Werder-Profi Zlatko Junuzovic

Traumtor in eigener Sache

Zlatko Junuzovic spielt derzeit in Topform - nicht nur bei Werders 4:0-Sieg gegen Paderborn. Seine sportliche Zukunft ist aber offen - eine Vertrags-Verlängerung ist derzeit nicht in Sicht.
01.12.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Traumtor in eigener Sache
Von Timo Sczuplinski

Es ist schon ein bisschen her, dass die Leute über einen Treffer von Zlatko Junuzovic ins Schwärmen geraten sind. Es sind ziemlich genau drei Jahre, damals spielte er noch im Trikot von Austria Wien: Zlatko Junuzovic legte sich den Ball erst per Brust und dann per Vollspann vor, um ihn anschließend aus elf Metern per Fallrückzieher ins Tor zu schießen. „Das war damals das Tor des Jahres in Österreich“, erinnert sich der 27-Jährige.

Seit Sonnabend staunen die Leute wieder über ihn. Gegen den SC Paderborn hatte Junuzovic aus 30 Metern per Freistoß exakt in den linken oberen Torwinkel. „Ich habe nicht unbedingt einen Schuss wie ein Strich. Deswegen musste ich es aus der Distanz mit ein bisschen Schnitt probieren“, sagte er in der Nachbertrachtung. „Vom Gefühl her übertrifft dieses Tor bei weitem den Fallrückzieher von damals.“ Schließlich war es der Auftakt zu einem für Werder unheimlich wichtigen Sieg. Ein Erfolg, der den Verein wegführte von den Abstiegsrängen, wieder weg von Platz 18. Und der zeigte, dass Werder doch noch begeisternden Fußball spielen kann.

Zlatko Junuzovic war gegen Paderborn der mit Abstand beste Mann auf dem Platz. Wenn es für die Gäste aus Ostwestfalen gefährlich wurde, dann war er daran beteiligt. So wie beim zweiten Freistoß, als seine Hereingabe vom Pfosten abprallte und Davie Selke ins leere Tore einköpfte.

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Der österreichische Nationalspieler ist schon in der gesamten Saison eine der wenigen Konstanten in Werders Mannschaft. Einer der selbst bei den schlimmsten Niederlagen meist eine akzeptabele Leistung zeigte. Das ist aktuell gut für Werders sportliche Situation. Ein Junuzovic in solch einer Form, die er in dieser Konstanz in Bremen bisher noch nicht gezeigt hatte, erhöht aber auch nicht unbedingt die Chancen, dass er in der kommenden Saisonnoch in Bremen spielt. Mit seinen Auftritten wird er immer interessanter für ambitioniertere Klubs.

"Momentan habe ich nichts anderes vorliegen"

Junuzovics Vertrag läuft am Ende dieser Saison aus. Und bisher konnten sich der Mittelfeldspieler und Werders Verantwortliche noch nicht auf eine Verlängerung einigen. „Es ist alles offen“, sagt Junuzovic dazu. „Aber wir können jederzeit darüber reden. Wir sind ja jeden Tag in der Kabine.“ Er wisse aber auch, dass die Klubführung jetzt nicht nur die auslaufenden Verträge von ihm und seinem Landsmann Sebastian Prödl im Kopf hat. Mit den nächsten Gesprächen rechnet er in der Winterpause. Doch ob dort etwas Entscheidendes in Sachen Vertragsverlängerung passiert, scheint fraglich. Denn zu diesem Zeitpunkt wird Werder noch lange keine Planungssicherheit haben, um dem Spieler Junuzovic womöglich ein Angebot vorlegen zu können, dass er sofort annimmt.

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Zlatko Junuzovic dürfte in dieser Form auf mittlere Sicht den Wunsch haben, auch mal in einem internationalen Wettbewerb zu spielen. Er ist 27 Jahre alt, leistungsmäßig wohl auf dem vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere. „Momentan habe ich aber nichts anderes vorliegen“, sagt Junuzovic über eventuelle Anfragen. Die dürften aber über kurz oder lang von ganz alleine kommen. Es scheint durchaus möglich zu sein, dass sich eine Entscheidung wie schon in der vergangenen Saison bei Aaron Hunt bis zum Saisonende hinzieht. Mit einem solchen Szenario will sich Junuzovic jetzt aber noch nicht beschäftigen. Für ihn steht nur Werder und die Hinrunde im Fokus. Er sagt: „Klar muss man reden, momentan gibt es dafür aber keinen Grund.“

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