Werder Weiser zur WM? Darum bleibt es nur ein Gerücht

Mitchell Weiser präsentiert sich seit Wochen in bestechender Form. Am Samstag war er beim Heimsieg gegen Schalke 04 bester Bremer. Trotzdem wird der Traum der WM für ihn einer bleiben.
06.11.2022, 16:43
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips

Seine Vorarbeit zum 1:0 war Weltklasse, aber auch ansonsten lieferte Mitchell Weiser während Werder Bremens Heimspiel gegen den FC Schalke 04 (2:1) wieder eine ganz starke Leistung ab – wahrlich nicht seine erste im Bremer Trikot. Teamkollege Niclas Füllkrug verpasste dem 28-Jährigen sogleich den Spitznamen „Ronaldinho“. Und zu dem brasilianischen Weltmeister von 2002 passte dann auch ein Gerücht, dass in Bremen die Runde macht: Weiser soll ein WM-Kandidat sein. Doch an der Geschichte, so schön sie aus grün-weißer Sicht auch sein mag, ist nichts dran. Nach Informationen unserer Deichstube steht der Werder-Profi – anders als Füllkrug – nicht auf der vorläufigen Spielerliste (bis zu 55 Profis) von Bundestrainer Hansi Flick und kann deshalb am Donnerstag auch nicht in den 26er-Kader für die WM in Katar (20. November bis 18. Dezember) berufen werden.

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Der Grund dafür liegt auf der Hand: Zwar spielt Weiser eine überragende Saison und hat auch schon in der Rückrunde der 2. Liga für Furore gesorgt, doch gibt es seine Position als offensiver Rechtsverteidiger einer Fünferkette in der Nationalmannschaft gar nicht. Flick setzt auf eine Viererkette und hat gerade erst das Experiment mit dem offensiven Jonas Hofmann (Mönchengladbach) verworfen. Es wird vielmehr darüber nachgedacht, Innenverteidiger Niklas Süle nach außen zu beordern. Der ist in der Defensive ein ganz anderes Kaliber als Weiser, der nicht so gerne nach hinten arbeitet. Er macht es natürlich, aber vergisst es eben auch mal. In einer Viererkette ist das gefährlich – bei einer WM noch viel mehr.

Werders Fünferkette bietet die nötige Absicherung für Weisers offensive Denkweise – nicht immer, aber meistens. Und der 28-Jährige weiß das sehr zu schätzen. An der Weser ist er nach schwierigen Jahren bei Bayer Leverkusen wieder aufgeblüht. „Ich darf jetzt wieder Fußball spielen, das ist meine Leidenschaft. Meine Stärke ist es, Fußball zu spielen und die spielerische Lösung zu finden“, erzählte ein strahlender Weiser nach dem 2:1-Sieg gegen Schalke. Beide Tore hatte er dabei vorbereitet, erst Füllkrug genial in Szene gesetzt, später dann auch Marvin Ducksch. „Er ist ein Schlüsselspieler bei uns“, lobte Werner. Auch Füllkrug war begeistert und verriet: „Ich habe ,Mitch' nach dem Tor nur Ronaldinho ins Ohr geflüstert!“ Und das offenbar nicht zum ersten Mal. „Das ist mittlerweile ein bisschen mein Spitzname von ,Fülle‘ für mich“, grinste Weiser: „Das freut mich.“

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Allen Grund zur Freude hat dabei auch der SV Werder. Kaum zu glauben, dass Weiser im Sommer nach einjähriger Ausleihe ablösefrei verpflichtet werden konnte, weil Bayer Leverkusen ihn einfach nur loswerden wollte. Dass es für den einstigen U 21-Europameister nicht zum WM-Ticket reicht, wird er verschmerzen können, immerhin ist sein Spitzname ja schon weltmeisterlich.

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