Kohfeldt über das Hinrunden-Aus für Möhwald

„Tragisch für den Spieler“

Wegen eines Knieschadens muss Kevin Möhwald operiert werden und fällt monatelang aus. Mit den Schmerzen aus der Vorbereitung habe das aber nichts zu tun, erklärt Florian Kohfeldt, der weiter an Möhwald glaubt.
07.09.2019, 10:04
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„Tragisch für den Spieler“
Von Malte Bürger
„Tragisch für den Spieler“
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Die Schwellung hatte schon nichts Gutes verheißen lassen - zumal sie nicht so schnell abklingen wollte, wie sie gekommen war. Aus diesem Grund hatte Kevin Möhwald zuletzt die Bundesligapartie gegen den FC Augsburg verpasst, obwohl er vermutlich sogar in der Startelf gestanden hätte. Nun ist an Fußballspielen jedoch erst einmal gar nicht mehr zu denken. Wie Werder am Freitag erklärte, wird der 26-Jährige am kommenden Montag in Augsburg vom renommierten Kniespezialisten Ulrich Boenisch operiert. "Er fällt mehrere Monate aus und wird in der Hinrunde mit Sicherheit nicht mehr spielen“, erklärte Trainer Florian Kohfeldt.

Eine offizielle Diagnose und auch eine etwas genauere Prognose der Ausfallzeit wird es erst nach der Operation geben, wenn der Operateur das Ausmaß des Knieschadens gesehen und hoffentlich vollständig behoben hat. Der Eingriff am Knie sei zwingend notwendig, sagte Kohfeldt, die akute Verletzung habe jedoch nichts mit Möhwalds Knieschmerzen in der Vorbereitung zu tun. „Man muss das wirklich unterscheiden“, betonte der Trainer und erklärte dazu: „Kevin hatte während der Vorbereitung zeitweise eine Reizung, die aufgrund einer sehr alten Irritation in diesem Knie entstanden ist, mit der er aber seit Jahren problemlos Profifußball gespielt hat. Diese Irritation war bekannt, er und wir haben diese alte Sache so eingeschätzt, dass es nichts mehr ist.“ Diese Irritation im Knie habe aber „nichts mit der jetzigen Verletzung zu tun“, sagt Kohfeldt, „da muss man klar trennen. Es ist jetzt eine akute Verletzung.“

Kohfeldt: Tragisch für den Spieler

Die schwere Verletzung treffe alle hart. Den Verein, den Spieler, aber auch ihn als Trainer. Vor allem der Rückschlag für den aufstrebenden Profi selbst sei „bei dieser Geschichte am Tragischsten“, erklärte Kohfeldt, und erinnerte: „Kevin kam hier letztes Jahr als sehr guter Zweitligaspieler an, aber noch relativ weit entfernt von regelmäßigen Einsätzen. Er hat dann sehr an sich gearbeitet, sowohl körperlich, aber auch taktisch. Er ist unglaublich lernwillig. Ein Spieler, der wirklich viele Rückschläge für sich immer wieder weggepackt hat. Ich erinnere mich noch daran, wie ich ihn am 3. Spieltag damals gegen Nürnberg, gegen seine alten Jungs, aus dem Kader genommen habe. Das musste ich als Trainer machen, weil es eine sportliche Entscheidung war, aber menschlich war das brutal.“ Auch damit sei Möhwald sehr gut umgegangen, er habe einfach immer weitergemacht. „Er war jetzt auf dem Weg zum Stammspieler bei uns“, versicherte Kohfeldt, „er wäre jetzt wirklich immer ein Kandidat für die erste Elf gewesen.“

Der Trainer ist sich sicher: Auch dieser heftige Rückschlag wird Möhwald nicht umhauen. „Denn der Junge weiß jetzt, dass er dieses Bundesliga-Niveau erreichen kann. Und wenn er wieder fit ist, wird er das auch wieder schaffen. Er erreicht dieses Ziel, Stammspieler in der Bundesliga zu werden, nur etwas zeitversetzt.“

Schwierig für die Mannschaft

Für die Mannschaft sei es schwierig, einen Spieler wie Möhwald zu verlieren, „der über eine unglaubliche Dynamik im Mittelfeld verfügt, der einen etwas anderen Typus darstellt, der einen guten Distanzschuss hat und ein Element in unser Spiel gebracht hat, das Davy Klaassen und Maxi Eggestein bei allen Qualitäten so auch nicht haben.“ Diese beiden seien eher die Strategen, die übers Passspiel kämen. „Kevin Möhwald“, so der Trainer, „der kommt übers Bälle schleppen, über den Abschluss aus der zweiten Reihe, er ist auch ein bisschen kreativer und macht Wege, die andere vielleicht nicht so machen.“

Statt sich derart für die Mannschaft und Werder einzubringen, gehört nun auch Möhwald zum Bremer Lazarett. Und zwar als der Spieler, der nach Lage der Dinge wohl am längsten ausfallen dürfte. Aktuell fehlen bei Werder neben Möhwald auch noch Milot Rashica, Milos Veljkovic, Sebastian Langkamp, Ömer Toprak, Ludwig Augustinsson, Philipp Bargfrede und Fin Bartels.

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