Felix Agu will lernen und angreifen

Mit viel Tempo ins neue Abenteuer

Für Felix Agu beginnt ein neues Kapitel in seinem Leben. Bei Werder will er zeigen, dass er ein guter Erstligaspieler werden kann - doch die Konkurrenz ist prominent. Sorgen bereitet das dem 20-Jährigen nicht.
11.08.2020, 17:48
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Mit viel Tempo ins neue Abenteuer
Von Malte Bürger

Jetzt ist es also soweit. Erstmals in der noch jungen Karriere von Felix Agu geht es hinaus in die große, weite Fußballwelt. Also fast. Der gebürtige Osnabrücker ist jetzt schließlich nur ein paar Kilometer weiter nördlich zu Hause. Doch das genügt für den Anfang. „Es ist für mich mein erster echter Vereinswechsel“, sagte der 20-Jährige am Dienstag während seiner offiziellen Vorstellung. Entsprechend aufgeregt war Agu, als sein Abenteuer in der Vorwoche begann. „Die ersten Tage war die Nervosität zu spüren. Das erste Mal, dass ich in ein neues Team hineingekommen bin, war damals in der U21. Doch das ist natürlich noch einmal anders als in einen großen Bundesligakader zu kommen. Die Jungs haben es mir aber sehr leicht gemacht.“

Bei Werder gehört der Außenverteidiger zum Kreis der jungen Garde, die unter Trainer Florian Kohfeldt reifen soll. In seiner Heimat wurde er beim VfL Osnabrück ausgebildet, war zuletzt Stammkraft in der 2. Bundesliga und tauchte sogar im Kreise der deutschen U21-Nationalmannschaft auf. Und jetzt soll es den nächsten Schritt geben. In Bremen. Also quasi ganz nah dran am Elternhaus. „Ausschlaggebend war es nicht, aber es hat eine Rolle gespielt. Ich bin gern bei meiner Familie“, sagte Agu. „Wenn es nur eine Stunde entfernt ist, kann man auch zwischendurch mal kurz zurückfahren.“

Rechte Seite bevorzugt

Wer häufiger auf der A1 unterwegs ist, weiß, dass das eine ziemlich zähe Angelegenheit sein kann. Und ein Durchrauschen wird es wohl auch bei Werder für Felix Agu nicht geben. Mit Theodor Gebre Selassie und Ludwig Augustinsson sind auf den Außenbahnen schließlich zwei absolute Leistungsträger seine Konkurrenten. "Das sind sehr erfahrene Spieler, die ihre individuelle Qualität haben. Für mich ist das positiv, weil ich von ihnen lernen kann", sagte Agu. "Als Rechtsfuß fühle ich mich als Rechtsverteidiger natürlich wohler, aber ich habe in meiner Karriere bisher mehr Spiele links bestritten. Deshalb denke ich, dass ich beide Positionen gleichermaßen gut ausfüllen kann.“

Schnelle Chance hin oder her, der Bremer Plan mit Felix Agu ist ohnehin ein langfristiger. Theodor Gebre Selassie ist eine Bank auf der rechten Abwehrseite, der Tscheche hatte vor einigen Monaten jedoch angekündigt, dass diese Saison mit großer Wahrscheinlich die letzte an der Weser sein werde, ehe es zurück in die Heimat geht. Deshalb kann es gut sein, dass der Nachfolger schon bereit steht und jetzt ein klassisches Lehrjahr erleben soll. „Er spielt seit Jahren hier auf einem konstanten Niveau als Stammspieler. Da gibt es viel zu lernen“, sagte auch Agu über Gebre Selassie. „Ich werde daran nicht verzweifeln, wenn es am Anfang vielleicht nicht laufen sollte. Man muss einfach klar im Kopf bleiben und weiter an sich arbeiten.“

Vorliebe für Geschwindigkeit

Zumal der Konkurrenzkampf nicht die einzige Aufgabe ist. „Der Schritt von der 2. in die 1. Bundesliga ist auf jeden Fall groß, da muss ich mich übers Training erstmal rankämpfen“, sagte der Defensivakteur. „Aber ich möchte mich natürlich in der ersten Liga beweisen. Man merkt schon im Training, dass das Spieltempo deutlich höher ist. Es gibt nicht so viel Zeit, um Entscheidungen zu treffen. Das muss alles deutlich schneller gehen.“ Mit Geschwindigkeit kennt sich Agu allerdings aus. „Ich würde sagen, dass ich ein offensivfreudiger Außenverteidiger bin, der sehr viel über sein Tempo kommt“, sagte er, räumte aber auch ein: „Defensiv gibt es immer Raum, um sich zu verbessern.“

Deshalb ist Felix Agu erst einmal froh, dass er sich ab sofort überhaupt auch höchstem deutschen Niveau beweisen darf. Auch weil Werder nach der vergangenen Zittersaison doch noch in der Relegation die Rettung realisierte. „Erst einmal musste ich mich natürlich um den VfL Osnabrück kümmern, denn in der Rückrunde sah es leider auch nicht mehr so gut aus wie in der Hinrunde. Das hat Priorität gehabt, aber natürlich habe ich mit dem zweiten Auge auch auf Werder geschielt und bei den Spielen mitgefiebert, dass sie in der ersten Liga bleiben“, sagte Agu. „Da bin ich jetzt natürlich glücklich, dass sie das geschafft haben.“

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