Attacke auf Leipzig-Bus geplant?

Bremer Polizei warnt gewaltbereite Werder-Fans

Die Bremer Polizei hat angekündigt, ihre Präsenz beim Spiel Werder gegen Leipzig am Samstag zu erhöhen. Trotz Geisterspiele scheint es dafür einen Grund zu geben.
09.04.2021, 20:18
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Von Carsten Sander
Bremer Polizei warnt gewaltbereite Werder-Fans

Die Bremer Polizei hat angekündigt, ihre Präsenz beim Spiel gegen Leipzig zu erhöhen.

Petra Stubbe

Polizeieskorten für Mannschaftsbusse sind in der Bundesliga absolut nichts Ungewöhnliches. Wenn aber die Mannschaft von RB Leipzig, am Samstag im Weserstadion der Gegner des SV Werder, vor und nach dem Spiel durch die Stadt kutschiert wird, dann wird es wohl mehr als nur ein Polizei-Motorrad sein, das den Bus begleitet. Die Bremer Polizei hat angekündigt, ihre Maßnahmen zu verschärfen, und dafür gibt es offenbar trotz Geisterspielen und fehlender Fan-Massen vor dem Stadion gute Gründe.

In einem Tweet der Polizei Bremen heißt es: „Der Polizei Bremen liegen Hinweise vor, dass es Planungen gibt, beim Heimspiel von Werder Bremen den Gästebus anzugehen. Die Polizei wird daher verstärkt im Einsatz sein.“ Besonderer Schutz also für den Tabellenzweiten RB Leipzig, der sich in der Bundesliga immer wieder Anfeindungen ausgesetzt sieht. Weil der Club nicht traditionell gewachsen, sondern in wenigen Jahren mit viel Geld aus dem Red-Bull-Imperium hochgezogen wurde, passt er nicht in das fußballerische Weltbild vieler Fans. Offenbar gilt das auch für Vertreter der Bremer Fan-Szene. Was konkret geplant ist, schreibt die Polizei nicht, ihre Botschaft ist aber deutlich: „Meinungen rechtfertigen keine Straftaten. Wir appellieren dringend, dies zu unterlassen.“

Bei Werder ist die Club-Führung informiert und entsprechend auch alarmiert. Geschäftsführer Hubertus Hess-Grunewald sagt auf Nachfrage unserer Deichstube: „Wir stehen in engem Austausch mit der Polizei und gehen davon aus, dass die richtigen Maßnahmen ergriffen werden. Unsere Fans haben sich während der gesamten Corona-Zeit sehr vorbildlich verhalten und wir sind sicher, dass sie es auch weiterhin tun werden.“

In der Vergangenheit war es in Bremen jedoch schon zu Attacken gegen die Busse von Auswärtsteams gekommen. 2016 wurde vor dem Abstiegsendspiel gegen Eintracht Frankfurt der Bus der Hessen auf der Anfahrt zum Weserstadion aus der Menge heraus mit Flaschen beworfen. 2017 waren es Farbbeutel und Flaschen, mit denen Werder-Fans den Bus des Hamburger SV demolierten. Eine Scheibe ging zu Bruch. Besonders beschämend damals: Es passierte nur wenige Tage nachdem auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund ein Sprengstoff-Attentat verübt worden war. Werder-Sportchef Frank Baumann sagte damals, was sicher auch heute noch gilt: „Ich habe für so etwas grundsätzlich kein Verständnis.“

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Selbst erlebte Werder Bremen Angriffe auf den Teambus bereits mehrfach – zuletzt im vergangenen Sommer nach der gewonnenen Relegation gegen den 1. FC Heidenheim, als enttäuschte Fans des Zweitligisten den Bus der feiernden Bremer mit Steinen bewarfen.

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