Einst in Trier, jetzt bei Werder

Anfang und Hartung mit einem Wiedersehen in neuen Rollen

Mit Werders Chefscout Sebastian Hartung hatte sich Markus Anfang in Trier einst ein halbes Jahr lang gemeinsam durch die vierte Liga gekämpft. Nun treffen die beiden wieder aufeinander.
14.06.2021, 18:26
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Von Daniel Cottäus
Anfang und Hartung mit einem Wiedersehen in neuen Rollen

Trainer Markus Anfang trifft mit Sebastian Hartung auf einen alten Weggefährten.

CARMEN JASPERSEN

Im tiefsten Winter, das Jahr 2008 war so gut wie vorbei, hatte Mario Basler plötzlich diese Idee, wie er seiner kriselnden Mannschaft vor der zweiten Saisonhälfte neues Leben einhauchen könnte. Als Trainer von Eintracht Trier hatte der Ex-Profi, der von 1993 bis 1996 für Werder Bremen aufgelaufen war, in zuvor 18 Spielen 22 Punkte geholt, was Platz elf in der Regionalliga West bedeutete – und Basler nicht zufriedenstellte. Deshalb rief er Markus Anfang an. Beide Männer hatten einst ein Jahr lang gemeinsam für den 1. FC Kaiserslautern in der Bundesliga gespielt – und nun, so Baslers Plan, sollte Anfang seine Trierer wieder nach oben führen. Kurz darauf war der Wechsel des damals 34-jährigen Mittelfeldspielers vom FC Wacker Innsbruck auch schon perfekt – und damit der Grundstein für ein kurioses Wiedersehen gelegt, zu dem es stolze zwölf Jahre später in Bremen kommen sollte.

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Gleich vorab: Wie genau die Begrüßung im Juni 2021 zwischen Werders neuem Cheftrainer Markus Anfang und einem seiner wichtigsten Mitarbeiter im Verein ausgesehen hat, ist nicht überliefert. Sie dürfte aber von vertrauter Natur gewesen war: Mit Werders Chefscout Sebastian Hartung hatte sich Anfang in Trier einst ein halbes Jahr lang gemeinsam durch die vierte Liga gekämpft. „Dass wir jetzt nochmal in ganz anderen Rollen zusammenarbeiten, ist schon kurios“, sagt Hartung im Gespräch mit unserer Deichstube – und blickt zurück auf seine Zeit als Mitspieler Anfangs.

„Fußballerisch konnte Markus uns sofort helfen, auch wenn er am Ende seiner Karriere nach einigen Verletzungen körperlich sicher nicht mehr 100 Prozent fit war“, erinnert sich der 40-Jährige, der Anfang schon damals auch als eine Art Trainer wahrgenommen hat: „Auf dem Platz hat er bei uns klar den Ton angegeben. Seine Ansprachen in der Kabine hatten eine fesselnde Art.“ Hartung selbst war im Sommer 2007 aus Worms nach Trier gekommen. Sechs Partien sollte er gemeinsam mit Anfang bestreiten, ehe er nach der Saison 2008/2009 zum CS Grevenmacher nach Luxemburg weiterzog. Später verschlug es ihn privat nach Bremen. Seit 2011 ist Hartung nun bereits bei Werder beschäftigt.

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„Ich durfte in Trier während der Spiele immer für Markus laufen, durfte im Hintergrund die Arbeit für ihn machen, damit er glänzen kann“, schmunzelt der gebürtige Erfurter – und beschreibt damit eine Aufgabenverteilung, die auch jetzt in Bremen wieder in ähnlicher Form gilt. Als Chefscout ist es schließlich Hartungs Job, hinter den Kulissen jene Spieler aufzuspüren, mit denen der Coach im Rampenlicht erfolgreich arbeiten kann. Da Werders Kader nach dem Abstieg vor dem größten Umbruch der vergangenen Jahre steht, dürften beide Männer sehr viel zu besprechen haben.

Nicht ausgeschlossen, dass es zwischendurch auch mal um die Zeit bei Eintracht Trier geht, um Mario Basler und diese halbe gemeinsame Saison vor zwölf Jahren, die der Verein übrigens als Tabellen-13. beendete. Hartung und Anfang dürften alles daran setzen, um ihre gemeinsame Bilanz in Bremen deutlich aufzubessern.

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