Werder-Verteidiger erzielte Debüt-Tor

Agu im Glück – und im Dilemma

Es war ein großer Moment für Werders Felix Agu, ein Kindheitstraum sozusagen: Der junge Verteidiger erzielte beim Heimsieg gegen Augsburg sein erstes Bundesligator - und hat nun mit einem Dilemma zu kämpfen.
17.01.2021, 19:15
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips

Das Handy stand nicht still. Bei Werder-Profi Felix Agu gingen am Samstagabend zahlreiche Glückwünsche ein. Auch von einem gewissen Daniel Thioune. Und Agus besondere Verbindung zum Trainer des Hamburger SV stürzte den jungen Profi nach dem großen Werder-Glück in ein kleines HSV-Dilemma. Aber das meisterte der 20-Jährige fast genauso souverän wie seinen ersten Startelf-Auftritt in der Bundesliga, in dem er mit seinem ersten Tor und seinem ersten Assist im Fußball-Oberhaus gleich mal zum Matchwinner beim Bremer 2:0-Sieg gegen den FC Augsburg avanciert war.

„Das ist doch ein Kindheitstraum von jedem, der Fußball spielt“, sagte Agu über seinen Premieren-Treffer und fügte am Tag nach seinem großen Auftritt noch mit leuchtenden Augen an: „Dass es so schnell ging, ist umso schöner.“ Es war erst sein vierter Bundesliga-Einsatz gewesen – in der Zweiten Liga hatte er für den VfL Osnabrück gar nicht getroffen. „Auch als Außenverteidiger möchte man seine Tore schießen und Vorlagen machen. Beides hat jetzt geklappt, das ist perfekt“, freute sich Agu.

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Ganz so perfekt war es für ihn bei Werder bislang nicht gelaufen. Gegen die starken Konkurrenten Theodor Gebre Selassie und Ludwig Augustinsson konnte sich der abslösefreie Neuzugang nicht durchsetzen, was wenig überraschte. Dann stoppte ihn eine Corona-Erkrankung. Doch nun nutzte der U21-Nationalspieler seine Chance, rechtfertigte das Vertrauen von Trainer Florian Kohfeldt, der Agu als einen seiner Lieblingsschüler bezeichnet.

Noch enger ist das Verhältnis zu Thioune, von einer Vater-Sohn-Beziehung wird berichtet. Beide verließen den VfL Osnabrück im Sommer, stehen aber noch in engem Kontakt. „Er hat mir natürlich auch geschrieben“, berichtete Agu. Und Thioune erzählte in Hamburg: „Ich habe mich sehr für ihn gefreut.“ Zu euphorisch wollten sich aber beide nicht äußern, was zum einen an der Rivalität zwischen Werder und dem HSV liegt, aber auch am Montagsspiel der Zweiten Liga. Am Abend empfangen die Hamburger den VfL Osnabrück. „Da bin ich etwas zwiegespalten“, gestand Agu. Denn auch seinen ehemaligen VfL-Kollegen drücke er die Daumen – und deshalb blieb er ganz unverbindlich: „Das Spiel werde ich mir sehr, sehr gerne angucken.“

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Es ist die Vorbereitung auf seine nächste Partie, denn für Werder geht es bereits am Dienstag in Mönchengladbach weiter. Agu würde gerne wieder beginnen. Er hat ohnehin ein klares Ziel: „Auf Dauer möchte ich hier Stammspieler werden.“ Dann könnte er weitere Trikots der Gegner sammeln. Bei seiner Bundesliga-Premiere gegen den FC Bayern gab es einen Tausch mit Vorbild David Alaba. Diesmal lief es allerdings anders: „Das Trikot geht ins Haus meiner Eltern.“ Das erste Tor ist dann doch noch etwas mehr wert, wenn es auch ein wenig glücklich gefallen war. Agu hatte sich quasi selbst angeschossen. „Deshalb musste ich auch ein bisschen schmunzeln, dass der Ball reingegangen ist. Ich dachte, da kommen noch ein paar Sprüche von den Mitspielern, aber es war nur Jubel.“

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