„Unnötiges Risiko“ mit Pavlenka

Werder-Ärger über tschechischen Verband

Nach der Länderspielreise von Jiri Pavlenka ist der Ärger bei Werder Bremen groß. Der tschechische Verband ließ den Torhüter extra nach Wales einfliegen - und setzte ihn auf die Bank.
02.04.2021, 18:07
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Von Carsten Sander
Werder-Ärger über tschechischen Verband

Richtig zufrieden mit der Länderspielreise waren Jiri Pavlenka und Werder Bremen nicht

nordphoto GmbH / gumzmedia

Dass der Länderspiel-Dreierpack gegen Estland, Belgien und Wales für Jiri Pavlenka normal verlaufen wäre, lässt sich nun wirklich nicht behaupten. Es war organisatorisch, reisetechnisch und schließlich auch sportlich ein unbefriedigendes Hin und Her für den tschechischen Auswahltorhüter. Und in Bremen verfolgten die Verantwortlichen des SV Werder die Abläufe letztlich mit einiger Verärgerung. Besonders, dass Pavlenka nach einer zwischenzeitlichen Rückkehr nach Bremen nach Wales fliegen musste, um dort dann im WM-Qualifikationsspiel gar nicht zum Einsatz zu kommen, bezeichnete Trainer Florian Kohfeldt als „unnötiges Risiko in einer sehr speziellen Situation“.

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Was der Bremer Coach meinte: Nachdem Pavlenka im ersten Teil der tschechischen Trilogie im Tor gestanden hatte und mit Tschechien im polnischen Lublin einen standesgemäßen 6:2-Erfolg über Estland gefeiert hatte, hätte er wohl auch den zweiten Part bestreiten dürfen. Wegen einer Rechtsunsicherheit hinsichtlich einer späteren Quarantäne stellte Werder den Keeper jedoch nicht für die Partie in Prag gegen Belgien (1:1) ab. Dabei war Tschechien kurz zuvor von der Liste der Virusvarientangebiete gestrichen worden. Die Zeit reichte aber nicht, alle offenen Fragen zu klären. Pavlenka kehrte also nach Bremen zurück, um Tage später seinem Nationalteam ins walisische Cardiff hinterherzufliegen, wo Spiel Nummer drei anstand. Sicherlich mit der Erwartung, dort wieder zu spielen. Auch Kohfeldt dachte so, weil: Welchen Sinn hätte es sonst gemacht, einen bestehenden Kader durch Pavlenka zu ergänzen? Doch Pavlenka spielte nicht, Tomas Vaclik (FC Sevilla) bekam den Vorzug, festigte trotz der 0:1-Niederlage wieder seinen zuletzt etwas wackeligen Status als Stammkraft im tschechischen Tor. Kohfeldt: „Als ich die Aufstellung gesehen habe, habe ich mich schon gewundert, dass Jiri nach Wales reisen musste. Ihn einfliegen zu lassen und dann auf die Bank zu setzen, war ein unnötiges Risiko.“

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Laut ersten Tests ist Pavlenka zwar (wie alle anderen Bremer Nationalspieler) Corona-frei geblieben, dennoch hätten die Werder-Chefs eine andere Absprache mit dem tschechischen Nationaltrainer Jaroslav Silhavy erwartet. „Ich bin ehrlich: Ich hätte mir einen anderen Austausch gewünscht“, meint Kohfeldt. Sportchef Frank Baumann pflichtet bei: „Was Florian zur sportlichen Entscheidung gesagt hat, kann ich nur unterstreichen. Wenn man einen sehr großen Kader nominiert und ein Spieler dann nicht zum Einsatz kommt, ist das unnötig.“

Aber das, so schränkte es Kohfeldt ein, sei „die Sicht eines Clubs“. Pavlenka selbst hat sich überhaupt nicht über die Wales-Reise beschwert. „Für ihn ist es immer eine Ehre, für sein Land da zu sein“, so Kohfeldt.

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