Werder Bremen Überzeugender Einstand von Papastathopoulos

Bremen. Sokratis Papastathopoulos hat in seinen ersten Wochen bei Werder Bremen einen ganz starken Eindruck hinterlassen. Der robuste und abgeklärte Grieche hat zudem einen großen Vorteil: Er kann im Werder-System gleich drei Positionen spielen.
09.08.2011, 05:00
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Überzeugender Einstand von Papastathopoulos
Von Marc Hagedorn

Bremen. Es dauerte keine fünf Minuten, dann war Sokratis Papastathopoulos in der Bundesliga angekommen. Der Lauterter Linksaußen Ivo Ilicevic war derjenige, der das als Erster zu spüren bekam. Zweimal setzte Werders neuer Grieche seinen Körper robust gegen den flinken Ilicevic ein, zweimal ging der Lauterer unsanft zu Boden. Angriff gestoppt, Einwurf Werder. Als Ilicevic bei der dritten Aktion wieder an Papastathopoulos hängen blieb, wirkte der Lauterer schon einigermaßen frustriert. Es dauerte eine gute halbe Stunde, ehe von Ilicevic wieder eine gefährliche Offensivaktion zu sehen war.

So einen Typen wie Sokratis Papastathopoulos haben sich die Werder-Fans gewünscht. Einen, der zur Sache geht. Einen, der nicht zurückzieht, sondern lieber austeilt. Hart, aber fair spielt. Sokratis Papastathopoulos ist eine imposante Erscheinung. Kaum zu glauben, dass er nur 1,83 Meter groß und 82 Kilogramm schwer sein soll. Wenn sich der Grieche vor seinem Gegenspieler aufbaut, so wie am Sonnabend vor Ivo Ilicevic, dann bleibt das nicht ohne Wirkung, auch wenn Ilicevic mit zunehmender Spieldauer immer besser wurde und Papastathopoulos zwei, drei Mal entwischte.

"Er ist ein guter Fußballer, der ganz viel mitbringt", sagt Werder-Boss Klaus Allofs über Papastathopoulos, für den Werder angeblich knapp 800.000 Euro Ausleihgebühr an den AC Mailand bezahlt hat. Danach besitzt Werder eine Kaufoption über vier weitere Jahre. Die Ablösesumme soll bei dreieinhalb Millionen Euro liegen. Nach den ersten Eindrücken zu urteilen, scheint das Geld gut angelegt zu sein. Papastathopoulos ist die Sofort-Hilfe, die Werder benötigte und für die Klaus Allofs und Thomas Schaaf den Konflikt mit dem Aufsichtsrat nicht gescheut hatten. Zur Erinnerung: Werders Kontrollgremium mit Willi Lemke an der Spitze hatte arge Bedenken gegen die zusätzliche Ausgabe gehabt.

Ein Spieler, drei Positionen

Werder hat für sein Geld, könnte man sagen, nicht nur einen, sondern im Prinzip sogar drei Spieler bekommen. Papastathopoulos den Innenverteidiger. Papastathopoulos den rechten Verteidiger. Und Papastathopoulos den Sechser. Auf all diesen Positionen hat der 23-Jährige schon gespielt. "Und er kann das", sagt Thomas Schaaf.

Morgen Abend könnte Papastathopoulos mal wieder die Position wechseln. Vielleicht spielt er in der Innenverteidigung, vielleicht auch zentral im defensiven Mittelfeld, wenn Griechenland in Sarajevo auf Bosnien-Herzegowina trifft. Trotz seiner erst 23 Jahre wird es bereits sein 20. Einsatz für den Europameister von 2004 sein. Debütiert hat Papastathopoulos unter Otto Rehhagel, da war er gerade mal 19 Jahre jung und mit der U19-Nationalmannschaft eben Vize-Europameister geworden.

Überhaupt sah es lange Zeit so aus, als mache Sokratis Papastathopoulos eine Karriere wie aus dem Bilderbuch. Nur kurze Zeit nach seinem Länderspieleinstand wechselte er in die Serie A zum CFC Genua. Dort wurde er schnell zum Stammspieler - und zwar als rechter Part einer Dreierkette. Das erklärt, weshalb Papastathopoulos hier in Bremen bei seinem Bundesligadebüt kaum Probleme mit dem Job hinten rechts in der Viererkette hatte.

Probleme hatte Papastathopoulos bisher nur in der vergangenen Saison. Im Starensemble des AC Mailand kam er über die Rolle des Ersatzmannes nicht hinaus. In Bremen wird das anders kommen. Hier wird er spielen. Und zwar dort, wie Allofs sagt, "wo er uns am meisten hilft". Also je nach Bedarf als Innenverteidiger, als rechter Verteidiger oder auf der Sechs.

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