3:0-Niederlage in Dresden

Trainer Anfang tröstet Gruev nach Partie gegen Dynamo

Zum ersten Mal durfte Ilia Gruev von Anfang an für seine Mannschaft auflaufen. Dass dieses Debüt so desaströs werden würde, konnte der Werder-Profi nicht wissen. Aber Trainer Anfang tröstet den jungen Spieler.
26.09.2021, 19:47
Lesedauer: 2 Min
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Von csa

Um ihn zu trösten und aufzumuntern, musste Markus Anfang weit laufen. Ilia Gruev war irgendwo auf dem Platz und weit entfernt von der Trainerbank vor Enttäuschung zusammengesunken, als das Spiel gegen Dynamo Dresden abgepfiffen war. Es war ein Spiel, das für Gruev einen Meilenstein in der eigenen Karriere markiert. Zum ersten Mal durfte er in einer Profi-Liga von Beginn an spielen, erstmals war er Teil einer Bremer Startelf. Darauf wird der 21-Jährige sicher immer zurückblicken. Aber dieser Blick wird auch stets das Resultat ins Gedächtnis zurückholen. 0:3 verloren – das ist für alle kein Ruhmesblatt, schon gar nicht für einen defensiven Mittelfeldspieler, für den Ordnung und Sicherheit im eigenen Team die Hauptaufgaben sind.

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Gruev hatte den Auftrag, diese Aufgaben als Vertreter des gesperrten und verletzten Christian Groß zu erledigen. Aber wie schwer ist das für einen jungen Debütanten wie ihn, wenn um ihn herum niemand Normalform erreicht? Wenn keiner macht, was er soll? Gruev konnte während der 90 Minuten in Dresden nur wenig ausrichten. Anfang bescheinigte ihm immerhin eine tadellose Moral: „Der Junge hat nie aufgegeben, aber unter den Voraussetzungen, die die gesamte Mannschaft geboten hat, kommst du auch in Spielsituationen, die du nur noch schwer verteidigen kannst.“ Beispiel: Vor dem 0:2 wurde Gruev von Vorlagengeber Aidonis locker überlaufen, weil auch Roger Assalé ihm freies Geleit gewährte.

Anfang hatte Gruev nach dessen guter Vorstellung als Einwechselspieler im Nordderby das Vertrauen geschenkt. Er hätte gegen Dynamo auch auf Nicolai Rapp als alleinigen Sechser setzen können, entschied sich aber anders. Bei der Nachbetrachtung des Gruev-Debüts war dann klar zu erkennen, dass der Trainer den jungen Mann aus der allgemeinen Kritik ein Stück weit herauslösen wollte. Dabei überzog Anfang jedoch ein wenig. „Er war noch einer, der besser in den Zweikämpfen drin war, der noch Zweikämpfe geführt hat“, urteilte der Coach über den bulgarischen U21-Nationalspieler. Die Spielstatistik widerspricht Anfang jedoch. 19 geführte Zweikämpfe waren für Gruev nur ein Wert aus dem unteren Mittelfeld – ebenso seine Erfolgsbilanz: Von den 19 Duellen gewann er nur 42 Prozent.

Dennoch fand Anfang überwiegend freundliche Worte für Gruev – vor allem im Vergleich mit dem Rest des Teams: „Ich glaube, da gibt es andere Spieler, die wesentlich mehr Aktionen hätten haben müssen. Ich finde, Ili hat es noch einigermaßen ordentlich gemacht.“

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