Liegt es auch am Trainer? Warum Romano Schmid jetzt für Werder trifft

Romano Schmid hat in den vergangenen fünf Spielen drei Tore für Werder geschossen. Zuvor war er bei 41 Einsätzen torlos geblieben. Warum er jetzt auf einmal trifft.
25.01.2022, 19:11
Lesedauer: 2 Min
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Von Carsten Sander

Was auffällt: Romano Schmid schießt auf einmal Tore für Werder Bremen, drei waren es in den vergangenen fünf Spielen. Was zudem auffällt: Er trifft erst, seit Ole Werner als Trainer das Sagen hat bei Werder. Und was noch auffällt: Schmid ist immer von der gleichen Position aus erfolgreich – zentral vor dem Tor, ungefähr 20 Meter Distanz bis zum Kasten. Von dort zieht er ab - gegen Erzgebirge Aue, Hannover 96 und zuletzt den SC Paderborn ist er so erfolgreich gewesen. Und es ist fast so, als hätte jemand den jungen Österreicher in Sachen Torabschluss neu programmiert. Aber ganz so ist es nicht, sagt Schmid, lacht und erklärt: „Ich habe auch früher schon solche Tore gemacht. Aber es ist schön, dass ich es jetzt auch bei Werder zeigen kann. Ich hoffe, dass es so weitergeht. Man sieht, dass ich es kann.“

Ja, kann er. Von seinen drei Toren war eines schöner als das andere, und man muss sich schon fragen, warum dieses Fähigkeit 41 Werder-Einsätze lang nicht zum Vorschein gekommen ist. Warum er weder unter Trainer Florian Kohfeldt in Liga eins noch unter Coach Markus Anfang in Liga zwei getroffen hat. Hat es doch etwas mit Werner zu tun? Schmid sagt nicht direkt nein, aber auch nicht ja, sondern schiebt es auf seine Position auf dem Platz. Die ist mittlerweile zentraler, er muss nicht mehr über die Außen kommen. „Dass ich im Zentrum spiele, ist vielleicht der Hauptgrund, weshalb ich jetzt Tore schieße. Vorher hatte ich nicht so oft die Möglichkeiten“, sagt er. Wobei: Auch früher ist er aus der Distanz zum Abschluss gekommen, gefährlich waren diese Versuche aber nie, sondern mehr und mehr von Verzweiflung geprägt.

Es muss also auch noch andere Faktoren geben, weshalb es plötzlich klappt. Vielleicht dieser: Seit Treffer Nummer eins ist der Druck weg. „Dass es so ist, sieht man ja“, bestätigt Schmid. Dann ist da noch das kurze Extra-Training, dass er nach eigener Aussage jeden Tag einstreut, meist am Ende der Einheiten. Dann macht er gemeinsam mit Niclas Füllkrug Schussübungen – angeleitet von Co-Trainer Patrick Kohlmann, der aber gar nicht so viel eingreifen würde, so Schmid: „Er lässt mich einfach machen, spricht mir aber immer Mut zu.“ Siehe da: Es wirkt.

Die Torquote des nur 1,68 Meter großen und 21 Jahre alten Mittelfeldspielers stimmt plötzlich. Rundum glücklich macht Schmid das aber nicht. Ihn wurmt, dass er derzeit zum Höhenflug des Sturmduos Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug keinen direkten Beitrag geleistet hat – sprich: kein Assist kam von dem Österreicher. Schon seit Spieltag sechs nicht mehr. Dabei sieht er das Vorbereiten von Toren als seine Kernkompetenz an, als das, womit er vor seiner Zeit bei Werder „immer geglänzt“ habe, „auch wenn das nicht das hohe Niveau war“. Für den österreichischen Bundesligisten Wolfsberger AC hat er beispielsweise in 45 Partien zwölf Torvorlagen geliefert, bei Werder sind es in bislang 46 Spielen sieben an der Zahl. Verbesserungswürdig, wie Schmid findet: „Ich lege nicht so viel auf, wie ich es mir wünsche. Ich arbeite daran, das zu ändern.“

Gute Abnehmer hätte er in Ducksch sowie in Füllkrug. „Fantastische Stürmer“ seien das, sagt er, „es macht Spaß, mit ihnen zu spielen“. Wie es im Moment überhaupt Spaß mache, das Werder-Trikot zu tragen. Schmid: „Wir haben als Team gemeinsame Abläufe gefunden und verfolgen eine gemeinsame Spielphilosophie. In dieser Ordnung verstehen wir uns alle gut.“ Kein Vergleich mehr zu der Stimmung der Vorsaison, als der letztlich verlorene Abstiegskampf an allen nagte. „Es war nicht cool, dass du immer auf die Schnauze bekommen hast. Mittlerweile sind wir als Team richtig zusammengewachsen“, sagt der österreichische U21-Nationalspieler, für den die neue Stimmung der Nährboden ist für seine Tore. Und bald auch für Assists?

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