Einzige A-Nationalspieler

Veljkovic wird bei Werder zur Ausnahmeerscheinung

Milos Veljkovic ist einer der letzten seiner Art bei Werder: Derzeit ist der 26-Jährigen der einzige A-Nationalspieler beim Zweitligisten. Dabei sah es zu Saisonbeginn für den Verteidiger gar nicht gut aus.
14.10.2021, 15:21
Lesedauer: 2 Min
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Von Carsten Sander

Den Saisonstart musste er noch als misslungen verbuchen. Doch elf Wochen später ist Milos Veljkovic bei Werder Bremen zu einer Ausnahmeerscheinung geworden. Aber nicht aufgrund seiner Leistungen, die zwar gut, aber nicht alles überragend sind, sondern weil er derzeit der einzige A-Nationalspieler ist, den der Kader des Bundesliga-Absteigers noch zu bieten hat. Und mehr noch: Der Verteidiger hat sich in der Auswahl Serbiens sogar zu einem Stammspieler in der Dreierkette entwickelt. Zudem trug er in den vergangenen Partien des SV Werder die Kapitänsbinde. Alles zusammen ergibt das für den 26-Jährigen dieses Urteil: Es geht bergauf.

Dass Veljkovic Mitte Oktober an diesem Punkt stehen würde, war im Sommer noch überhaupt nicht abzusehen gewesen. Zu Saisonbeginn musste er eine Corona-Infektion überstehen, war deshalb außen vor. Und als er dann wieder spielen durfte und gegen den SC Paderborn früh für Ömer Toprak eingewechselt wurde, legte Werder ein Katastrophenspiel hin. 1:4 verloren, nichts funktionierte. Veljkovic war in einer desaströsen Defensive jedoch noch ein kleiner Lichtblick. Und seither hat er keine Minute mehr verpasst, ist im Dauereinsatz. Nicht nur bei Werder, sondern auch für Serbien. In drei der vier WM-Qualifikationsspiele der laufenden Saison stand er über die volle Spielzeit auf dem Feld. Was für Veljkovic einen gewaltigen Fortschritt darstellt. Seine Nationalmannschaftskarriere war in den vergangenen drei Jahren vor allem von Kurzeinsätzen, Nicht-Berücksichtigungen oder Verletzungen geprägt gewesen.

Nun der Aufschwung, der ausgerechnet nach dem Abstieg mit Werder Bremen einsetzte. Doch Veljkovic gewinnt in beiden Teams an Wert. Dass er die Bremer zuletzt in den Spielen gegen Dynamo Dresden und den 1. FC Heidenheim als Kapitän auf das Feld führte, ist zwar auch ein Ausdruck dieses Aufschwungs, war aber auch der Tatsache geschuldet, dass in Toprak, Bittencourt, Groß und Füllkrug vier in der internen Hierarchie vor ihm platzierte Profis nicht zur Verfügung standen. „Aber er kann in diese Rolle hineinwachsen“, sagt Werder-Trainer Markus Anfang über Veljkovic. Der in der Schweiz geborene Profi sei auch „nicht von ungefähr in den Mannschaftsrat aufgerückt“, meint der Coach: „Er ist nicht der extrovertierte, sondern eher der ruhigere Typ. Aber auf dem Platz ist er da. Er muss auch kein Lautsprecher sein, um Verantwortung zu übernehmen. Er ist einer von denen, die Verantwortung tragen können.“

Das sieht offenbar auch Dragan Stojkovic, der serbische Nationaltrainer, so. In den zurückliegenden WM-Qualifikationsspielen gegen Irland (1:1), Luxemburg (1:0) und Aserbaidschan (3:1) bot er drei verschiedene Abwehrformationen auf, aber Veljkovic war immer dabei. Bei Werder ist der Innenverteidiger mittlerweile sogar schon der letzte seiner Art. In der zurückliegenden Länderspielperiode reiste nur noch er zu einer A-Nationalmannschaft. Jiri Pavlenka (Tschechien) und Marco Friedl (Österreich) blieben in Bremen. 

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