Härtetest gegen Bidvest Wits in der Analyse

Viel Licht und ein bisschen Schatten

Im letzten Testspiel vor dem Rückrundenauftakt gegen Hannover 96 sieht Florian Kohfeldt von seinem Team viel Positives, aber auch noch Verbesserungsmöglichkeiten. Das 2:2 gegen Bidvest Wits in der Analyse.
11.01.2019, 19:34
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Rommel
Viel Licht und ein bisschen Schatten
nordphoto

So lief das Spiel:

Werder zeigte beim 2:2 gegen die Bidvest Wits, ein Gegner mit Zweitligaformat, in der ersten Halbzeit nur in der Anfangsphase Probleme. Florian Kohfeldts Mannschaft kontrollierte die Partie danach aber sehr gut und versuchte, das Tempo hochzuhalten. Nach der Pause wurde das Spiel auch wegen der vielen Wechsel deutlich offener. Werder und die Südafrikaner vergaben jeweils einige Chancen zum Sieg.

Das Personal:

Wegen des abgebrochenen ersten Testspiels musste Kohfeldt etwas umdisponieren und dem einen oder anderen Spieler noch Einsatzzeit geben, der ansonsten wohl eher nicht oder weniger gespielt hätte. Die Entscheidung für Sebastian Langkamp – und gegen Milos Veljkovic – in der Innenverteidigung war schon so etwas wie ein Fingerzeig, die Besetzung der Raute so zu erwarten. Josh Sargent und Milot Rashica waren ein wuchtiges und schnelles Sturmduo.

Theodor Gebre Selassie bekam eine Verschnaufpause und wurde komplett durch Felix Beijmo ersetzt. Der Tscheche ist gegen Hannover natürlich wieder gesetzt – damit sind wohl neun der zehn Feldspielerpositionen vergeben. Einzig Sargent wird beim Rückrundenauftakt nicht beginnen. Für ihn steht Johannes Eggestein bereit, der beim Test angeschlagen fehlte.

Das war gut:

Werder startete in einem 4-4-2 mit der Raute im Mittelfeld im eigenen Ballbesitz und einem 4-1-4-1 gegen den Ball. Die eigenen Angriffe wurden sauber vorbereitet, mit den Innenverteidigern und Nuri Sahin im Dreieck durchs Zentrum initiiert und über mehrere Anspielstationen dann ins Übergangsdrittel fortgeführt. Werders Staffelung war dabei richtig gut, die Halbräume waren stets besetzt, die Flügel wurden als zu attackierende Zone im letzten Drittel anvisiert. Felix Beijmo und Ludwig Augustinsson sollten erst etwas später aufrücken und hatten dabei ein gutes Timing.

Werder kreierte immer wieder Überzahlsituationen im Aufbau und Übergang und konnte die Angriffe so ausspielen. Über die Achse Sahin und Kruse als Zehner lief fast jeder Angriff, der Kapitän war auch zuständig für die meisten Tiefenbälle auf Rashica und Sargent, die diese Zonen auch immer wieder anliefen und so Optionen schafften oder in Dribblings gehen konnten. Werder hielt insgesamt das Tempo hoch und den Gegner am Laufen und hatte in Kruse den auffälligsten Spieler auf dem Platz.

Mit der Umstellung auf das gewohnte 4-4-2-Pressing Mitte der ersten Halbzeit kontrollierte Werder den Gegner auch ohne Ball gut, aus dem geordneten Spielaufbau kam Bidvest zu keiner Torchance. Und bis auf eine abseitsverdächtige Szene beim ersten Gegentor blieb die Absicherung gegnerischer Umschaltbewegungen stark. Sahin fiel dabei mit einigen wichtigen Ballgewinnen und seinem guten Nachrückverhalten auf.

In der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit blieb Werder ähnlich dominant und verlor den Faden erst nach den Wechseln. Wenngleich aus dem Spiel heraus nicht mehr alles funktionierte, blieben doch die Offensivstandards variantenreich und gefährlich. Nicht umsonst fielen Kruses Treffer durch oder im Anschluss an einen ruhenden Ball.

Das muss noch besser werden:

Werder hatte ab und zu Schwierigkeiten mit der Passgeschwindigkeit und -schärfe. Das ließ die Angriffe bereits im Aufbau stocken und dem Gegner Zeit zum Durchatmen. Ein wichtiger Trainingsinhalt war es, im letzten Drittel gefährlicher zu werden und öfter in den Rücken der Abwehr zu kommen. Das klappte nur vereinzelt. Zwar erspielte sich Werder einige Chancen im gegnerischen Strafraum (Sargent, Martin Harnik), die Schüsse bei den Toren und Sahins Lattentreffer wurden aber aus der zweiten Reihe abgegeben.

Werder fiel nach Ballverlusten gut in die Ordnung und konnte immer wieder genug Spieler hinter den Ball bringen. Im Gegenpressing blieb aber noch gehörig Luft nach oben. Vielleicht war das auch den hohen Temperaturen und den harten Einheiten der letzten Tage geschuldet, dass in diesen Spielsituationen die Gier auf den Ballgewinn nicht besonders ausgeprägt war und die nötige Intensität fehlte.

Der klare Bruch nach den vielen Wechseln und die individuellen Fehler gerade der Ergänzungsspieler waren auffällig. Für die Partie in Hannover sind diese Erkenntnisse aber eher zu vernachlässigen.

Wie Kohfeldt in der Rückrunde mit Max Kruse, Josh Sargent, Florian Kainz, Philipp Bargfrede und Fin Bartels plant, lest ihr hier.

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