Trotz Topwerten als Vorbereiter

Werder will noch mehr von Augustinsson

Auch gegen Leverkusen hat es wieder geklappt: Ludwig Augustinsson bereitete einen Treffer für Werder vor. In der Liga gehört der Schwede aktuell zu den besten Assistgebern, doch die Bremer wollen mehr von ihm.
11.01.2021, 12:03
Lesedauer: 2 Min
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Von Carsten Sander

Der Verwirrungsversuch gehörte immer dazu. Bei jedem Freistoß, den Werder Bremen am Wochenende gegen Bayer Leverkusen auf den Außenpositionen oder im Halbfeld zugesprochen bekam, begaben sich stets zwei Spieler zur Ausführung zum Ball: Ludwig Augustinsson und Kevin Möhwald. Nur um den Gegner glauben zu machen, es könnte auch Rechtsfuß Möhwald flanken, dabei sollte mittlerweile eigentlich jeder wissen: Ruhende Bälle sind bei Werder Bremen eine Sache für Augustinsson. Die Vorlage für Ömer Toprak, die in Leverkusen die zwischenzeitliche Führung brachte, war bereits der vierte Assist des Schweden in der laufenden Bundesliga-Saison.

Vier Torvorlagen in zwölf Spielen (drei Partien verpasste Augustinsson wegen einer Oberschenkelverletzung) – das ist eine Quote, mit der der 26-Jährigen in der entsprechenden Rubrik ins vordere Bundesliga-Mittelfeld vorstößt. Gäbe es aber eine Extra-Wertung nur für Außenverteidiger, dann wäre Augustinsson hinter Christopher Trimmel (Union Berlin/6) und Raphael Guerreiro (Borussia Dortmund/5) Dritter.

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Bei Werder ist Augustinsson, im Team nur „Ludde“ genannt, aber unumstritten die Nummer eins als Vorbereiter. Zu den vier Vorlagen in der Liga kommen noch zwei weitere aus zwei Spielen im DFB-Pokal. Trainer Florian Kohfeldt sieht in dem schwedischen Nationalspieler nicht zuletzt deshalb einen „Qualitätsspieler, der sich nicht mehr entwickeln muss, sondern der schon nachgewiesen hat, dass er auf Bundesliga-Niveau Akzente setzen kann. Davon haben wir nicht unendlich viele Spieler im Kader.“ Oder anders gesagt: Sehr wenige.

Erfüllt sich, was der Coach für die kommenden Spiele im Sinn hat, dann wird Augustinsson seine Quote in Kürze weiter nach oben schrauben. Denn mit der Rückkehr von Niclas Füllkrug und Davie Selke ins Sturmzentrum wird auch verbunden sein, dass Augustinssons Ecken, Freistöße und Flanken mehr Abnehmer finden werden. „Dann hätte ich schon ganz gerne, dass mehr Bälle von außen in die Box kommen. Das kann Ludde schon liefern“, meint Kohfeldt und hofft, dass Augustinsson für den Rest der Saison „stabil bleibt“. Also verletzungsfrei.

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In der vergangenen Saison hatte der smarte Schwede wegen einer Knie-OP und späteren muskulären Problemen nie richtig zur Form gefunden. Seine Bilanz: Zwölf Spiele, nur ein Assist - bis er dann mit dem entscheidenden Tor im Relegationsrückspiel gegen den 1. FC Heidenheim zum Helden wurde. Aktuell sei Augustinsson „richtig im Rhythmus“, so Kohfeldt: „Er ist offensiv eine Waffe für uns und gibt uns defensiv eine große Stabilität.“

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