Ex-Bremer trifft erneut Wagner: "Er erwischt mich leicht. Das reicht!"

Sandro Wagner hat Werder mit seinem Elfmeter-Treffer einen herben Tiefschlag versetzt. Der Ex-Bremer hat sich nach dem Spiel betont gelassen gegeben - ganz glaubwürdig ist dies aber nicht rübergekommen.
28.02.2016, 00:00
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Von Frank Hellmann

Sandro Wagner hat Werder mit seinem Elfmeter-Treffer einen herben Tiefschlag versetzt. Der Ex-Bremer hat sich nach dem Spiel betont gelassen gegeben - ganz glaubwürdig ist dies aber nicht rübergekommen.

Sandro Wagner wusste gleich, dass es unmöglich für ihn sein würde, vom Spielfeld in die Kabine zu gelangen. Auch wenn der Darmstädter Stürmer vielleicht noch die Schleichwege des Weserstadions aus seiner Werder-Zeit kennt. Aber das imaginäre Stopp-Schild, das der fast einen Kopf kleinere Pressesprecher Tom Lucka vor dem 1,94-Meter-Mann aufstellte, zeigte Wirkung: Brav erledigte Wagner den Interviewmarathon. Wichtigste Aussage: „Das war Abstiegskampf pur. Wir waren erste Halbzeit, Werder zweite Halbzeit besser. Wir nehmen den Punkt gerne mit.“

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Der 28-Jährige war zeitweise zum Feindbild des Bremer Publikums aufgestiegen, weil speziell die Werder-Anhänger in der Ostkurve bei seinem Sturz über das ausgestreckte Bein von Torwart Felix Wiedwald ein Täuschungsmanöver vermuteten. Wagners kurze Widerrede: „Er erwischt mich leicht. Das reicht!“

Er war denn auch gleich so freundlich, den Strafstoß gegen seinen Ex-Klub, bei dem er zwischen Januar 2010 und Januar 2012 unter Vertrag stand, ziemlich lässig zum 1:1 zu verwandeln. „Da war ein bisschen Druck da“, erklärte die Nummer 14, „ich habe vor der Kurve mal einen Elfer geschossen, als der ‚Lutscher‘ noch gespielt hat.“ Er meinte damit Werders Co-Trainer Torsten Frings. Tatsächlich war Wagner für Werder in der Saison 2010/11 gegen Schalke vom Punkt angetreten, Manuel Neuer hielt den Versuch – doch Wagner versenkte den Nachschuss. Endstand 1:1. Erstaunlich, dass der Profi dieses Ereignis auf Knopfdruck abrief, wo er zuvor betont hatte, Bremen sei „nichts Besonderes“ mehr für ihn. Für die Buhrufe, die ihm entgegen schallten, zeigte Wagner Verständnis: "Klar, dass die sich aufregen. Wenn ich da drin wäre, würde ich mich auch aufregen. Das gehört dazu. Ich würde auch nicht jubeln, wenn der Gegner einen Elfmeter bekommt."

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Eine grün-weiße Vergangenheit besitzen bei Darmstadt auch, Peter Niemeyer, Luca Caldirola und Tobias Kempe. Der aus Bremen entliehene Caldirola erledigte auf links einen souveränen Job – Werder muss gut überlegen, ob man den italienischen Defensivallrounder ab Sommer wieder einbauen will. Der zur Pause eingewechselte Kempe spielte zwischen 2005 und 2010 für Werders A-Junioren und zweite Mannschaft. Ihm genügte am Sonnabend eine Szene, um aufzufallen: Der 26-Jährige schlug jene raffinierte Freistoßflanke, die Aytac Sulu zum 2:1 einköpfte.

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