Langs Hoffnung auf die Startelf

Von Null auf Hundert?

Michael Lang lindert Werders Abwehrsorgen, am Freitag trainierte der 28-jährige Außenverteidiger erstmals mit der Mannschaft. Eine Garantie für einen Startelfeinsatz hat der Schweizer aber nicht erhalten.
31.08.2019, 12:03
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Von Null auf Hundert?
Von Malte Bürger
Von Null auf Hundert?
nordphoto

Ein erster Gang durch den Spielertunnel, ein paar kleine Schritte auf dem heiligen Rasen des Weserstadions. Michael Lang gab eine recht gute Figur bei seiner offiziellen Vorstellung am Freitagmittag ab. Stolz hielt er sein Trikot mit der Rückennummer vier in die Höhe und lächelte in die zahlreichen Kameras der Fotografen. Nun will er in der Kürze der Zeit dafür sorgen, dass er bereits am Sonntag gegen den FC Augsburg (Anpfiff: 15.30 Uhr) erneut auf dem Platz stehen darf.

„Grundsätzlich fühle ich mich bereit zu spielen, ich habe die ganze Vorbereitung in Mönchengladbach mitgemacht“, sagte der Schweizer. „Ich hoffe, dass ich nach den zwei Trainings, die ich mit der Mannschaft absolvieren werde, eine Option für das Spiel sein kann.“ Diese Hoffnung hat auch sein neuer Trainer. Florian Kohfeldt hat derzeit in der Defensive bekanntlich nicht die allergrößte Auswahl, da kommt ein gesunder Rechtsverteidiger, der sich auf der großen Bundesliga-Bühne bereits ein wenig auskennt, äußerst gelegen. Ob dieser Umstand die Borussen-Leihgabe aber direkt in die Startelf spült? Bei der Beantwortung dieser Frage hielt sich Kohfeldt noch bedeckt. „Ich halte es für sehr gut möglich, dass Michael spielt, aber wir wollen schon noch die Einheiten abwarten“, sagte er. „Dass er dauerhaft bei uns Einsätze haben wird, das steht für mich außer Frage.“

Taktischer Zugewinn

Michael Lang blickt mit seinen 28 Jahren bereits auf eine ereignisreiche Karriere zurück, unter anderem hat er 35 Europapokalspiele absolviert, für die Nationalmannschaft seines Heimatlandes stand er 30 Mal auf dem Feld, sogar bei zwei Weltmeisterschaften. Allerdings – und da ist der Knackpunkt – hat Lang sein letztes Pflichtspiel im vergangenen März gemacht, weil er am Niederrhein nach einer guten Hinrunde und kleineren Verletzungen nicht mehr die allererste Wahl war.

Die notwendige Praxis fehlt also momentan. Darüber hinaus bleibt nicht allzu viel Zeit, um sich an die taktischen Details der Bremer zu gewöhnen. Und einen Alibi-Auftritt gegen Augsburg favorisieren beide Parteien nicht wirklich. „Wenn ich das Gefühl hätte, dass er nur auf Sicherheit bedacht wäre, dann würde ich ihn nicht spielen lassen“, sagte Florian Kohfeldt. „Das ist nicht unsere Spielweise. Es ist jedoch sehr gut, dass er uns jetzt in dieser angespannten Personallage ad hoc noch einmal eine andere taktische Option gibt.“ Werders Coach kann sich Lang nämlich nicht nur in einer Vierer-, sondern auch in einer Dreierkette sehr gut vorstellen.

Nerviger Punktestand

Der Engpass in der Abwehr bringt es mit sich, dass Langs Weg ins Team frei scheint, normalerweise müsste er auf der rechten Seite erst an Theodor Gebre Selassie vorbei. „Mein Ziel ist es, mich hier festzuspielen“, sagte Lang. „Ein Stück weit ist man als neuer Spieler immer der Herausforderer. Theo ist ein toller Spieler, der schon Großes hier bei Werder geleistet hat. Es geht jetzt aber auch überhaupt nicht um einen Zweikampf zwischen uns, sondern darum, dass wir zusammen in der Mannschaft Erfolge feiern können.“

Am besten schon am Sonntag gegen Augsburg. Nach den beiden Niederlagen gegen Düsseldorf und Hoffenheim soll es endlich einen Grund zum Jubeln geben. Der Druck wird schließlich nicht geringer – und der Blick auf die Tabelle gefällt schon mal gar nicht. „Es geht formal darum, endlich Punkte zu sammeln“, sagte Kohfeldt. „Diese Null da, die nervt mich. Wir wollen so nicht in die Pause gehen.“

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