Belfodil hadert mit dem Ergebnis Trauriger Torschütze

Ishak Belfodil zeigt gegen Mainz sein vielleicht bestes Spiel im Werder-Trikot, trifft erstmals in der Bundesliga – und kann am Ende trotzdem nicht lachen.
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Trauriger Torschütze
Von Patrick Hoffmann

Ishak Belfodil schaut ja immer ein bisschen traurig aus, mit seinen dunklen, tief hängenden Augenlidern. Diesmal aber schaute er sogar noch ein bisschen trauriger aus als sonst, als er sich im Kabinengang des Bremer Weserstadions den Fragen der Journalisten stellte. Dabei hatte Belfodil zuvor ein wirklich gutes Spiel gemacht, er hatte sogar ein Tor erzielt, sein erstes in der Fußball-Bundesliga, und trotzdem kam ihm am frühen Samstagabend nicht ein einziges Lächeln über die Lippen. Werder hatte nämlich eine 2:0-Führung gegen den 1. FSV Mainz 05 noch verspielt und nur einen Punkt geholt. Das war ärgerlich für Werder, es war aber auch besonders ärgerlich für Belfodil.

Hätte Werder die Führung gegen Mainz über die Zeit gerettet, wäre Belfodil ziemlich sicher der Spieler des Spiels gewesen. Nicht nur, weil er das zwischenzeitliche 2:0 per Kopf erzielt hatte, sondern auch, weil er viel gelaufen war, weil er einige wirklich gute Aktionen gezeigt hatte – kurzum: Weil Ishak Belfodil in Abwesenheit der verletzten Offensivspieler Max Kruse, Zlatko Junuzovic und Fin Bartels angedeutet hatte, dass er für die Bremer vielleicht doch noch eine echte Alternative im Angriff sein könnte. Die Zweifel daran hatten sich zuletzt deutlich erhöht.

„Wenn man das Tor nicht macht, kann es nach hinten losgehen“

Doch statt über seine Leistung zu sprechen, musste Belfodil nun also erklären, wie seine Mannschaft den sicher geglaubten Sieg gegen Mainz doch noch aus der Hand geben konnte. „Wir sind schwer enttäuscht, aber so etwas kann in der Bundesliga passieren“, sagte der 25-Jährige lapidar, „wir hatten Chancen für das dritte Tor. Wenn man das Tor dann eben nicht macht, kann es nach hinten losgehen.“

So einfach ist das wohl. Ganz und gar nicht einfach war hingegen, wie Belfodil seinen ersten Bundesligatreffer erzielte. Nach etwas mehr als einer Stunde hatte Ludwig Augustinsson einen Freistoß von der rechten Seite in den Mainzer Strafraum geschlagen, und Thomas Delaney hatte im Zentrum das Kopfballduell gewonnen, wodurch der Ball zu Belfodil flog. Der Offensivspieler köpfte den Ball dann im hohen Bogen Richtung Mainzer Tor, wo er sich im langen Eck senkte (17. Minute). Zufall oder gewollt? Das war dem Torschützen hinterher ziemlich egal. „Es war ein tolles Gefühl, das erste Bundesligator zu schießen“, sagte er bloß.

Baumann und Kohfeldt loben Belfodil

Es war in jedem Fall genau solch eine Szene, wie sie sich Werders Trainer Florian Kohfeldt und Werders Sportchef Frank Baumann noch viel häufiger vom 1,91 Meter großen Profi wünschen würden. Kohfeldt hatte erst am Freitag noch einmal betont, dass er sich von Belfodil eine gewisse Präsenz im Strafraum erhoffe, zumal der algerische Nationalspieler körperliche Voraussetzungen mitbringt, die so im Bremer Kader sonst kein zweiter Spieler vorweisen kann. Belfodil aber betont bei jeder Gelegenheit, dass er eigentlich ein Spielmacher sei und nicht der Strafraumstürmer, als den man ihn Ende August präsentiert hatte. Belfodil, so wirkt es jedenfalls, fühlt sich in Bremen durchaus missverstanden, weshalb er auch die Kritik an seinen zuletzt eher schwachen Leistungen nicht nachvollziehen kann. „Ich bin zufrieden mit dem, was ich hier leiste“, sagte er, „in einem neuen Land, in einer neuen Mannschaft und auf einer neuen Position.“

Zuspruch erhielt Belfodil sowohl vom Trainer als auch vom Sportchef. „Ishak hat ein super Spiel gemacht. Er war sehr präsent, hatte gute Tempodribblings und hat viele Gegner gebunden“, sagte Kohfeldt. „Er hat sehr viel gearbeitet und sehr viele Zweikämpfe gewonnen“, sagte Frank Baumann. Wer weiß: Vielleicht gibt es ja in der Geschichte Belfodil und Werder ja doch noch ein glückliches Ende …

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