Werder gewinnt 4:0 gegen Oldenburg Später Spaß vor fast 5000 Zuschauern

Fast 5000 Zuschauer sehen den nächsten Testspiel-Sieg: Gegen Regionalligist VfB Oldenburg gewann das Team von Trainer Markus Anfang mit 4:0.
30.06.2021, 21:14
Lesedauer: 3 Min
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Von Björn Knips

Zweiter Test, zweiter Sieg: Doch der Auftritt des SV Werder Bremen beim 4:0 (1:0)-Erfolg gegen den VfB Oldenburg war am Donnerstagabend weitaus weniger souverän als beim 7:0 drei Tage zuvor gegen den Oberligisten TuS BW Lohne. Trainer Markus Anfang wirkte zur Pause auch etwas angefressen. Der neue Coach des Bundesliga-Absteigers griff dabei sogar zu einer etwas ungewöhnlichen Maßnahme. Immerhin steigerte sich Werder in der Schlussphase gegen den Regionalligisten – was dann viel besser zu dem speziellen Rahmen dieser Partie passte. Die Tore gingen auf das Konto von Niclas Füllkrug (42.), Romano Schmid (73., 82.) und Nick Woltemade (87.) mit einem tollen Solo.

Die Szene hatte schon etwas Besonderes: Nach dem Halbzeitpfiff ging es für die Werder-Profis nicht in die Kabine, sondern auf zwei Bierbänke am Spielfeldrand. Trainer Markus Anfang hatte seine Startelf dorthin bestellt, redete dann minutenlang auf die Akteure ein und schickte sie schließlich noch zu ein paar Steigerungsläufen auf den Rasen. Eine Strafaktion? Vielleicht. „Es ist nicht zu erwarten, dass von Jetzt auf Gleich alles funktioniert. Da passieren auch Fehler. Es sind alle gut durchgekommen, das ist das Wichtigste“, urteilte Anfang nach der Partie ganz allgemein. Er hätte allerdings durchaus allen Grund gehabt, unzufrieden zu sein.

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Die Leistung seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit war doch ziemlich enttäuschend gewesen. Und das ausgerechnet vor so etwas wie einer Rekordkulisse in Coronazeiten. Denn 4 823 Zuschauer waren im Marschwegstadion dabei. Vor so vielen Fans hat der SV Werder zum letzten Mal beim Saisonstart im vergangenen September gegen Hertha BSC gespielt. Das hätte Maximilian Eggestein und Co. doch eigentlich beflügeln müssen. Forsch agierten aber nur die Oldenburger. Maik Lukowicz scheiterte gleich mal knapp an Werder-Keeper Eduardo dos Santos Haesler (5.). Max Wegner ließ dann nach einem schlimmen Fehlpass vom Bremer Neuzugang Nicolai Rapp eine noch dickere Chance liegen, als er allein vor dem Tor vorbeischoss.

Und Werder? Nach vorne ging fast gar nichts. Das engagierte Einsteigen der Gastgeber schmeckte den Bremern überhaupt nicht – vor allem nicht Leonardo Bittencourt, der doch etwas sehr theatralisch zu Boden ging. Dass er es auch anders kann, bewies der Offensivmann dann in der 42. Minute. Nach gutem Eggestein-Pass bediente er Niclas Füllkrug perfekt mit einer feinen Flanke – und der Mittelstürmer vollstreckte wie schon in Lohne gekonnt per Kopf (42.). Dieses deutlich flügellastigere Spiel unter dem neuen Coach Markus Anfang mit hohen Bällen in den Strafraum gefällt Füllkrug. Das hatte er schon in Lohne angemerkt. Nur gab es davon in Oldenburg viel zu wenige.

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Daran änderte sich auch in Halbzeit zwei wenig. Werder hatte komplett durchgewechselt. Auch die Oldenburger tauschten munter durch. Auf dem Rasen passierte kaum noch etwas. Immerhin gab es nach 68 Minuten eine Halbchance von Johannes Eggestein – eingeleitet übrigens von Niklas Schmidt. Und der Rückkehrer aus Osnabrück war es auch, der wenig später Romano Schmid glänzend in Szene setze. Der kleine Österreicher ließ noch zwei Gegenspieler aussteigen, um dann cool zum 2:0 zu vollstrecken (73.). Diese Schmidt-Schmid-Connection hatte schon in Lohne viel Freude bereitet.

Kebba Badjie war dagegen mal wieder der Unglücksrabe. Der 21-Jährige vergab wie schon in Lohne eine Hundertprozentige (77.), wie zuvor allerdings auch Johannes Eggestein. Die Bremer agierten nun wesentlich ansehnlicher. Wie schon beim ersten Test am Sonntag sorgte Woltemade für viel Schwung, aber zunächst nicht für die Tore. Dafür war Schmid zuständig: Der setzte gegen den unsicheren Keeper Moritz Onken konsequent nach und profitierte beim 3:0 von dessen Flutschfingern (82.).

Werder hatte jetzt richtig Spaß, vor allen Dingen Woltemade: Der 19-Jährige schnappte sich Mitte der gegnerischen Hälfte die Kugel und ließ gleich sechs (!) Oldenburger ganz alt aussehen – 4:0 (87.). Ein versöhnlicher Abschluss einer Partie, die so zäh begonnen hatte.

Zeit zum Durchschnaufen gibt es für die Werder-Profis kaum. Am Donnerstag geht es ins Trainingslager ins Zillertal, wo schon am Sonntag der nächste Test gegen ZSKA Sofia ansteht.

Werder (1. Halbzeit): Dos Santos Haesler - Mbom, Erras, Jung, Agu - Rapp - Bittencourt, M. Eggestein - Dinkci, Füllkrug, Nankishi.

Werder (2. Halbzeit): Zetterer - Straudi, Groß, Gruev, Park - Möhwald - Schmidt, Schmid - Badjie, J. Eggestein, Woltemade.

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