So könnte Werder gegen Augsburg spielen

Viele Varianten für Kohfeldt

Gegen Augsburg muss ein Sieg her, Werder braucht dafür vor allem Tore. Welche Formation am Sonntag aufläuft, ist offen und hängt nicht nur von Neuzugang Michael Lang ab, sondern auch von Kevin Möhwald.
01.09.2019, 07:05
Lesedauer: 3 Min
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Von Jean-Julien Beer
Viele Varianten für Kohfeldt
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Vor dem wichtigen Heimspiel gegen den FC Augsburg am Sonntag (15.30 Uhr) grübelt Florian Kohfeldt noch über die Aufstellung. Nicht nur wegen Neuzugang Michael Lang, der für die Defensive zur Verfügung steht – sondern auch wegen Johannes Eggestein, der nach seiner unnötigen Gelb-Roten Karte beim Spiel gegen Hoffenheim nun auf der Tribüne zuschauen muss. Auch Kevin Möhwald spielt bei den Überlegungen eine Rolle. Der Mittelfeldspieler fehlte am Sonnabend zwar beim Abschlusstraining und arbeitete individuell, soll aber gegen Augsburg nach Vereinsangaben im Kader stehen. Wenn Möhwald tatsächlich fit ist, hat er nach starken Trainingsleistungen gute Chancen auf die Startelf. Für Werders Cheftrainer stehen defensiv wie offensiv also verschiedene Varianten zur Wahl.

Drei Varianten für die Abwehr

Abwehr-Variante 1: Kohfeldt könnte in der Defensive auf die Viererkette setzen, die gegen Hoffenheim nach dem Ausfall von Ömer Toprak das Spiel beendete. Dann würden Niklas Moisander und Theo Gebre Selassie in der Innenverteidigung agieren, links flankiert von Marco Friedl, rechts von Maximilian Eggestein. Neuzugang Lang, der noch wenig mit dem Team trainieren konnte, bliebe dann zunächst auf der Bank – könnte aber im Laufe des Spiels wertvoll werden, um die Position des Rechtsverteidigers zu übernehmen, wodurch Maxi Eggestein je nach Spielstand für eine offensivere Rolle nach vorne rücken könnte.

Abwehr-Variante 2: Der taktisch gut geschulte Lang könnte auch in einer Dreierkette mit Moisander und Gebre Selassie verteidigen, rechts bliebe Maxi Eggestein auf der Außenbahn, links Marco Friedl. Dann müsste Kohfeldt aber einen Stürmer oder einen Mittelfeldspieler aus dem Team nehmen. Klingt zunächst defensiv, könnte aber Sinn ergeben, weil Augsburg vor allem das Zentrum massiv dicht macht und Werder das eigene Ballbesitzspiel so in die Breite ziehen würde.

Abwehr-Variante 3: Neuzugang Lang könnte natürlich auch in einer Viererkette in der Startelf stehen, als rechter Außenverteidiger oder als rechter Innenverteidiger; in beiden Fällen würden Gebre Selassie, Moisander und Friedl die Abwehrkette komplettieren und Maxi Eggestein wäre frei fürs Mittelfeld. Der Nachteil: Für Kevin Möhwald wäre dann mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Platz mehr im Team, was nach den guten Trainingseindrücken des Mittelfeldspielers aber schade für Werder wäre. Um Eggestein und Möhwald im Mittelfeld auflaufen zu lassen, müsste Kohfeldt einen Stürmer opfern.

Osako als Zehner oder im Sturm?

Angriffs-Variante 1: Weil Milot Rashica (Oberschenkelverletzung) und Johannes Eggestein (Gelb-Rot) fehlen, wird in jedem Fall umgebaut. Das 4-3-3 wird es eher nicht mehr geben. Steht hinten eine Viererkette, dann bildet sich davor sehr wahrscheinlich eine Mittelfeldraute mit Yuya Osako auf der Zehner-Position, um die gegnerischen Sechser zu beschäftigen und schnelle Pässe auf die beiden Stürmer zu spielen. Niclas Füllkrug ist dabei im Angriff gesetzt, neben ihm stürmt entweder Josh Sargent (der aber in den bisherigen Pflichtspieleinsätzen die sehr guten Eindrücke aus der Vorbereitung nicht bestätigen konnte) oder Martin Harnik, der mit seiner großen Erfahrung sicherlich besser mit dem Druck umgehen könnte, aber nicht so schnell ist wie Sargent. Claudio Pizarro fehlte unter der Woche wegen einer fiebrigen Erkältung. Erst am Sonnabend trainierte der Altmeister erstmals wieder mit der Mannschaft. Er dürfte also nur für die Jokerrolle infrage kommen.

Angriffs-Variante 2: Auch Osako könnte neben Füllkrug in den Zwei-Mann-Sturm rücken, dann wäre im Mittelfeld sogar Platz für Maxi Eggestein und Möhwald. Diese Variante wurde unter der Woche im Training durchgespielt. Je nach Abwehr-Formation wäre dies eine sehr naheliegende Lösung.

Werder braucht unbedingt Tore

Für Kohfeldts Wahl wird entscheidend sein, in welcher Formation er sich den meisten Druck aufs Augsburger Tor erhofft. Am wahrscheinlichsten erscheint ein 4-4-2 mit Mittelfeldraute, in dem Maximilian Eggestein den Rechtsverteidiger gibt und Möhwald auf der Achter-Position spielt. Hinten ist Werder immer für ein Gegentor gut (bisher sogar immer für drei), deshalb müssen bei eigenem Ballbesitz möglichst viele Torchancen erspielt werden. Denn angesichts von null Punkten aus zwei Spielen würde nur ein Sieg den totalen Fehlstart verhindern. Zur Erinnerung: Schon vergangene Saison galt Werders Saisonstart als nicht optimal. Nach zwei Spieltagen hatte das Team damals aber schon vier Punkte und 3:2 Tore auf dem Konto, weil nach dem ernüchternden 1:1 im Heimspiel gegen den späteren Absteiger Hannover ein 2:1-Auswärtssieg in Frankfurt gelang – durch einen magischen Moment von Rashica, der einen Freistoß direkt versenkte. Rashica fehlt dem Team nun mindestens so sehr wie jeder Abwehrspieler.

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