Ehefrau von Bürgermeister Bovenschulte

Auch Ulrike Hiller will in den Werder-Aufsichtsrat

Die Plätze im Aufsichtsrat bei Werder sind begehrt. Nun hat Ulrike Hiller Ambitionen auf einen Platz im Gremium angemeldet. Besonders interessant: Hiller ist die Ehefrau von Bürgermeister Andreas Bovenschulte.
07.05.2021, 14:57
Lesedauer: 3 Min
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Von Björn Knips
Auch Ulrike Hiller will in den Werder-Aufsichtsrat

Ulrike Hiller ist nicht nur die Ehefrau von Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte, sondern auch erfahrene Politikerin.

Frank Thomas Koch

Spannende Zeiten beim SV Werder Bremen – und das nicht nur sportlich: So viele Kandidaten wie noch nie streben in den sechsköpfigen Aufsichtsrat der ausgegliederten Profiabteilung des Traditionsvereins. Von 15 Anwärtern für die vier offenen Stellen ist inzwischen schon die Rede. Einige Bewerber wie zum Beispiel TV-Journalist Jörg Wontorra sind bereits bekannt, nun kommt ein weiterer interessanter Name dazu: Ulrike Hiller. Die Frau von Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte hat sich nach Informationen unserer Deichstube bereiterklärt, für dieses Amt zu kandidieren.

Der Wahlausschuss muss bis vier Wochen vor der Mitgliederversammlung entscheiden, wen er letztlich zur Wahl vorschlägt. Einen neuen Termin für die im vergangenen November wegen Corona abgesagte Veranstaltung gibt es noch immer nicht. Vor den Sommerferien dürfte das aber nichts mehr werden, wahrscheinlich trifft sich die grün-weiße Familie im September.

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Ulrike Hiller würde dann gerne dabei sein. Sprechen möchte die 55-Jährige darüber allerdings nicht. Eine Interviewanfrage unserer Deichstube hat sie abgelehnt. Dabei ist Hiller den Umgang mit der Öffentlichkeit durchaus gewohnt – und das längst nicht nur als Frau des Bürgermeisters. Denn die Mediatorin und Juristin ist selbst eine erfahrene Politikerin, saß für die SPD viele Jahre in der Bremer Bürgerschaft und war dort von 2012 bis 2019 als Staatsrätin in der Bremer Landesregierung für die Bereiche Bundes- und Europaangelegenheiten und für Entwicklungszusammenarbeit zuständig.

Hiller wäre die erste Frau im Aufsichtsrat der Werder Bremen GmbH & Co Kg AA. Das würde auch für Maria Yaiza Stüven Sanchez gelten. Die 30-Jährige gehört wie auch Wontorra (72) zur Fan-Initiative „Kein-weiter-so“. In einem gemeinsamen Schreiben mit dem Titel „Jetzt reicht`s!“ hatte das Duo vor gut einer Woche die aktuelle Führung scharf kritisiert und personelle Änderungen gefordert: „Werder braucht endlich wieder Macher!“

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Ganz anders hatte sich Henning Lühr Ende vergangenen Jahres geäußert. „Bei mir ist es keine Kandidatur aus Unzufriedenheit, sondern aus Verbundenheit“, sagte der 70-Jährige unserer Deichstube. Als Staatsrat im Bremer Finanzressort hatte er 18 Jahre lang im Aufsichtsrat der Bremer Weserstadion GmbH (BWS) mitgewirkt. Nach seiner Pensionierung will er dem SV Werder, bei dem er seit 40 Jahren Mitglied ist, nun in anderer Funktion nahe sein.

Bei der nächsten Versammlung könnte es also durchaus zu einer Kampfabstimmung kommen. Denn auch die aktuellen Aufsichtsratsmitglieder Marco Bode, Kurt Zech, Andreas Hoetzel und Thomas Krohne haben längst ihre Bereitschaft signalisiert, sich erneut zur Wahl zu stellen. Marco Fuchs und Axel Plaat dürfen in jedem Fall weitermachen, das Präsidium hat sie satzungsgemäß erneut als Vertreter des Vereins ins Kontrollgremium entsandt. Es geht also noch um vier freie Plätze. Bislang hatte der Wahlausschuss immer nur so viele Kandidaten vorgeschlagen, wie notwendig waren. Das könnte diesmal angesichts der vielen und durchaus namhaften Interessenten anders sein. Peter Eilers lässt sich als Vorsitzender dieses Gremiums allerdings nicht in die Karten schauen.

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Es gibt jedoch nicht wenige Mitglieder, die sich eine echte Wahl und Veränderungen im Club wünschen. Der Aufsichtsrat spielt dabei eine ganz wichtige Rolle. Dessen Mitglieder bestimmen zum Beispiel zwei der drei Geschäftsführer, entscheiden also über die Zukunft von Werder-Boss Klaus Filbry und Sportchef Frank Baumann.

Werder-Präsident Hubertus-Hess Grunewald gehört als Vertreter des Vereins der Geschäftsführung an. Dieses Konstrukt, dass der Verein sowohl im Aufsichtsrat als auch in der Geschäftsführung sitzt und sich damit quasi selbst kontrolliert, ist in den vergangenen Jahren zunehmend in die Kritik geraten. Eine echte Initiative, das zu verändern, gibt es allerdings nicht – noch nicht. Denn rund um Werder ist viel in Bewegung, wie auch die Bewerbung von Ulrike Hiller zeigt. Es sind eben spannende Zeiten beim SV Werder Bremen.

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