Atemprobleme beim Innenverteidiger

Topraks Debüt endet im Krankenhaus

War es falscher Stolz? Nach einem Zusammenprall klagte Ömer Toprak über Atemprobleme, quälte sich aber durch die Partie. Trainer Florian Kohfeldt verließ sich auf die positiven Rückmeldungen des Verteidigers.
18.08.2019, 12:19
Lesedauer: 2 Min
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Von Jean-Julien Beer und Malte Bürger
Topraks Debüt endet im Krankenhaus
nordphoto

Es war nicht gerade ein Einstand, wie man ihn sich wünscht. Nicht nur, das Ömer Toprak mit Werder eine Niederlage kassierte, zu allem Überfluss verließ er das Stadiongelände nicht auf dem herkömmlichen Weg. So befand sich der 30-Jährige in einem Krankenwagen, der ihn ins Hospital brachte. „Er hat schlecht Luft bekommen durch einen Zusammenprall. Vermutlich ist das etwas im Rippen- beziehungsweise Bauchbereich“, versuchte sich Sportchef Frank Baumann an einer vorsichtigen Ferndiagnose. „Das wird jetzt aber noch genauer untersucht, danach können wir mehr sagen.“

Einige Zeit zuvor war die Welt für Ömer Toprak noch in Ordnung. Er fand gut in die Partie, zeigte keinerlei Abstimmungsprobleme mit Nebenmann Niklas Moisander und hätte in der 18. Minute fast sogar per Kopf die Bremer Führung erzielt. Doch dann veränderte sich das Bild. Nach 20 Minuten zeigte Toprak eine Grätsche im eigenen Strafraum, bei der er leicht im Boden hängen blieb und anschließend kurz liegen blieb. Es verging nicht allzu viel Zeit, als er obendrein mit einem Gegenspieler zusammenprallte. Nach einer kurzen Behandlungspause kehrte Toprak jedoch zurück auf den Rasen.

Hinweise von Schiri Zwayer

Aber irgendetwas stimmte nicht, das war zu sehen. Sogar Schiedsrichter Felix Zwayer eilte zwischenzeitlich an die Seitenlinie, um mit Florian Kohfeldt zu sprechen. Im ersten Moment sah es nach einer Ermahnung für Werders Trainer aus, stattdessen gab es einen Hinweis des Unparteiischen, dass es Toprak nicht gut gehe. Als die Bremer dann in Rückstand gerieten (36.), war der Ex-Dortmunder ebenfalls beteiligt, als er sich viel zu leicht abschütteln ließ.

Kurz darauf war Pause und Toprak wurde ausgiebig von den Werder-Ärzten untersucht. „Ömer hat bekräftigt, dass er weiterspielen möchte“, erklärte Kohfeldt später. „Auf einen solch erfahrenen Spieler muss man sich dann auch verlassen.“ So ließ der Coach seine Neuverpflichtung auf dem Platz, letztlich war es wohl mehr eine Schwächung denn eine Hilfe. Das musste auch Florian Kohfeldt zugeben. „Bei den Gegentoren gibt es absolut keinen Vorwurf an ihn“, sagte er zwar, meinte aber auch: „Ömer hatte nach der Verletzung nicht mehr ganz die Frische. Von daher war die Situation nicht optimal.“

Baumann schützt Toprak

Von einer wirklich schlimmen Blessur ging Florian Kohfeldt unmittelbar nach der Begegnung allerdings nicht aus. Er bezeichnete die Untersuchung im Krankenhaus als reine „Routinekontrolle“. Auch Niklas Moisander hoffte bereits darauf, in der neuen Trainingswoche wieder mit seinem neuen Kollegen an der Feinabstimmung arbeiten zu können. „Wir können es natürlich noch besser, aber ich hatte eigentlich ein gutes Gefühl nach der ersten Halbzeit“, sagte er nach dem Debüt des neuen Innenverteidigerduos.

Der Finne hatte sich bewusst nur auf den Abschnitt vor den gesundheitlichen Problemen Topraks bezogen, für den Gesamtüberblick war dann wenig später Frank Baumann zuständig. „Grundsätzlich hat er das sehr ordentlich gemacht. Er hat gezeigt, dass er uns besser macht“, sagte der 43-Jährige. „Wenn du dann schlecht Luft bekommst, wirst du auch schneller müde, und das ging dann am Ende eben nicht mehr. Bis dahin war es aber okay.“

Untersuchung ohne Befund

Am Abend teilte Werder mit, dass die Untersuchung von Toprak im Krankenhaus ohne Befund blieb. Die Trainingsbelastung des Spielers werde in den nächsten Tagen individuell gesteuert. Was bleibt den Bremern auch anders übrig? Einen Ausfall des neuen Abwehrspielers können sie sich gar nicht leisten.

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