore: 0:1 Elia (45.), 1:1 Taylor (54.), 1:2 Füllkrug (67.), 2:2 Taylor (81.), 3:2 Nazarov (96.), 4:2 Taylor (118.)

Zuschauer: 18.000 (ausverkauft)

Gelb-Rote Karte: Sokratis wegen unsportlichen Verhaltens (108.)

Gelbe Karten: Truckenbrod, Königs, Nazarov - Ignjovski

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