Gleich mehrere Kandidaten für Kohfeldt

Wer stopft das Loch auf rechts?

Theo Gebre Selassie wird Werder noch mehrere Wochen fehlen. Wer ihn zum Rückrundenstart auf der rechten Seite ersetzt, hängt auch vom System ab. Klar ist: Kevin Vogt spielt in Düsseldorf auf jeden Fall.
15.01.2020, 10:25
Lesedauer: 2 Min
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Von Jean-Julien Beer

Wenigstens eine kleine gute Nachricht gab es zum Wochenstart von Theo Gebre Selassie. Der am Oberschenkel schwer verletzte Rechtsverteidiger lief ein paar einsame Runden auf dem Trainingsgelände am Weserstadion. Das ist ein weiterer Schritt zum ersehnten Comeback. Der 33-Jährige hatte sich beim 1:6-Debakel im Dezember in München verletzt. Den Rückrundenstart verpasst er auf jeden Fall, sein Comeback wurde grob für den Februar angekündigt.

Weil auch sein nomineller Stellvertreter Michael Lang mit einer Oberschenkelverletzung noch mehrere Wochen ausfällt, droht Werder für die kommenden Spiele ein Loch auf der rechten Seite. Florian Kohfeldt nimmt das kämpferisch als Herausforderung an: „Das sind wieder so kleine Rückschläge für uns, mit denen wir umgehen müssen. Trotzdem muss und werde ich eine Lösung finden.“

Zuletzt übernahm Maxi Eggestein den Job

Es bieten sich sogar gleich mehrere Varianten an, auch wenn natürlich keine davon ideal ist. Am letzten Hinrundenspieltag in Köln zum Beispiel fehlte Gebre Selassie auch schon, damals rückte aber nicht Michael Lang ins Team. Der zuvor enttäuschende Schweizer blieb auf der Bank. Kohfeldt formierte in der Abwehr eine Dreierkette und zog daneben Maxi Eggestein auf die defensive rechte Außenbahn zurück. Das wäre jetzt theoretisch wieder möglich, zumal der damals gesperrte Leo Bittencourt wieder fürs Mittelfeld zur Verfügung steht.

Bittencourt könnte jedoch selbst auch die Lösung sein für das Loch auf rechts. Kohfeldt sieht ihn zwar nicht als Rechtsverteidiger in einer Viererkette – „bei einer Dreierkette wäre er etwas weiter rechts vorne aber eine Alternative“, sagt der Trainer. Jedoch habe er noch „ein oder zwei andere Gedanken“ für diese Position. Sollte Ludwig Augustinsson in Düsseldorf noch nicht zur Verfügung stehen, könnten zum Beispiel auch Christian Groß (Kohfeldt: „Der scheint hinten alles spielen zu können“) oder Benjamin Goller (der überzeugte bei der Generalprobe gegen Hannover auf dieser Position) hier aushelfen.

Friedl könnte wieder die Seite wechseln

Wenn Augustinsson, der nach seiner Muskelverletzung am Mittwoch erstmals wieder mit der Mannschaft trainieren soll, schon am Wochenende wieder spielen kann, bietet sich eine andere Variante an: Dann könnte Marco Friedl wieder von links nach rechts wechseln. Eine Aufgabe, die er vergangene Saison bereits mehrfach ansprechend erledigt hatte. „Offensiv ist das sicher nicht die Ideallösung“, weiß Kohfeldt, „aber für eine defensive Stabilität ist das sehr gut möglich.“

Das würde dann auch für eine Viererkette gelten. Denn Werders Trainer hält sich noch offen, ob er in Düsseldorf auf eine Dreierkette setzt, oder doch wieder einen Viererblock formiert. In beiden Fällen würde Neuzugang Kevin Vogt in der Startelf stehen, entweder als zentraler Mann einer Dreier-Reihe, oder halt davor im defensiven Mittelfeld. „Kevin ist fit und gesund, er ist so bundesligaerfahren – er ist natürlich schon direkt für Düsseldorf ein Kandidat für die Startelf“, betont Kohfeldt, „er hat mir erzählt, dass er auch unter Julian Nagelsmann in Hoffenheim schon verschiedene Systeme gespielt hat. Das dürfte also kein Problem sein.“

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