Wegen steigender Coronazahlen

Werder geht wieder weiter auf Abstand

Die zunehmende Zahl der Corona-Infektionen hat auch Einfluss auf den deutschen Fußball. Die TV-Übertragungen drohen zur Herausforderung zu werden, auch bei Werder geht man ab sofort wieder auf mehr Abstand.
13.10.2020, 16:32
Lesedauer: 2 Min
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Von Malte Bürger und Christoph Bähr
Werder geht wieder weiter auf Abstand

Arbeiten auf Abstand: In den Bundesliga-Stadien ist das inzwischen normal, doch die steigenden Coronazahlen sorgen für neue Probleme.

gumzmedia/nordphoto/Pressefoto Ulmer

In Deutschland steigen die Coronazahlen, auf der Landkarte sind immer mehr Risikogebiete zu sehen. Auch in Bremen wurde schon vor einiger Zeit die kritische Obergrenze von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten. Und während in der Politik über Beherbergungsverbote und Reisebschränkungen diskutiert wird, soll in der Bundesliga am kommenden Wochenende der nächste Spieltag stattfinden. Werder erwartet dabei die weiteste Tour der Saison, am Sonnabend sind die Bremer beim SC Freiburg zu Gast (Anpfiff: 15.30 Uhr). Verständlich, dass es aufgrund der jüngsten gesamtdeutschen Entwicklungen auch dort einen speziellen Ablauf.

„Wir müssen innerhalb der letzten 48 Stunden vor dem Spiel einen Test gemacht haben, dessen Ergebnis wir natürlich vorlegen müssen. Und wir werden in Freiburg separiert sein“, sagte Clemens Fritz, Werders Leiter Profifußball, am Dienstag. „Es wird nicht ausschließlich ein Hotel für uns sein, aber in unseren Räumlichkeiten werden wir mit anderen Gästen gar nicht in Berührung kommen.“

Appell an Spieler

Abstand war zuletzt auch ein wichtiges Wort, als es um die Freizeit der Spieler ging. Um die Gefahr einer Infektion zu minimieren, hatten die Klub-Verantwortlichen vor den jüngsten freien Tagen noch einmal das Gespräch mit dem Personal gesucht. „Wir haben den Jungs mitgegeben, dass in keine Risikogebiete gefahren werden darf, sie sich auch sonst an alle Hygieneregeln halten und dafür sensibilisiert sind“, sagte Fritz. „Das wurde aber auch hervorragend umgesetzt, alle halten sich an die gesetzlichen Vorgaben.“

Auch für den sportlichen Alltag in Bremen gibt es wieder strengere Vorschriften. „Wir haben jetzt für alle Mitarbeiter im kompletten Stadion eine Maskenpflicht“, sagte Fritz. „Jede Abteilung ist nun gefragt - auch was das Thema Homeoffice angeht. Wir möchten nicht, dass sich mehr als zwei Personen in einem Büro befinden.“ Ab dieser Woche arbeiten auch die Journalisten wieder mit einer größeren räumlichen Distanz zum Verein. Pressekonferenzen und Spieler-Interviews finden wie schon im Frühjahr nicht mehr vor Ort von Angesicht zu Angesicht statt, stattdessen wird es einen Austausch über das Internet in Videoschaltungen geben.

TV-Übertragung in Gefahr?

Die aktuellen Corona-Entwicklungen könnten jedoch noch weitere Einschränkungen für die Medienbranche mit sich bringen - mit weitreichenden Folgen für die Fans in den heimischen vier Wänden. Menschen aus Risikogebieten dürfen laut des Hygienekonzepts der Deutschen Fußball Liga (DFL) nicht zum Arbeiten in die Stadien - da die Zahl dieser Gebiete jedoch steigt, sind von der Regelung inzwischen auch viele Kameraleute, Reporter und Techniker der Fernsehsender betroffen. „Angesichts der jüngsten pandemischen Entwicklung auch in Deutschland befasst sich die ,Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb' derzeit intensiv mit dem Ablauf bezüglich der Zulassung der im medizinisch-hygienischen Arbeitsschutz-Konzept berücksichtigten Personengruppen zu den Stadien“, hieß es in einer Stellungnahme der DFL am Dienstag. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur erwägt der Ligaverband, dem Problem mit praktischen Lösungen zu begegnen. Neben dem obligatorischen Formular für alle Personen, die in den Stadien im Einsatz sind, könnte eine zusätzliche Erklärung von jenen aus Risikogebieten hinzukommen, in denen sie verpflichtet werden, immer eine Maske zu tragen und die anderen Hygieneregeln strikt einzuhalten. Schnelltests seien hingegen nicht geplant.

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