Partie gegen den HSV

Veljkovic plötzlich Übergangskapitän bei Werder

Auf einmal war Milos Veljkovic im Spiel gegen den HSV Kapitän von Werder. Es war nicht geplant, dass der Verteidiger die Kapitänsbinde bekommt - eine Ehre ist es für ihn trotzdem, wie er sagt.
22.09.2021, 18:34
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Von han

Dass Milos Veljkovic im Nordderby gegen den Hamburger SV (0:2) zu einer besonderen Premiere kam, dafür musste schon einiges zusammenkommen. Die Verletzungen von Ömer Toprak und Leonardo Bittencourt, der Vereinswechsel von Maximilian Eggestein, der Bankplatz von Niclas Füllkrug, schließlich die Gelb-Rote Karte für Christian Groß nach einer halben Stunde Spielzeit gegen Hamburg – und dann war auf einmal Veljkovic zum ersten Mal in einem Pflichtspiel Kapitän des SV Werder Bremen.

„Es ist eine große Ehre, die Binde für den Verein zu tragen“, erklärt Veljkovic in einer Medienrunde. „Ich muss meine Leistung bringen und die Mannschaft in solchen Momenten führen. Ich denke, das kann ich.“ Für die Binde war es ein weiter Weg durch die Team-Hierarchie bis zu Veljkovic – und für Veljkovic war es ein weiter Weg bis zur Binde.

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Seit fünfeinhalb Jahren spielt der serbische Innenverteidiger inzwischen für Werder Bremen, damit ist er der dienstälteste Profi im Team. Im Kreis der Kapitäns-Kandidaten war Veljkovic bisher allerdings nie aufgetaucht, zu viele etablierte Kräfte standen vor ihm. Sollte Toprak nach seiner Wadenverletzung nicht durch Wunderheilung wieder fit werden, dürfte Veljkovic Werder Bremen am Sonntag gegen Dynamo Dresden wohl sogar erstmals als Kapitän aufs Feld führen – und damit neben der Binde rein formell auch so viel Verantwortung wie noch nie tragen.

Ein Führungsspieler wolle er eh sein, „auf jeden Fall“ sogar, sagt Veljkovic. Ein Lautsprecher nach außen oder zumindest ein Mann klarer Worte wird er aber vermutlich nicht mehr werden. Und deswegen umschifft er in der Medienrunde am Mittwoch auch sämtliche Fragen über seinen Beraterwechsel im Sommer, mögliche Wechselgedanken und seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag, den Sportchef Frank Baumann gerne verlängern würde. „Jeder hier weiß: Egal wie die Situation neben dem Platz ist, ich gebe Vollgas – im Training und im Spiel“, sagt Veljkovic. „Alles andere lasse ich meinen Berater regeln.“ Natürlich aber sei er glücklich in Bremen und habe dem Verein viel zu verdanken.

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Die Zukunft blendet Veljkovic aus. Er bleibt beim Sportlichen, und was das angeht, habe die bittere Derby-Niederlage gegen den HSV die Mannschaft gewiss nicht aus der Bahn geworfen. „Es tut natürlich weh. Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen – für die Fans, die Stadt, den Verein und für uns. Aber wir waren gut in Form und sind es immer noch.“ Gegen Hamburg hätten Kleinigkeiten das Spiel entschieden, die gelte es am Sonntag in Dresden zu korrigieren. „Es wird eine schwere Aufgabe, trotzdem können wir da mit breiter Brust hinfahren.“

Vor der Pleite gegen den HSV hatten die Bremer gegen Hansa Rostock und den FC Ingolstadt bereits gegen zwei Aufsteiger zwei 3:0-Siege eingefahren. Das Spiel gegen den dritten Aufsteiger dürfte aber eine andere Hausnummer werden. „Ich erwarte eine hitzige Atmosphäre, einen guten Gegner und ein schweres Spiel“, sagt Veljkovic. „Vor allem die Fans sind sehr emotional, aber wir müssen uns auf uns konzentrieren und das Spiel souverän spielen.“ Milos Veljkovic wird dabei als Übergangs-Kapitän vorangehen müssen.

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